Kampagne: Kein Kind ist im falschen Körper geboren

shutterstock 1619779225 800„Streichen Sie die Genderidentität aus der Resolution zur Konversionstherapie des Europarats" heißt die Kampagne, die die Ver­tre­terIn­nen im Europarat auffordert, im Rahmen eines europaweiten Verbots sog. „Konversionspraktiken“ nicht die Begriffe Genderidentität und Genderausdruck aufzunehmen bzw. den Antrag abzulehnen.
Die Abstimmung der PACE-Delegierten ist bereits am 29.01.2026!

Mehr Informationen, Musterbrief und Europarat-Vertreter bei athena-forum.org (engl.),

Rückblick auf das Jahr 2025

germany 652967 kurous pixabay 2025David Allison, Sprecher von Transteens Sorge berechtigt, berichtet aus Deutschland für das internationale Publikum von Genspect über die Ereignisse des abgelaufenen Jahres.

Dieser Rückblick auf 2025 steht nun auch hier für unsere Leserinnen und Leser zur Verfügung.

Kurzfassung: Faule Dinge schreien nicht immer. Manchmal flüstern sie.

„Die Angst nimmt zu und die Gender-Ideologie wird stillschweigend in der Gesetzgebung, Medizin und den Sozialdiensten durchgesetzt, während abweichende Meinungen zum Schweigen gebracht werden. Wachsames Abwarten wird als unethisch angeprangert, Eltern bedroht, Medien schalten auf stumm."

Permanentes Binding schadet

binder selfmadeDie Verwendung eines Sport-BHs in der passenden Größe ist harmlos. Die Methoden, die viele Mädchen anwenden, um ihre Brüste möglichst vollständig zu verstecken, sind es nicht. Sie ziehen mehrere Sport-BHs in zu kleinen Größen übereinander an, verwenden Plastikfolien oder besorgen sich starke Kom­pres­sions-Binder, die für medizinische Zwecke hergestellt werden und für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen sind. Der Binder-Gebrauch gilt oft als eine der ersten Maßnahmen der Sozialen Transition, wie die Änderung der Frisur oder der Kleidung. Angesichts der körperlichen Schäden, die bereits nach relativ kurzer Verwendungszeit eintreten, muss der Binder-Gebrauch zwingend bereits als Teil der medizinischen Transition angesehen werden.

  • Triggerwarnung: Der nachfolgend verlinkte Beitrag von Maia Poet thematisiert Schäden durch Binder. Insbesondere die gezeigten Bilder können emotional belastend sein. Bitte überlegen Sie, ob Sie ihren Beitrag aufrufen wollen.

Breast Binding is a Medical Transition Intervention, Maia Poet, 28.12.2025

Es gibt keine medizinische Notwendigkeit

  • bigstock Social Security Benefits Form 152530886anorektische Menschen mit GLP-1-Analoga oder einer Liposuktion zu behandeln und auf diese Weise ihre Vorstellung von „Ich-möchte-nicht-so-fett-sein" zu bestätigen.
  • dem Wunsch von Menschen mit BID nachzukommen, die sich eine Behinderung wünschen, Beine oder Arme zu amputieren oder das Augenlicht zu zerstören.
  • genderinkongruente Menschen zu bestätigen, ihnen Geschlechtsorgane zu amputieren oder sie irreversibel durch Medikamente im Off-Label-Use zu schädigen und infertil zu machen, um dem von ihnen gewünschten Körperbild näherzukommen.

In allen 3 Fällen handelt es sich um Wünsche, die aufgrund von extrem überbewerteten Ideen entstehen, verbunden mit der realitätsfernen Imagination oder Hoffnung, dass diese irreversiblen Maßnahmen die Probleme der Betroffenen lösen, ihr Wohlbefinden dauerhaft verbessern und/oder sie glücklicher machen würden.

Warum haben immer mehr junge Menschen eine psychische Diagnose?

infinite 7846410 1280 Katamaheen pixabayDie Zahl der psychischen und psychiatrischen Diagnosen bei jungen Menschen ist in den letzten Jahren teils angestiegen, teils weiterhin auf einem anhaltend hohen Niveau DAK Kinder- und Jugendreport 2025.

In hessischen Krankenhäusern waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen 2024 bei jungen Menschen sogar der häufigste Grund für vollstationäre Aufenthalte (statistik.hessen.de).

Des Kaisers neue Kleider

Des Kaiser's neue Kleider - Brückenstraße 17, Köln © Raimond Spekking - Wikipedia CommonsWikipedia Commons ©Raimond Spekking • Brückenstraße 17 • KölnDr. Paul McHugh war lange einer der führenden Psychiater Amerikas. Er räum­te mit einigen Mythen auf, als er 2019 vor dem obersten Gerichtshof der USA zum Thema Gender-Identität befragt wurde: Aus wissenschaftlicher Sicht sei es zwar möglich, dass die Genderidentität als soziales Konstrukt nicht im Einklang mit dem biologischen Geschlecht (engl. sex) ist. Ob es allerdings hilfreich ist, bei Genderdysphorie (GD) die Wunschidentität grundsätzlich zu bestätigen, ist nicht wissenschaftlich erwiesen. McHugh verglich (im Originaltext S. 13) die affirmative Behandlung von GD mit Andersens Märchen Des Kaisers neue Kleider.

McHugh äußerte sich auch zu der These, dass Menschen ihr „Geschlecht bei der Geburt zugewiesen" würde:

„Sex is not and cannot be 'assigned at birth', despite the assertions of the AMA, APA, and Respondents. See Stephen’s Br. at 5 ('Sex assigned at birth refers to sex an infant is presumed to be at birth.'). The language of 'assigned at birth' is purposefully misleading and would be identical to an assertion that blood type is assigned at birth. Yes, a doctor can check your blood type and list it. But blood type, like sex, is objectively recognizable, not assigned. In fact, the sex of a child can be ascertained well before birth."

Darf die natürliche Pubertät in Studien blockiert werden?

iStock 2216468880Seit 2024 ist in England die Pubertäts­blocker­behandlung bei Jugendlichen gesetzlich untersagt, nachdem die Evidenzlage als unzureichend, inkonsistent und sehr unzureichend eingeschätzt worden war. Leider ließ Hilary Cass eine einzige legale Ausnahme zu: den Einsatz unter kontrollierten Studienbedingungen. Offen ist, ob das ein Zugeständnis an Pro-Trans-Gruppierungen wie Mermaids war, da die Genehmigung durch die Ethikkommission unwahrscheinlich schien. Nun wurde in England eine neue Studie namens Pathways angekündigt, in der Experimente mit Pubertätsblockern an Teenagern legitim eingesetzt werden sollen – und das trotz folgender Versäumnisse bzw. Unterlassungen:

  • seit Jahrzehnten wurden Pubertätsblocker weltweit nicht zugelassen (Off-label-Verwendung),
  • es wurden keine Tierstudien durchgeführt,
  • die vorhandenen Daten von ca. 9.000 im GIDS (NHS) behandelten Jugendlichen des letzten Jahrzehnts wurden bisher nicht ausgewertet und
  • Einrichtung eines Gesundheitsdienstes für die Versorgung der wachsenden Gruppe Detransitionierter oder Ex-Trans.

Kritiker sind überzeugt, dass die Studie so konzipiert ist, dass sie keine neuen Erkenntnisse bringen wird, aber weitere Kinder schädigt. Sie halten sie daher für überflüssig.

Proposed NHS puberty blocker trial - An Open Letter from Genspect to Dr Hilary Cass, Genspect, 03.12.2025

Will the new puberty blocker trial put children at risk? H. Barnes, 05.12.2025

❗Keir Starmer facing growing rebellion as MPs issue major trans demand, GBN, 09.12.2025

Blinde Flecken in den Medien

„Schnitt“-Fehler, Manipulation. Unausgewogenheit oder Agenda? In England wird gerade über die Unparteilichkeit der BBC diskutiert, nachdem The Telegraph eine Liste mit Kritik an der Berichterstattung veröffentlicht hatte, die auch die „Pro-trans-Agenda“ des Senders anspricht. Im Kontext dieser Ereignisse stehen jetzt mehrere aktuelle Aufrufe und Statements von genderkritischen Institutionen und Persönlichkeiten, die der BBC Einseitigkeit und man­geln­den Kinderschutz beim Thema Genderinkongruenz/-dysphorie vorwerfen.

Das sagt BBC zu den Manipulationsvorwürfen, 20 Min, 06.11.2025

'Our children are trans. We blame the BBC', YT, The Telegraph, 05.12.2025

HHS-Review of Evidence and Best Practices zu U18 Genderdysphorie

HHS Review – TitelblattDas Gesundheitsministerium der USA veröffentlichte am 01. Mai 2025 (peer-reviewte Fassung am 19.11.2025) den HHS-Gender Dysphoria Report – eine Bestands­auf­nahme und Bewertung der internationalen Forschungs­lage zur Behandlung genderdysphorischer Minderjähriger. Wie alle systematischen Reviews zu diesem Thema zuvor wurde auch hier festgestellt, dass die Belege für die „medizinische Notwendigkeit“ von invasiven Transitions­be­hand­lun­gen, wie Pubertätsblockern, Hormonen oder sogar Operationen von sehr geringer Qualität sind. Dagegen ist die Evidenz für die Schäden weniger unsicher. Das heißt, die Besorgnis bezüglich der sog. gender-affirmativen Versorgung ist berechtigt, weil die wissenschaftliche Grundlage dafür fehlt. Laut diesem Bericht sollten sich Gesundheitsdienstleister weigern, entsprechende medizinische Eingriffe anzubieten. Und es gibt derzeit keinen internationalen Konsens über bewährte Verfahren für die Behandlung von genderdysphorischen Minderjährigen.

„The Review is intended for policymakers, clinicians, therapists, medical organizations and, importantly, patients and their families."

Treatment for Pediatric Gender Dysphoria: Review of Evidence and Best Practices (Gender Dysphoria Report), GovDHH, 19.11.2025, Pressemitteilung des HHS vom 19.11.2025

We wrote the HHS review on treatment for minors with gender dysphoria. We hope our critics actually read our report, statnews, Stellungnahme von allen 9 Autorinnen, 08.12.2025

Wie können Eltern von transidentifizierten Teens &Twens besser unterstützt werden?

AdobeStock 1414871839Um Erkenntnisse zu dieser Frage zu gewinnen, hat ein französisches Autor­In­nen-Team, zu dem auch Prof. Céline Masson gehört, Erfahrungen und Wahrnehmungen analysiert, die Eltern (vorwiegend Mütter) von transidentifizierten Kindern niedergeschrieben haben. Mütter und Väter hatten diese Briefe bzw. E-Mails unaufgefordert an das Observatoire la Petite Sirène (OPS) geschickt.

Transidentification in Adolescents and Young Adults: Understanding Parental Concerns to Improve Psychological Support for Families, Clinical Case Report, 25.08.2025

Pubertätsangst bewältigen helfen, statt Teenager zu pathologisieren

AdobeStock 300350554 mit PersonTransidentität stellt für vulnerable Jugendliche häufig eine Strategie dar, mit der sie ihre Ängste in Bezug auf das Erwachsenwerden bewältigen wollen. Die Identi­fikations­schablone trans* bietet ihnen Fluchtmöglichkeiten vor Unbekanntem in eine glitzernde, heil erscheinende Welt ohne Probleme oder auch ein Festhalten an der als „wundervoll“ erlebten Kindheit. Problematisch wird trans*, wenn damit Forderungen nach medizinischen Maßnahmen verknüpft werden. Zwei interessante Vorträge beleuchten die Rolle, die Psychotherapie in der Behandlung von Teens&Twens mit Gender-Notlagen zukommen kann.

Die Angst vor dem Erwachsenwerden

tanya trofymchuk uvSmfrScqX0 unsplash 800cDie französischen Klinikerinnen Prof. Céline Masson (Psychoanalytikerin) und Caroline Eliacheff (Kinderpsychiaterin, Psychoanalytikerin) sind zusammen mit einigen Co-AutorInnen der Überzeugung, dass Genderdysphorie und -inkongruenz als Begriffe bei Jugendlichen unpassend sind und überdacht werden müssen. Sie schlagen daher eine neue Terminologie vor: L’ANGOISSE DE SEXUATION PUBERTAIRE – ASP. Im Deutschen könnte es heißen: „Die Angst vor dem Erwachsenwerden“. Das Phänomen, das seit 2018 auch als ROGD bezeichnet wird, dürfte kaum auf einer angeborenen Transsexualität beruhen, da es sich erst in der Pubertät (überwiegend bei ♀) zeigt, oft vorübergehend ist und deutlich andere Ausprägungen hat als bei den früher bekannten typischen Gruppierungen (Kleinkinder und ältere Männer). Die Mehrheit der im DSM-5 enthaltenen Kriterien erweist sich für Adoleszente und junge Erwachsene als unzutreffend und besitzt überdies keinen prädiktiven Wert, sodass bei Jugendlichen allenfalls nur von „momentan transidentifiziert“ gesprochen werden kann.

Angoisse de Sexuation Pubertaire – ASP, C. Masson u. a., 06.05.2024

Finnland: Evidenzbasierte GD-Behandlung etabliert

juho luomala kgD15UrkOm0 unsplashProf. Riittakerttu Kaltiala ist die weltweit sehr bekannte leitende Jugendpsychiaterin in Finnland. Sie ist sowohl in der Praxis tätig, als auch in Lehre und Forschung. Nachdem sie 2023 in einem Magazin-Beitrag die Entwicklung der Behandlung genderdysphorischer Teenager in Finnland geschildert hat (s. u.), erläuterte sie kürzlich in einem wissenschaftlichen Beitrag, wie und warum eine evidenzbasierte Behandlung seit 2019 bei Genderdysphorie in Finnland etabliert wurde. Trotz der Kehrtwende gibt es aus Finnland keine Katastrophenberichte über gestiegene Suizidfälle oder andere unerwünschte Folgen.

Medical gender reassignment in minors – why are we cautious in Finland? R. Kaltiala, 23.07.2025

Ist Affirmation-Only die richtige Reaktion auf Trans*?

bigstock Radial Gauge Scale From Red To 321455170Als Gedankenexperiment und Ausprobieren des Gender- bzw. Geschlechtsausdrucks im Rahmen des Erwachsenwerdens ist die Transidentifikation bei Jugendlichen erklärbar. Allerdings wird es problematisch, wenn auch das Streben nach medizinischer Transition (in Form von PB, CSH und OPs) im Rahmen der sog. gender-affirmativen Versorgung als „normal und gesund“, die Transidentifikation selbst als „angeboren“ und feiernswert gilt. Selbst viele Behandler halten die sog. trans-affirmative Versorgung für sinnvoll, obwohl sie nicht die Lösung für die Probleme von Teens in der Pubertät und Twens garantiert, aber viele drastische gesundheitliche Risiken, Komplikationen, Neben- und Folgewirkungen hat.

Spätestens wenn eine psychische Notlage erkennbar ist, stellen sich Fragen, wie es dazu kam, warum keine nicht-invasiven Lösungen angestrebt werden und ob die Transidentifikation nicht eine falsche Annahme, Fiktion bzw. Erfindung, die medizinische Transition nicht die FALSCHE SCHLUSS­FOLGERUNG ist. Schließlich geht es um lebenslange Medikalisierung und schwere, irreversible, komplikationsreiche, oft folgenreiche Operationen.

SEGM-Konferenz in Berlin

Berlin Domsegm logoUnter dem Titel „Youth Gender Distress – Evidence, Etiologies, Ethics and Psychotherapy" vom 11.–14. September 2025 in Berlin brachte die diesjährige Konferenz der Society for Gender Based Medicine (SEGM) Forscher, Kliniker und Wissenschaftler aus mehr als 20 Ländern zusammen. 40 Experten aus vielen Fachgebieten beleuchteten, wie junge Menschen mit Gender­problemen verstanden und unterstützt werden können. Dadurch entstand eine tiefgründige Diskussion und Debatte. Die Konferenz wurde von der International Association of Child and Adolescent Psychiatry and Allied Professions (IACAPAP) empfohlen. David Allison, Sprecher von TTSB, der an der Konferenz teilgenommen hat, berichtet.

SEGM-Konferenzprogramm – Berlin 2025

German Support for SEGM's 2025 Berlin Conference, SEGM, 01.10.2025

Global Perspectives on Youth Gender Distress: SEGM 2025 Conference Report, IACAPAP

§ 1631c BGB gilt auch für trans-affirmative medizinische Maßnahmen

AdobeStock 527971653Die Frage, inwieweit der § 1631c BGB – Verbot der Sterilisation – für trans-affirmative medizinische Maßnahmen bei Minderjährigen relevant ist, treibt viele Eltern, aber auch einige Fachleute seit Langem um. Jetzt hat ein AutorInnen-Team von 2 Jura-Professorinnen zusammen mit Professor Veith Roessner, Kinder- und Jugend­psychiater, Hochschullehrer und Klinikdirektor in Dresden, eine kritische strafrechtliche Bewertung unter dem Thema „Transaffirmative medizinische Maß­nah­men bei Minder­jährigen als Verstoß gegen § 1631c BGB?" veröffentlicht.

Transaffirmative medizinische Maßnahmen bei Minderjährigen als Verstoß gegen § 1631c BGB? – Eine kritische strafrechtliche Bewertung, Wörner, Windsberger, Roessner, ZfIStw 5/2025

Nach der Veröffentlichung dieser äußerst differenzierten und wohlüberlegten Abwägung und Bewertung kann niemand, der in die sog. „gender-affirmative Versorgung“ involviert ist, mehr den § 1631c BGB ignorieren oder sich darüber hinwegsetzen.

Warum erstatten die GKV Leistungen, obwohl sie es nicht müssten?

AdobeStock 81092520 uaNach dem Motto „Immer wie immer“ erstatten die Gesetzlichen Krankenkassen derzeit weiterhin Leistungen für physisch gesunde Versicherte, die ihre Geschlechtsmerkmale ändern lassen wollen, obwohl die Kassen das mangels eigenständiger Rechtsgrundlage und geänderter Rahmenbedingungen gar nicht unbedingt müssten.

Schon immer wird die Kostenerstattung der Kassen zum Thema Trans-Behand­lun­gen hauptsächlich durch Gerichtsurteile geprägt. Die „Gemengelage“ wird immer undurchsichtiger. Seit mindestens 2021 schwelt das Thema weiter: Fehlende Leitlinien, geänderte Diagnosen, unterschiedliche Zuständigkeiten, schwache, aber kontrovers diskutierte Evidenzlage und eine vorgezogene Neuwahl haben zu einem Fast-Stillstand in Deutschland geführt.

Es stellen sich viele Fragen, beispielsweise ob und warum Transitionsbehandlungen weiterhin von der Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten vollständig getragen werden sollen.

UN-Sonderberichterstatterin fordert Schutz von Elternrechten

Reem Alsalem on IIEA IrelandReem Alsalem ·
Quelle: Wikimedia Commons

Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin zu „Gewalt gegen Frauen und Mädchen, ihre Ursachen und Folgen“, forderte vor Mitgliedern des Menschenrechtsrates am 08.09.2025 in Genf die Regierungen auf, Eltern nicht länger zu diffamieren, die ihre Kinder vor medizinischen Eingriffen im Zusammenhang mit einer „Transition” schützen. Reem Alsalem ist bereits im Juni für ein Verbot von U18-Transitionen eingetreten.

UN expert calls on governments to protect parents’ rights to shield children from gender ideology, 12.09.2025

Gender-affirmative Versorgung ist keine Medizin

dan meyers TMlDhxsT3wE unsplash.Das, was Mia Hughes als einen medizinischen Skandal für Canada beschreibt, gilt zu nahezu 100 % auch für Deutschland: Es handelt sich um vulnerable Teens und Twens, die unter Ängsten, Depressionen, Autismus, einfach nur ihrer Pubertät leiden oder um gendernonkonforme Homosexuelle, die sich bislang nicht wirklich mit ihrer Sexualität auseinandersetzen konnten. Sie werden von Psychologen und Psychiatern in ihrer Selbstdiagnose trans* bestätigt und immer zügiger der sog. „gender-affirmativen Versorgung“ zugeleitet, die von Endokrinologen und Chirurgen durchgeführt wird.

Breaking the Spiral of Silence on the Scandal of Gender-Affirming Care, 23.09.2025 (Video und Text)

The Disaster at McMaster

McMaster University campusMcMaster Uni – Wikimedia commonsSo lautet der Titel der Beiträge von Jesse Singal zum „McMaster-Skandal". Vermutlich auf Druck und Einschüchterung vonseiten des Transgender-Aktivismus haben Prof. Gordon Guyatt, Dr. Brignardello-Petersen und 3 weitere Beteiligte von der McMaster Universität in Ontario (Kanada) versucht, sich nachträglich von ihren Forschungsarbeiten, speziell den 3 bereits veröffentlichten systematischen Reviews (zu PB, CSH und Mastektomien vom Januar 2025), zu distanzieren. Die Hauptautorin Anna Miroshnychenko und weitere Beteiligte haben diese Erklärung vom 14.09.2025 jedoch nicht unterzeichnet.

The Disaster At McMaster, Part 1, J. Singal, 27.08.2025

The Disaster At McMaster, Part 2 – Interview mit Prof. Guyatt, J. Singal, 27.08.2025

Our Response to the SPLC, SEGM, 10.09.2025, FAQ

Pressured by Transgender Activists, Star Academic Backs Out of His Own Research, B. Ryan, 08.10.2025

Die Angst vor der Wahrheit

matthew tenbruggencate RwaIicHXZg0 unsplashDie meisten Eltern wundern sich, dass ihre transidentifizierten Teenager, so aufgeweckt oder gar erkennbar intelligent sie auch sind, keine Studien zu den Risiken von medizinischen Maß­nah­men lesen bzw. akzeptieren wollen oder über­zeugt sind, dass sie nicht davon betroffen sein werden. Auch Fragen zur medizinischen Versorgung, dem zukünftigen Lebensweg als Trans* und den aktuellen Emotionen werden in der Regel konsequent abgewehrt und verdrängt.

Der Psychiater und Psychotherapeut Roberto D’Angelo erläutert aus psychoanalytischer Sicht,

  • warum einerseits viele genderdysphorische junge Menschen vieles, vor allem auch über sich selbst, „nicht wissen wollen.“
  • warum gleichzeitig offensichtlich viele Fachleute die mit der Transidentität eines jungen Menschen einhergehenden Konstellationen nicht zur Kenntnis nehmen und nichts über die Ursachen der Notlage erfahren wollen.

Do we want to know? Roberto D’Angelo, 27.09.2024

Transition und das Autonomie-Narrativ

bigstock Infographic Template 440802185 Transweg AutonomieVulnerable Teens, die die Identifikationsschablone TRANS* für sich passend finden, erfahren auf dem Transitionsweg Kontrollverluste, Zwänge und Einschränkungen ihrer freien Entscheidungen. Wir haben eine Infografik entwickelt, die verdeutlichen soll, dass es sich oft nicht um freie Entscheidungen handelt, wenn junge Menschen auf ihrem Transitionspfad weitere Maßnahmen anstreben. Es gibt Abhängigkeiten und Zwangsläufigkeiten, die wenig mit Autonomie zu tun haben.

Drastische Risiken von Östrogen zur Feminisierung von ♂

shutterstock 718696084Die zur Feminisierung von transidenten ♂ angewandten supra­physio­logi­schen Östrogendosen entfalten ihre Wirkung bei weitem nicht so rasch wie Testosteron bei der Maskulinisierung von transidenten ♀ und sind zudem weniger umfassend. Aktuelle systematische Reviews haben die Evidenz für einen Nutzen in Bezug auf die Linderung der Genderdysphorie als gering oder sehr gering bewertet, während die langfristige Anwendung von Östrogen mit beträchtlichen Risiken verbunden ist. Junge Menschen nehmen diese Erkenntnisse zumeist nicht gerne zur Kenntnis, priorisieren sie gering und/oder gehen leichtfertig davon aus, nicht betroffen zu sein.

Emerging and accumulating safety signals for the use of estrogen among transgender women, L. Schwartz u. a., 12.06.2025

Fragmentierte Trauer verstehen

bigstock 79438414Die Trauer, die Eltern und Geschwister eines Kindes empfinden, das Opfer einer jugendlichen Transgender-Identifizierung geworden ist, ist eine einzigartige und facettenreiche Form der Trauer, die sich nicht eindeutig in herkömmliche Kategorien einordnen lässt. Angesichts ihrer besonderen Merkmale verdient diese Art der Trauer einen spezifischen Namen und eine gründliche Beschreibung, um ihre Komplexität und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf Familien anzuerkennen. Our Duty bezeichnet diese anhaltende, vielschichtige und mehrdeutige Dunkelheit als „Fragmentierte Trauer“.

Es ist notwendig, dass psychologische Fachkräfte und die Gesellschaft insgesamt diese speziellen Erfahrungen der Trauer von Betroffenen verstehen, damit die benötigte Unterstützung und Rücksichtnahme gewährleistet werden kann.

Fragmented Grief

Pubertätsblockade wird durch fragwürdige NL-Studie verharmlost

feyza yildirim RCVydn9qo 4 unsplash800Mitte Juni 2025 wurde eine niederländische Studie veröffentlicht, die behauptet, dass die 70 Personen, die ihre medizinische Transition zwischen 1998 und 2011 in der Amsterdamer Genderklinik mit der Pubertätsblockade begonnen hatten (s. auch NL-Studie von 2011), keine negativen Auswirkungen auf ihre sexuelle Funktion im Erwachsenenalter (Ø 29 Jahre) haben. Die Presseerklärung der Amsterdamer Genderklinik lautet:

Puberty blockers do not cause problems with sexual functioning in transgender adults, 17.07.2025

Ähnlich großtönend kursierten Meldungen zu dieser Studie anschließend in den deutschen Medien, wie im Dt. Ärzteblatt. Die Tagesschau setzte immerhin ein Fragezeichen hinter die Überschrift.

Prof. Dr. Florian Zepf (Jena), aber auch die Society for Gender Based Medicine kritisieren die Studie wegen diverser methodischer und qualitativer Mängel als nicht vertrauenswürdig.

Iatrogene Genderdysphorie und iatrogene Schäden der Gender-Affirmation

AdobeStock 1503100162Es gibt etliche biologische, psychologische und soziale Faktoren, die für den in den vergangenen Jahren unerwartet starken Anstieg der Fälle von Genderdysphorie (DG) bei Jugendlichen (insbesondere ♀) und jungen Erwachsenen verantwortlich sein können. In der frühen sozialen und medizinischen Transition im Rahmen des Modells der gender-affirmativen Versorgung liegen nach Prof. Dr. Zeki Bayraktar (Istanbul Medipol University) weitere Gründe. Er spricht von „iatrogener Genderdysphorie“.

Darüber hinaus diskutiert er die „iatrogenen Schäden", die während und durch medizinische und chirurgische Transitionsprozesse auftreten.

Iatrogenic Gender Dysphoria and Harm Cycle in Gender Affirming Care, Z. Bayraktar, 27.03.2025

Was bedeutet die Forderung nach medizinischer Transition?

liza pooor rdpl9SUoxkY unsplash cEs gibt sehr unterschiedliche Sichtweisen, was Transsexualität bzw. -identifikation bedeutet, ob sie angeboren oder erworben, manifest oder vorübergehend ist und welche Behandlungsmethoden wirklich sinnvoll und ethisch sind.

Häufig finden sich trans-affirmative Versorger, die die Selbstdiagnose der Betrof­fenen unhinterfragt übernehmen und ihren Forderungen und Wünschen nach Veränderungen des Körpers nachkommen, indem sie entsprechende Indikationen formulieren und Dienstleistungen anbieten. Sie sprechen dabei paradoxerweise von „Indikation“ und „medizinischer Notwendigkeit“, obwohl Trans­identifi­kation/Trans­sexualität/Gender­inkon­gruenz/-dysphorie nicht mehr pathologisch betrachtet werden soll.

Parallel dazu formulieren etliche erfahrene PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen, die intensiv mit Transitionierten und Detransitionierten gearbeitet haben, ganz andere Schlussfolgerungen, wie Stella O'Malley:

The drive to transition is rooted in unresolved mental illness. Clinicians best serve trans-identifying patients not by affirming a medical pathway, but by addressing the underlying psychological distress with honesty, insight, and compassion.“

Wenn das Verlangen nach einer medizinischen Transition aus einer ungelösten psychischen Erkrankung resultiert, muss anders behandelt werden als durch Bestätigung und Veränderung des körperlichen Erscheinungsbildes.

Understanding the Drive to Medically Transition as a Mental Illness, S. O’Malley, 09.07.2025

Exzessiver Medienkonsum kann die psychische Gesundheit gefährden

bigstock 126478076Der erste iPod kam 2001 auf den Markt, das erste iPhone 2007. Seit der Generation Z wachsen alle Jugendlichen mit dem Internet und den eigenen Kommunikationsgeräten auf. Sie kennen kein Leben ohne Smartphone – haben nie ein Münztelefon benutzen oder einen Routen- oder Fahrplan ausdrucken müssen. Der jederzeit verfügbare Zugang zum Internet hat dazu geführt, dass wir fast alle mittlerweile abhängig von unseren Geräten geworden sind. Laut einer DAK-Studie (2024) zeigt mittlerweile ein Viertel der Jugendlichen eine riskante oder pathologische Mediennutzung, ein Teil davon ist regelrecht süchtig.

Wachsende Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen: Experten zeigen sich besorgt, Dt. Ärzteblatt, 12.03.2025

Weiterbildung:

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in einer digitalen Welt, Kompetenzzentrum Public Child Mental Health, 22.09.2025

Entscheidung US-Supreme Court vs. Skrmetti*) (Tennessee)

Seal of the United States Supreme Court - Wikimedia CommonsWikimedia CommonsDer Supreme Court der USA hat mit 6 zu 3 Stimmen entschieden, dass ein Gesetz des Bundesstaates Tennessee, das bestimmte medizinische Behandlungen für transgender Minderjährige verbietet, verfassungs­konform ist und „nicht der verschärften Prüfung gemäß der Gleichbehandlungsklausel des 14. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten unterliegt sowie die Anforderungen einer rationalen Grundlage erfüllt.“ Das Gesetz in Tennessee bleibt daher bestehen. Das Urteil bedeutet, dass Bundesstaaten das Recht haben, die Praxis der „medizinischen Versorgung" von gender­dysphorischen/-inkongruenten Minderjährigen zu regulieren. Für die Gesetze der anderen 27 US-Bundesstaaten, die seit 2021 medizinische Transitionsbehandlungen einschränken oder verbieten, gilt das Urteil ebenso.

United States v. Skrmetti, scrotusblog, 18.06.2025, Urteil

*)Jonathan Skrmetti war in diesem Fall der Anwalt für Tennessee.

Australien: Urteil will die Zukunft des Kindes offen halten

Update zum ursprünglichen Beitrag vom 14.04.2025:

bigstock Deprivation Of Parental Rights 266902996Anfang Juni 2025 wurde einem Antrag der Zeitung „The Australian” stattgegeben, die Anonymisierung im Familiengerichtsurteil zum Fall „Devin" teilweise aufzuheben. Bei der im Prozess als „Associate Prof. L.“ angehörten Expertin handelt es sich um Australiens einflussreichste gender-affirmative Ärztin Dr. Michelle Telfer, Chefärztin am Royal Children's Hospital in Melbourne und frühere AUSPath-Präsidentin. Die Aufhebung wurde damit begründet, dass ein bedeutendes öffentliches Interesse an der Transparenz von Praktiken renommierter Einrichtungen bestehe und Telfer eine zentrale Rolle in der Gender-Medizin spiele.

Der Richter hatte im Prozess u. a. kritisiert, dass die Klinik den gender-non-konformen Devin während der 6-jährigen Behandlung nicht umfassend untersucht hatte, die Diagnose erst kurz vor dem Gerichtsverfahren erfolgte und ausschließlich Pubertätsblocker als ersten Schritt einer lebenslangen Medikalisierung angeboten wurden.

„Michelle Telfer advocated for the mother who wanted to commence puberty blockers for her son, while the father argued his son was gender-exploratory, not gender dysphoric and was concerned that medicali-zation was potentially harmful."

Judgement Day - A judicial spotlight falls on Australian gender clinics, J. Nabben, 20.06.2025

Urteilsbegründung, Federal Circuit and Family Court of Australia, 03.04.2025,  (autom. Übersetzung)

Erwachsenwerden ohne Pubertät?

Es klingt verrückt, ist aber die Realität: Eltern müssen sich in Deutschland vehement ver­teidigen, wenn sie nicht damit einverstanden sind, dass ihr Kind auf Pubertäts­blocker ge­setzt werden soll. Sie werden genötigt, Widerstand gegen abenteuerliche Argumentationen trans-affirmativer Behandler und Berater zu leisten, die überzeugt sind, das Akzeptieren der natürlichen Pubertät sei aufgrund einer Gendernotlage „keine neutrale Option", eine Zumutung, lebensgefährlich. Stattdessen soll – alternativlos – die Pubertät durch Kastrations-Medikamente (die freundlichere Bezeichnung ist Pubertätsblocker) gestoppt oder bei nachfolgenden Cross-Sex-Hormonen komplett verhindert werden. Als Eltern fragen wir uns, ob den trans-affirmativen Behandlern hier nicht der Überblick über medizinische und speziell neurowissenschaftliche Erkenntnisse fehlt und ob sie ihrer Verantwortung den genderdysphorischen Teenagern gegenüber, die in einer Notlage sind, gerecht werden?

MoU to Protect the Role of Pubety in Adolscence

No more experiments on children, O'Malley, 22.06.2025

Wer medizinisch transitioniert, sollte den Doping-Skandal kennen

bigstock 291431719Paul Steger, Doktorand der empirischen Wirtschaftswissenschaften (Uni Mannheim), nennt den ostdeutschen Doping-Skandal eine „tragische Blaupause für die gesundheitlichen Auswirkungen von Testosteron auf den weiblichen Körper“. Viele gesundheitliche Risiken der als gender-affirmativen Versorgung bezeichneten medizinischen Transition müssten eigentlich nicht unbedingt weiter erforscht werden, sie können den Studien und Berichten entnommen werden, die mittlerweile zum ostdeutschen Doping-Skandal vorliegen.

Doped then, transitioned now, Paul Steger, 26.05.2025

CHH – Das Nachholen der Pubertät gelingt nur teilweise

tubes 3857899 1280 Belova59 pixabay cCHH (Congenital hypogonadotropic hypogonadism) ist eine seltene genetisch bedingte endokrine Störung, die durch eine fehlende Pubertät und Unfruchtbarkeit charakterisiert ist. Die Sex-Ratio ist 2-5♂ : 1♀. Bei CHH produziert die Hypophyse nicht die zur Auslösung der Pubertät notwendigen Hormone (GnRH), was dazu führt, dass Jugendliche körperlich und emotional im kindlichen Zustand bleiben, während sich die Altersgenossen weiterentwickeln. Wenn diese Genmutation in der Familie nicht bekannt ist, erfahren betroffene Menschen oft erst im späten Pubertätsalter davon, weil ihr Entwicklungsstillstand den Rahmen eines „Spätzünders“ sprengt. Die medikamentöse Ersatztherapie mit GnRH und Hormonen kann die Entwicklungsverzögerung nicht vollständig beseitigen und hat weitere Folgen.

Psychosexual Development in Men with CHH on Long-Term Treatment: A Mixed Methods Study, A. Dwyer, u. a., 2014

Kritik von SEGM an der S2k-Leitlinie

bigstock Curved screen 58164854Die Society for Evidence Based Gender Medicine hat die 2025 veröffentlichte Version der S2k-Leitlinie für die Diagnose und Behandlung von Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter analysiert und hält sie für nicht vertrauenswürdig. Trotz des etwas vorsichtigeren Tons im Vergleich zum Entwurf 2024 ist sie weiterhin nicht-evidenzbasiert, ebnet aber den Weg für anhaltend unangemessene Transitionen von Jugendlichen und lässt sog. genderunzufriedene Teenager ohne Empfehlung im Stich.

German Guidelines for Diagnosis and Treatment of Gender Incongruence and Gender Dysphoria of Childhood and Adolescence, SEGM, 26.03.2025 (jetzt auch als – deutsche Übersetzung)

Nachgedanken zu Fallbeispielen der neuen „trans*“-Leitlinie

portrait 6133868 Victoria Borodinova pixabay turboEltern mit fachlichem Hintergrund: „An manchen Stellen der beiden Fallbeispiele (S. 107-109) im Kapitel 'Assoziierte psychische Auffälligkeiten und Gesundheitsprobleme bei Kindern und Jugendlichen mit Geschlechts­inkongruenz und Geschlechtsdysphorie' der neuen S2k-Leitlinie gab es Anlass, innezuhalten und darüber nachzudenken, was uns da erzählt wird …
Und Fragen zu stellen über Dinge, die unklar bleiben.”

S2k-Leitlinie: Es bleibt bei Pest und Cholera

away 1991860 1920 Gerd Altmann pixabay nichts affirmationDie S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie im Kindes- und Jugendalter: Diagnostik und Behandlung wurde am 07.03.2025 veröffentlicht. Wie angekündigt, zementiert sie den bisherigen Affir­mation-Only-Trend für D-A-CH, Alternativen werden nicht diskutiert oder empfohlen. Das fühlt sich für viele betroffene Eltern weiterhin an wie die Misere der Art „Pest oder Cholera“ – sehr bedauerlich.

Der Streit um die Behandlung von ‚Transkindern‘ und ein rätselhaftes Rechtsgutachten, A. Kröning, Die Welt, 14.03.2025 (MSN)

2025 German Guidelines for Diagnosis and Treatment of Gender Incongruence and Gender Dysphoria of Childhood and Adolescence, SEGM, 18.03.2025

S2k-Leitlinie – Welche Reaktionen und Proteste gibt es?

bigstock Vector Infographic timeline 129699308Am 07. März 2025 wurde die S2k-Leitlinie „Geschlechts­inkongruenz und Geschlechts­dysphorie im Kindes- und Jugendalter: Diagnostik und Behandlung“ nun veröffentlicht. Es handelt sich um ein schwer handhabbares Dokument mit einem Umfang von 425 Seiten & 130 Seiten Leitlinien-Report. Auch die Professoren-Kritik am Leitlinienentwurf (111 Seiten) wurde wiederum „kommentiert“.

Zwei Fachgesellschaften haben die S2k-Leitlinie nicht konsentiert (DGU, DGSMP), eine dritte, die DGPPN, hat nur teilweise konsentiert, die Schweiz (SGKJPP) zögert noch. Die Leitlinie enthält viele Sonder-Voten.

Till Amelung fasste seine ersten Eindrücke vom Inhalt der Leitlinie bereits in einem Beitrag zusammen: „statt einer praxistauglichen Leitlinie ist sie zuvörderst ein Dokument ideologischer Borniertheit“.

Neue Transkinder-Leitlinie ist da – das Ergebnis ist ein Skandal, T. Amelung, 08.03.2025

Um den Überblick zu behalten, hat TTSB die Reaktionen, Proteste und Ereignisse, die seit März 2024 auf die Vorstellung des Entwurfs der S2k-Leitlinie folgten, auf einer Zeitleiste dargestellt.

Wenn Expertenkonsens nicht zur Evidenz passt

PyramideEvidenzpyramideSowohl bei den letzten Empfehlungen der WPATH (2022) als auch bei der AWMF-Leitlinie für D-A-CH „Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie im Kin­des- u. Jugendalter – Diagnostik und Behandlung“ (2025) kam es zur gleichen Vorgehensweise: Als evidenzbasierte Leitlinie geplant, wurde daraus schließlich doch lediglich ein konsensbasiertes Papier. Das bedeutet niedrige Aussagesicherheit der Empfehlungen bei hoher Fehleranfälligkeit Evidenzpyramide.

In einigen Ländern wie England, Schweden und Finnland lief es anders. Das bedeutet, dass auf der Basis derselben internationalen Studienlage und vor allem den neueren Meta-Studien unterschiedliche Schlussfolgerungen gezogen werden.

Sallie Baxendale gibt einige Hinweise, warum gar nicht so selten ein Expertenkonsens trotz widersprechender Evidenz lange maßgeblich ist und Praktiken aufrechterhält, die unwirksam, schädlich oder sogar tödlich sein können.

How to be a Better Doctor: Recognizing How Cognitive Biases Shape – and Distort – Clinical Evidence, S. Baxendale, 18.02.2024

Soziale Transition in der Schule

AdobeStock 630474101Was ist Soziale Transition und was ist es nicht?

Was ist Soziale Transition in der Schule?

Was ist daran problematisch?

TIN* in der Schule

chalk 4829602 1280m ming pixabay cIm Schulbereich kommen mittlerweile neue Direktiven von oberster Stelle zum Thema TIN* heraus. Ein Beispiel ist die „Handreichung“ von Anfang 2025 aus dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz mit dem Titel Handreichung Trans*, Inter*, nicht-binär – Akzeptanz und Inklusion geschlechtlicher Vielfalt und Identität in der Schule.

Vielfalt, Akzeptanz, Inklusion, Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, Menschenwürde und das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung werden betont, d. h. auch Schule überschreibt nun offensichtlich den Geschlechtseintrag durch die subjektive Geschlechtsidentität.

Sie geben uns Eltern die Schuld

bigstock Unhappy sad man 350354419Beitrag eines anonymen Elternteils, Erstveröffentlichung auf PITTparents (Parents with Inconvenient Truths about Trans):

„Auch wenn fast täglich mehr über die Gefahren der Gender-Ideologie und den Schaden, den sie bei vulnerablen, homosexuellen und autistischen Teenagern und jungen Erwachsenen anrichtet, bekannt wird, werden immer noch die Eltern beschuldigt.

Wir sind die Eltern, die alles getan haben, um unsere Kinder vor den Schäden der 'gender-affirmativen Versorgung' zu schützen, vor den Medikamenten, den Operationen und den Gefahren des Lebens einer Lüge. Wir haben darüber geschrieben. Wir haben in Podcasts gesprochen. Wir haben uns an Behörden und Abgeordnete gewandt. Wir haben an jeden appelliert, der uns zuhören wollte. Unsere Bitten stießen auf taube Ohren. Aber während wir ignoriert wurden, wurden wir irgendwie auch beschuldigt."

Bundestagsreden zu medizinischen Transitionsmaßnahmen bei U18

bigstock Hands Holding Signs 418471483Am 31.01.2025 fand eine 40-minütige Debatte im Parlament des Dt. Bundestages statt, in der es um Themen wie „Schutz von Kindern und Jugendlichen mit Ge­schlechts­dysphorie vor geschlechts­angleichenden medizinischen Eingriffen“ und frühkindliche Sexualaufklärung ging. Die Debatte kann als interessante Ergänzung zu den Wahlprogrammen und -veranstaltungen in diesen Wochen betrachtet werden.

Erhebliche Unsicherheit – Neue Metastudien zu med. Transitionsmaßnahmen

bigstock Background concept wordcloud i 15003773 5Ein kanadisches Forscherteam von der McMaster Universität Ontario hat die Ergebnisse neuer Metastudien zu Pubertätsblockern (PB), maskulinisierenden bzw. feminisierenden Hormonen (CSH) sowie Mastektomien in der Genderdysphorie-Behandlung bis zum Alter von 26 Jahren vorgestellt. Die neuen Metastudien zu PB und CSH bestätigen die Resultate bisheriger systematischer Reviews wie Cass-Review (Taylor, 2023), NICE 2020a, Zepf (2024) und Ludvigsson (2023).

Rückblick auf das Jahr 2024

2024 reviewEltern mussten mit Empörung zusehen, wie die „Ampel“-Koalition in diesem Jahr das Selbstbestimmungsgesetz verabschiedete und sich die medizinischen Fachgesellschaften auf eine Leitlinie für eine gender-affirmative Behandlung von Minderjährigen einigten. Es bleibt nur zu hoffen, dass Wissenschaftsorientierung und der gesunde Menschenverstand wieder mehr in den Vordergrund rücken.

Sport in Deutschland: Siegt Ideologie über Fairness und Gesundheit?

bigstock Blurred Of Woman Hands Raised 230654596Am 12. April 2024 hat der Deutsche Bundestag das umstrittene Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet. Jeder kann nun einmal im Jahr seinen Geschlechtseintrag ohne Gutachten offiziell ändern, das gilt auch für Kinder. Jugendliche ab 14 Jahren ändern ihn mit Zustimmung der Eltern oder per Umweg über ein Familiengericht. Für Sportverbände und Vereine ist das eine große Herausforderung, genau genommen sogar eine Zumutung. Sie sollen lösen, was der Gesetzgeber offengelassen hat. Doch was hat sich in den vergangenen Jahren bereits zum Thema Transidentitäten im Sport getan? Wie weit wurden Satzungen und Ordnungen bereits geändert? Wird „Geschlecht“ im Sport noch als binär definiert?

Bedenken von Eltern sind ein Beweis von klarem Denken, nicht von Transphobie

bigstock Mediator Or Family Counsel Wit 440490119Das ist nach unserer Erfahrung der Klassiker: Eltern sind gegenüber der Gender­ideologie und den Vielfalts-Themen zumeist so lange unterstützend oder gleich­gültig, bis ihr eigenes Kind sein Geschlecht/Gender infrage stellt oder ändern will. Dann erkennen sie den Unterschied zwischen „Trans* in der Welt“ und Trans* in der eigenen Familie. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich vieles. Kritische Eltern bekommen Angst, fühlen sich verraten, geraten selbst in eine Krise, haben den Eindruck, politisch plötzlich „heimatlos“ zu sein. Ihr Umfeld verlangt zumeist von ihnen, ihr Kind umgehend zu bestätigen und in seiner Transition zu unterstützen. Darunter können auch langjährige Freundschaften sehr leiden oder zerbrechen.

Dr. Stephen Levine, erfahrener klinischer Professor für Psychiatrie, kennt die Situation von ROGD betroffener Eltern seit vielen Jahren. Sein Vortrag hieß in Lissabon (09/2024) „The DARK Reality for Parents of Trans Identified Kids“.

„Don't panic over your concerns. Share the concerns, right? Their concerns are evidence of clear thinking about the life cycle. That's not transphobia. That's clear thinking. Parents' Concers will soon be the Young Person's Concerns."

The DARK Reality for Parents of Trans Identified Kids, Stephen B. Levine, YT, 09/2024

Das Erinnerungs-Dilemma

AdobeStock 8439540Wer kennt es nicht? Seit unsere Teenager ihr Gender/Geschlecht infrage stellen, erinnern sie ihre Kindheit anders als wir Mütter und Väter, die ihr Leben bisher begleitet haben. Eltern ziehen oft Kindheitsfotos und ‑videos zurate und sie befragen Bekannte und Verwandte. Dennoch wird ihnen nicht unbedingt geglaubt, während ihre Kinder fast immer bestätigt werden.

Frailties of Memory: Implications for Therapists Treating Gender Dysphoric Youth, Ch. K. Moruzi, J. Lawler, 21.10.2024

Neuseeländisches Gesundheitsministerium mahnt zur Vorsicht bei PB

flag 2395523 gonta65 pixabayNachdem das neuseeländische Gesundheitsministerium 2022 die Behauptung, Pubertätsblocker seien „sicher und reversibel“ von seiner Website ver­schwin­den ließ, brachte es jetzt eine lang angekündigte Evidenzübersicht und Stellungnahme zu Pubertätsblockern heraus. Der Bericht bestätigt die Ergebnisse der bisher international bekannten systematischen Reviews.

Impact of Puberty Blockers in Gender-Dysphoric Adolescents: An evidence brief, 21.11.2024

Was hilft? Was schadet?

BehandlungsrichtungenInternational herrscht Uneinigkeit unter den Experten, welche die beste Vorgehensweise ist, jungen Menschen zu helfen, die sich in einer Gender-Notlage befinden. Ein neuer Beitrag gibt einen Überblick über den Stand der sog. Gender-Medizin für junge Menschen in 13 westlichen Ländern. Deutschland ist nicht dabei.

Evolving national guidelines for the treatment of children and adolescents with gender dysphoria: International perspectives, Kasia Kozlowska u. a., 02.11.2024

Das kann allen passieren – Eltern­ent­mündigung & Realitätsverleugnung

bigstock People at therapy session 230987587Eltern, die (noch) nicht von der manifesten Transidentität ihres Kindes überzeugt sind, müssen sich oft mit vielen Stellen auseinandersetzen, um es zu schützen: mit gender-affirmativen Experten, Medien,Behörden/Jugendhilfe/-schutz, Gerichten, Politik, LGBT*-Zentren oder Beratungsstellen, aber auch Schulen.

Deutschland verabschiedet sich von der Realität: Das Selbstbestimmungsgesetz

engin akyurt MwPAI5SVcm0 unsplashDavid Allison, TTSB, zum Selbstbestimmungsgesetz: Andere Länder haben eine ähnliche institutionelle Vereinnahmung erlebt. Doch Deutschland ist weiter gegangen als viele andere, wenn es darum geht, die Transgender-Ideologie auf die Spitze zu treiben und „alle Grenzen aufzulösen“, wie es Helen Joyce in ihrer Rede auf der diesjährigen Genspect-Konferenz in Lissabon ausdrückte.

Die Ampelkoalition in Deutschland hat einen doppelten Gender-Angriff gestartet: Erstens rechtlich, indem sie das SBGG eingeführt hat. Und zweitens verwaltungstechnisch, indem sie den Weg für sozialversicherte medizinische Eingriffe auf Verlangen ohne untere Altersgrenze geebnet hat.

England: 6 Monate nach Veröffentlichung des Cass-Reviews

getty images QnziEdkhgUA unsplash cassEin halbes Jahr nach Veröffentlichung des Cass-Reviews ist in England einiges anders geworden: Pubertätsblocker sind illegal, das Tavistock GIDS wurde durch 2 neue dezentrale NHS-Dienste ersetzt, weitere werden folgen, die Überweisungsverfahren wurden überarbeitet. Dr. Hilary Cass wurde zur Baronin (Baroness Cass of Barnet) ernannt und sitzt als parteiunabhängige Adlige im House of Lords.

Der Cass Review hat eine breite parteiübergreifende Unterstützung erfahren. Wes Streeting (Gesundheitsminister) sagte kürzlich, dass ihre gründliche, evidenzbasierte Überprüfung endlich dazu geführt habe, dass „die Politik aus der Pediatrie verbannt wird“.

How the Cass Review has reshaped care for transgender children, thetimes, 18.10.2024

Trans: Genitaloperationen in Deutschland

drawing 3277946 geralt pixabayPaul Steger, Doktorand der empirischen Wirtschaftswissenschaften (Uni Mannheim), hat die öffentlich zugänglichen Destatis-Daten zu Trans-Genitaloperationen (Vagino- bzw. Phalloplastiken) zwischen 2005 und 2023 grafisch dargestellt und bewertet. Während es im Jahr 2005 lediglich 120 solcher Operationen gab, überwiegend bei Menschen im Alter über 30 oder gar 40, waren es 2023 bereits 3.075, und zwar am häufigsten in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen.

„Obwohl die Häufigkeit dieser Operationen in allen Altersgruppen zugenommen hat, sticht der sprunghaften Anstieg bei den 18- bis 25-Jährigen heraus. Von nur 8 Operationen im Jahr 2005 auf über 985 im Jahr 2023 – das entspricht einem erstaunlichen prozentualen Anstieg von 12 312 %.”

Was passiert in Europa? ‚Geschlechtsumwandlungsoperationen' in Deutschland, Paul Steger, 14.10.2024

Schlechte Wissenschaft ist schlimmer als keine Wissenschaft

Paul Stegerbigstock Customer satisfaction online 174237118, Doktorand der empirischen Wirtschaftswissenschaften (Uni Mannheim), hat eine Studie aus der Fachzeitschrift „Nature – Human Behavior“ analysiert, die behauptet, dass die „Anti-Trans“-Gesetzgebung der Republikaner zu einem Anstieg der Selbstmordversuche um 7–72 % führt. Er weist nach, dass die Studie äußerst fehlerhaft ist.

Trotzdem hat diese Studie bei Trans-Aktivisten und Medien große Aufmerksamkeit erhalten. Sie beweise, dass die sog. Anti-Trans-Gesetze zu erhöhten Selbstmordraten unter Trans-Jugendlichen führten. Jegliche Bedenken gegen eine gender-affirmative Versorgung wurden reflexartig als Förderung von Suizid bei Minderjährigen dargestellt.

Activism-based rather than evidence-based, P. Steger, 08.10.2024

GD-Behandlung U18: Wie kam es zur „Selbstkorrektur“ in Schweden banner 978907 1280 GerdAltmann pixabay SW?

AdobeStock 104839222 seDr. Sven Román, schwedischer Kinder- und Jugendpsychiater, beschreibt detailliert den aktuellen Stand zur Behandlung von Genderdysphorie (GD) in Schweden und wie die Entwicklung der Distanzierung von den gender-affirmativen Empfehlungen (nach WPATH, ES, APA, AAP, etc.) verlief. Für das fortschrittliche Land Schweden, das nicht für Transfeindlichkeit oder gar Bibeltreue bekannt ist, scheinen Wissenschaft, Vernunft sowie die Beobachtung der internationalen Entwicklung (speziell Finnland und England) bei der Neuorientierung eine wichtige Rolle gespielt zu haben.

Mittlerweile wird eine nicht invasive Vorgehensweise, d. h. psychosoziale Behandlung und gender-explorative Psychotherapie, bevorzugt, um den schwedischen Jugendlichen eine kontinuierliche Reifung und Identitätsbildung zu ermöglichen.

Selbstbestimmungsgesetz – es ist kompliziert

getty images YnPCmLPBuj0 unsplashDas ab 01.11.2024 geltende Selbstbestimmungsgesetz enthält in den § 13/14 ein sog. Offenbarungsverbot unter Strafandrohung. Es geht um die „absichtliche Offenbarung des früheren Geschlechts einer Transperson“ durch sog. Misgendern, Deadnaming oder Zwangsrouting. Probleme könnten entstehen, wenn Transpersonen allein aufgrund ihres Erscheinungsbildes angesprochen oder bezeichnet werden.

Ferner äußerte Reem Alsalem, die Sonderberichterstatterin der UN, ihre Besorgnis zum deutschen Selbstbestimmungsgesetz. Das Gesetz habe Auswirkungen durch die Vermengung von Genderidentität und Geschlecht, für die die notwendigen Schutzmaßnahmen insbesondere für Mädchen und Frauen fehlten.

Germany: Gender self-ID law fails to address implications for women and girls, says Reem Alsalem, UN, 30.10.2024

Die Chirurgen in den USA/Kanada bekommen als erste ‚Muffensausen‘

paragraph 6648625 geralt pixabay & bigstockbigstock 461244825 Die Amerikanische Gesellschaft der Plastischen Chirurgen (ASPS) ist die erste große medizinische Vereinigung in den USA, die den Konsens über die „gender-affirmative Versorgung“ von Minderjährigen infrage stellt. Jenseits des Atlantiks hatte dieser Konsens bisher allen Whistleblowern, Enthüllungen, Skandalen und sogar dem Cass-Bericht standgehalten. Allerdings werden zunehmend plastische ChirurgInnen von Detransitionierten angeklagt. Von den fast 2 Dutzend derzeit anhängigen Klagen sind mindestens 7 ASPS-Mitglieder betroffen.

Nun scheint die ASPS auszuscheren. Nachdem die ASPS bisher weder die Praxisempfehlungen der WPATH noch anderer Organisationen unterstützt, scheint sie aktuell auf der Suche nach einer evidenzbasierten Anleitung/Leitlinie für ihre Mitglieder zu sein. Die ASPS äußerte sich bei einer Stellungnahme zum WPATH-Leaks-Skandal sogar dahingehend, dass es „erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der langfristigen Wirksamkeit von chirurgischen Eingriffen an Brust und Genitalien“ gebe und dass „die vorhandene Evidenzbasis als von geringer Qualität/geringer Sicherheit angesehen wird“.

ASPS Refuses to Support WPATH Standards for Child Gender Transitions, 13.08.2024

Fehlende Information zu alternativer Behandlung kann ein Schaden sein

pexels shvets production 8413176Zu den Aufklärungspflichten vor einer medizinischen Behandlung gehören neben den Risiken grundsätzlich auch Informationen über alternative Behandlungsmöglichkeiten (BGB § 630e).

Fehlende Aufklärung über Behandlungsalternativen begründet Schadenersatz. Ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm stellt ausdrücklich klar, dass vor medizinischen Behandlungen auch über Alternativen informiert werden muss.

 

„Kommen für die Behandlung eines Patienten (hier an der Wirbelsäule) sowohl eine operative als auch eine konservative Behandlung in Betracht, ist eine umfassende Aufklärung geboten."

Das Urteil behandelt einen Fall aus einem anderen Fachgebiet, doch die Klarheit des Urteils und der Leitsätze gelten prinzipiell ebenso für die Behandlung von Genderdysphorie.

Wer nicht fragt, muss glauben

AdobeStock 63317365 hinterfragen alles glaubenWenn es um die medizinische Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Geschlechtsdysphorie geht, verzichten viele deutsche JournalistInnen bei Experteninterviews auf entscheidende Fragen.

Wir finden das unangemessen.

In einer Eigenwerbung erklärt die BBC, was im Journalismus wichtig ist: nicht nur Fragen stellen, sondern Antworten hinterfragen. Das können JournalistInnen nur dann, wenn sie sich vor einem Interview gut informieren. Wichtig ist das vor allem bei komplexen und kontroversen Themen, wie der medizinischen Behandlung von Heranwachsenden nach dem Dutch Protocol – also mit Pubertätsblockern, gegengeschlechtlichen Hormonen und chirurgischen Eingriffen. Doch selbst in Medien, die ähnlich hohe Ansprüche an sich stellen dürften wie die BBC, erscheinen zu diesem Thema Wortlautinterviews, die diesen nicht gerecht werden.

Exemplarisch zeigen wir das an einem Interview im Magazin der Süddeutschen Zeitung (6/2023) und einem im Spiegel (4/2024). Interviewpartner ist Prof. Dr. Georg Romer.

Sind die Cass-Empfehlungen für Deutschland ‚kalter Kaffee‘?

AdobeStock 79568136 800Prof. Dr. Romer, gender-affirmativer Versorger (UKM Münster, CTH) und Koordinator der geplanten Leitlinie für GD-Minderjährige, suggeriert weiterhin, dass der Affirmation-Only-Trend wie bisher verfolgt werden könne. Im Spiegel-Interview (23.04.2024) unter dem Titel „Muss sich die Therapie von trans Jugendlichen in Deutschland ändern?“ versucht er die Relevanz der Cass-Empfehlungen für Deutschland herunterzuspielen.

Die Spiegel-Journalistin hakt leider nicht nach, weil sie wenige Tage nach Erscheinen des Abschlussberichts zum Cass-Review bislang nicht sattelfest ist oder aus welchen Gründen auch immer. Wir gleichen hier die Aussagen von Prof. Dr. Romer einmal ab mit den Umsetzungsankündigungen des NHS, die auf den Cass-Empfehlungen basieren.

Offener Brief zur geplanten S2k-Leitlinie GI/GD an das BMG

bigstock A bullhorn megaphone showing 41809327Vor mehr als 7 Jahren wurde mit der Erstellung einer neuen Leitlinie begonnen. Sie soll Experten-Wissen bereitstellen zum Umgang mit Minderjährigen, die Probleme mit ihrem Geschlecht/Gender haben. Ziel waren ursprünglich Empfehlungen in der höchsten AWMF-Kategorie S3 für MedizinerInnen, Gesundheitsfachleute und Betroffene. Seit März 2024 liegt ein LL-Entwurf auf S2k-Niveau vor (AWMF-RNr. 028-01), der hauptsächlich von Fachleuten außerhalb der Leitlinien-Kommission, aber selbst von 2 der beteiligten Fachgesellschaften heftig kritisiert wird.

Wir Eltern von TTSB und ParentsofROGDKids (deutschsprachig) haben jetzt unsere Bedenken und Befürchtungen an den Gesundheitsminister (BMG) geschickt, nachdem bereits Briefe an die beteiligten Fachgesellschaften und die Bundesärztekammer vorangegangen waren.

Wir haben Zweifel, ob eine „Selbstkorrektur“ der sog. Gender-Medizin im Rahmen der „Selbstverwaltung im Gesundheitswesen" in Deutschland möglich ist oder ob zum Schutz von Minderjährigen und jungen Erwachsenen nicht doch Leitplanken erforderlich sind.

S2k-Leitlinienentwurf zu wenig überzeugend

pexels joel super 188959 823301 800Angekündigt als „Quantensprung” gerät der S2k-Leitlinienentwurf (für D-A-CH) vor der finalen Konsentierung nun auch von Expertenseite immer stärker in die Kritik. Die Dt. Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) - eine der großen medizinischen Fachgesellschaften - lehnt die S2k-Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie im Kindes- und Jugendalter“ in der Entwurfsfassung ab. Dies teilte der Präsident der DGPPN dem Vorsitzenden der Leitlinien-Kommission, Professor Georg Romer, mit.

Auch die Fachgesellschaft DGSMP (vormals DGSMTW) konsentiert lt. A. Korte den Leitlinienentwurf nicht.

Die Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie SGKJPP, die Dr. Dagmar Pauli in die Leitlinien-Kommission mandatiert hatte, schließt sich der kürzlich veröffentlichten Stellungnahme der ESCAP an und spricht sich für eine Überarbeitung des Leitlinienentwurfs aus!

Auch in der Schweiz wächst der Widerstand gegen Pubertätsblocker, NZZ, 14.06.2024

Wichtige Fachgesellschaft lehnt neue Leitlinie für Transkinder ab, T. Amelung, queernations, 07.06.2024

S2k-Leitlinie ist nicht vertrauenswürdig, 21.05.2024

Experten streiten um die richtige Behandlung von trans Jugendlichen, tagesanzeiger.ch, 10.11.2024

'Es braucht keinen Penis, um Elektrotechnik zu studieren, ...

shutterstock 533865133 800und keine Brüste für Ballett'. Trotzdem gibt es den Trend, dass immer mehr junge Menschen ihren Körper ändern wollen. Judith Blage hinterfragt in der NZZ, welche Rolle dabei Identifikationsschablonen und Stereotype spielen. Sie vermutet, dass es sich bei den aktuellen Identifikationsschablonen um Moden und Inszenierungen handelt, die für immer mehr Menschen attraktiv „für die eigene Persönlichkeit und den gesellschaftlichen Status“ geworden sind. Sie wollen ihren biologischen Körper nicht als gegebenes „Schicksal“ hinnehmen.

„Diese Identifikationsschablonen verschärfen Stereotype jedoch, statt sie aufzulösen."

Geschlechtsidentitäten gibt es nicht: Es braucht keinen Penis, um Elektrotechnik zu studieren, und keine Brüste für Ballett, NZZ, 06.06.2024

Streit über die Behandlung von GD-Teenagern

Depositphotos 141059198 800Die ZEIT greift aktuell den Disput auf, der auch in Deutschland in den vergangenen Wochen insbesondere durch den S2k-Leit­linien­entwurf, aber auch durch einige internationale Veröffentlichungen und „Enthüllungen“ angefeuert wurde. Allerdings verwundert es, dass von einem „Streit unter Medizinern“ die Rede ist, da auch PsychologInnen, TransaktivistInnen und PolitikerInnen leidenschaftlich mitmischen. Der „mitten hinein in die komplizierte Gemengelage“ veröffentlichte neue Leit­linien­entwurf (LL) mit den Behandlungs­empfehlungen – von der Kommission eifrig als „Quantensprung“ angekündigt – sorgt für „ungewöhnlich lauten Streit“.

„Inzwischen scheint unsicher, ob und wann die Leitlinie überhaupt verabschiedet wird."

Immerhin hat der Dt. Ärztetag im Mai zur Vorsicht aufgerufen und entsprechende Petitionen verabschiedet. 14 Professoren haben einen ausführlichen Kommentar zur S2k-Leitlinie verfasst, die ESCAP eine warnende Stellungnahme.

Darf man die Pubertät stoppen? Die Zeit, 05.06.2024

„Trans*"-Diagnosen: 8-facher Anstieg, aber oft vorübergehend

F64.x-Diagnosen 2013 - 2022 bei 10-24jährigen gesetzlich Versicherten in Deutschland - Anzahl pro 100.000Erstmals wurden die Diagnosen F64.x anhand der bundesweiten Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland ausgewertet. Für den Zeitraum von 2013 bis 2022 bestätigt sich der international bekannte Trend auch hierzulande. Es wurde ein Anstieg der Prävalenz von F64-Diagnosen um das 8-fache über einen Zeitraum von 10 Jahren bei gesetzlich Versicherten im Alter von 5–24 Jahren festgestellt.

Außerdem wurden die zeitliche Stabilität und die psychiatrischen Komorbiditäten ermittelt. Wer sich diese Zahlen und Fakten ansieht, muss daraus schließen, dass unsere Teenager viel Zeit und Unterstützung brauchen, um ihre psychischen Probleme zu bewältigen, nicht aber zwangsläufig die möglichst frühe medizinische Transition, wie sie in der neuen S2k-Leitlinie als Standard-Behandlung zementiert werden soll.

Störungen der Geschlechtsidentität bei jungen Menschen in Deutschland: Häufigkeit und Trends 2013-22, eine Analyse bundesweiter Routinedaten, Dt. Ärzteblatt, C. Bachmann u. a., 31.05.2024

Transgender-Diagnosen sind um das Achtfache gestiegen, FAZ, Truscheit, 31.05.2024

Trans* - und wenn ja, wie viele?

S2k-Leitlinie - Zurück zur Wissenschaft

Prof. Dr. Florian ZepfAdobeStock 519069615 plus cks-sRErS-oguq0-unsplash (Beitrag Florian Zepf - Interview Spiegel) geht es um die Versachlichung der Debatte zur Behandlung von Minderjährigen mit Genderinkongruenz bzw. Genderdysphorie. Er begründet in einem Spiegel-Interview, warum er zusammen mit 13 weiteren Kollegen eine kritische inhaltliche Kommentierung zum S2k-Leitlinienentwurf verfasst hat und eine gut ausgearbeitete wissenschaftlich fundierte Leitlinie fordert.

Nur so können wir den Bedürfnissen der betroffenen Kinder und Jugendlichen gerecht werden."

Soll man in die Entwicklung physisch gesunder Körper eingreifen? Spiegel, 24.05.2024

Gemeinsame Kommentierung des Entwurfs der neuen S2k-Leitlinie "Geschlechts­inkongruenz und Geschlechts­dysphorie im Kindes- und Jugendalter" Version v. 21.05.2024, -DE, -EN

Die S2k-Leitlinie ist nicht vertrauenswürdig

iStock 105494613 ll Trotz derselben Studienlage kommt die S2k-Leitlinie zu ganz anderen Empfehlungen als der Cass-Review-Abschlussbericht. Das erregt mittlerweile international Aufsehen. Die Society for Evidence Based Gender Medicine (SEGM) kommt außerdem aufgrund ihrer detaillierten Analyse zu dem Schluss, dass die S2k-Leitlinie die Grundvoraussetzung einer zuverlässigen, vertrauenswürdigen, evidenzbasierten Leitlinie nicht erfüllt.

The German Guidelines for Diagnosis and Treatment of Gender Incongruence and Gender Dysphoria of Childhood and Adolescence, SEGM, 20.05.2024

Die S2k-LL-Kommentierung der 14 Professoren für KiJu-Psychiatrie ist jetzt online:

Gemeinsame Kommentierung des Entwurfs der neuen S2k-Leitlinie "Geschlechts­inkongruenz und Geschlechts­dysphorie im Kindes- und Jugendalter“ Version v. 21.05.2024, -DE, -EN

Der Körper ist kein Sprechakt, FAZ. T. Thiel, 25.06.2024

Das NL-Protokoll ist eine medizinische Titanic, die auf einen Eisberg zusteuert

iceberg 6966784 NaomiBooth pixabay DutchprotocolJan Kuitenbrouwer und Peter Vasterman bezeichnen den Cass-Review-Abschlussbericht als Bombe, die schon seit einiger Zeit auf dem Weg nach unten war und „dann Mitte April explodierte“. Der Bericht ist ein schwerer Schlag für das gender-affirmative Versorgungsmodell und bedeutet möglicherweise den Anfang von dessen Ende – nicht nur in England. In der umfassenden Überprüfung der verfügbaren Forschungsergebnisse zur Genderdysphorie-Be­hand­lung war das Niederländische Protokoll (PB, CSH, OPs, PT) – der Ausgangspunkt für die Behandlung von Jugendlichen mit Gender-Problemen – als unbrauchbar beurteilt worden. Für Insider keine Überraschung bestätigte der Bericht, dass die bisherige Behandlung nicht gerechtfertigt ist, da der explosionsartige Anstieg speziell für ♀ Teenager ungeklärt ist und es zu wenig Evidenz für die Wirksamkeit gibt, stattdessen aber erhebliche Gesundheitsrisiken und irreversible Folgen.

„Kurz gesagt, es handelt sich um eine experimentelle Behandlung für ein schlecht verstandenes Leiden.”

Dutch protocol in transgenderzorg is onhoudbaar, nrc, 28.04.2024

Dt. Ärztetag fordert Vorsicht bei U18-Behandlung (PB · CSH · OPs)

BundesaerztekammerDer 128. Deutscher Ärztetag hat am 10.05.2024 einen Leitantrag zur „Behandlung einer Geschlechtsdysphorie bei Minderjährigen“ an die Bundesregierung verabschiedet. Darin wird sie aufgefordert, „Pubertätsblocker, geschlechtsumwandelnde Hormontherapien oder ebensolche Operationen bei unter 18-Jährigen mit Geschlechtsinkongruenz (GI) oder Geschlechtsdysphorie (GD) nur im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien und unter Hinzuziehen eines multidisziplinären Teams sowie einer klinischen Ethikkommission und nach abgeschlossener medizinischer und insbesondere psychiatrischer Diagnostik und Behandlung eventueller psychischer Störungen zu gestatten“.

Erst jetzt, kurz bevor das SBGG im Bundesrat auf der Tagesordnung steht, fordert der 128. Deutsche Ärztetag darüber hinaus in einem weiteren Antrag mit großer Deutlichkeit „den Bundestag zu einer Änderung des Selbstbestimmungsgesetzes dahingehend auf, dass es unter Achtzehnjährigen nicht gestattet werden darf, ohne vorherige fachärztliche kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik und Beratung Angaben zu ihrem Geschlecht und Personenstand im Personenregister vorzunehmen oder vornehmen zu lassen.“

Behandlung einer Geschlechtsdysphorie bei Minderjährigen, Antrag angenommen, 10.05.2024

„Experimentelle Medizin an Kindern“ – Ärztekammer fordert Änderung beim Selbstbestimmungsgesetz, WELT, A. Kröning, 11.05.2024

Harte Ärzte-Kritik am Selbstbestimmungsgesetz – So reagiert die Ampel, WELT, 15.05.2024

Einsatz von Pubertätsblockern und Hormontherapien stärker abwägen, Dt. Ärzteblatt, 13.05.2024

Leitlinie zur Transtherapie entzweit die Kinder- und Jugendpsychiatrie, Lenzen-Schulte, cicero, 21.05.2024

Hannah Barnes Interview mit Hilary Cass

getty images E4iG59R NJU unsplash cassEinen Monat nach der Veröffentlichung des Cass-Review-Abschluss­berichts interviewte Hannah Barnes (BBC-Reporterin und Autorin von 'Time to Think') Hilary Cass, die vor 4 Jahren eigentlich in den Ruhestand gehen wollte, um Saxofon zu lernen. Stattdessen ließ Cass sich in die Pflicht nehmen, die umfassendste Überprüfung zu leiten, die es jemals zur Gender-Versorgung von Jugendlichen gegeben hat.

Hilary Cass: “Do I regret doing it? Absolutely not“, The Cass Review author on facing her critics, and how children’s gender identity services failed to “pause for thought”, newstatesman, 08.05.2024

Eltern schlagen Alarm:
Die Patientensicherheit unserer Teenager ist gefährdet!

premium photo 1677993185886 8094e72d7432 800In einem Offenen Brief fordert Transteens-Sorge-berechtigt die Bundesärztekammer auf, die Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung“ zu stoppen. Wir halten die frühe und systematische gender-affirmative Behandlung durch PB, CSH und OPs wie sie in der Leitlinie für die Zukunft zementiert werden soll, nicht für sicher, zweckmäßig und ethisch akzeptabel, da sie aus unseren physisch gesunden Jugendlichen lebenslange PatientInnen macht und ihre Zukunft unverhältnismäßig einschränkt, ohne dass eine begründete Aussicht auf „Heilung“ der Dysphorie besteht. Behandlungsalternativen, wie sie andere Länder anbieten, fehlen ganz.

Wir halten es für unethisch, die schlechte Qualität der Evidenz anzuerkennen, dann aber dennoch – ohne Nutzen und Schaden ausreichend zu kennen – einseitig starke Empfehlungen für die medizinische Transition von Minderjährigen auszusprechen. PB- und CSH-Behandlungen sind keine trivialen, sondern lebensverändernde Eingriffe, die für unsere Teenager unsicher und möglicherweise vermeidbar sind.

Ein ♂ in einem Kleid ist etwas anderes als ein ♀ in einem Kapuzenpulli

iStock 1417099270 1000ROGDBoys ist eine neue Website, die von einer Koalition aus Eltern, Gesundheitsfachleuten, Pädagogen u. a. erstellt wurde. Es geht um die Medikalisierung von ♂ Teenagern und jungen Männern, die unter Genderidentitäts-Problemen leiden. Die Gründe dieser Bevölkerungsgruppe für ihre Identifizierung als Transgender werden oft einerseits missverstanden und andererseits zu sehr verallgemeinert. Viele Eltern beschreiben ihre ROGD-Söhne als bescheidene, verletzliche, sozial zurückhaltende Teenager, die nur einen Platz suchen, wo sie hingehören.

ROGDBoys

Kritik von 14 Professoren an der S2k-Leitlinie

worshae Llg6b41Xk6k unsplash weltNach den Eltern warnen jetzt 14 Professoren für Kinder- und Jugend-Psychiatrie in einem 112-seitigen Fachkommentar davor, die geplante S2k-Leitlinie „Diagnostik und Be­handlung von Geschlechts­inkongruenz und -dysphorie im Kindes- und Jugendalter“ zu veröffentlichen. Sie kritisieren viele fragwürdige Punkte der Leitlinie, im Vordergrund stehen die „potenziell irreversiblen, biomedizinischen Maßnahmen bei körperlich gesunden Minderjährigen“ ohne ausreichende Evidenzbasis.

Die S2k-LL-Kommentierung der 14 Professoren für KiJu-Psychiatrie ist jetzt online:

Gemeinsame Kommentierung des Entwurfs der neuen S2k-Leitlinie „Geschlechts­inkongruenz und Geschlechts­dysphorie im Kindes- und Jugendalter“ Version vom 21.05.2024, -DE, -EN

Behandlungsleitlinie für „Trans“-Kinder – Jugendpsychiater schlagen Alarm, Die WELT, 25.04.2024

Leitlinie zur Transtherapie entzweit die Kinder- und Jugendpsychiatrie, Lenzen-Schulte, cicero, 21.05.2024

Die Medikalisierung ist ein Konversionstherapie-Revival für Homosexuelle

AdobeStock 202117461 Who am I Für ALLE Teenager wäre es sicherlich von Vorteil, auch abzuwarten, bis sie herausgefunden haben, wie ihre sexuelle Orientierung ist. Kliniker wissen seit Jahrzehnten, dass sich ROGD-Teenager mehrheitlich gleichgeschlechtlich orientieren, wenn sie nicht medikalisiert werden. Das englische Gay Men’s Network nennt den Schlamassel des Tavistock-GIDS einen „in erster Linie homophoben medizinischen Skandal“, es handele sich um eine neue Form der Konversionstherapie für Homosexuelle. Abweichend vom Cass-Report fordert das GMN, auf klinische Studien bezüglich Pubertätsblocker und Hormone zu verzichten.

GMN Responce to the Final Cass Review – Towards a vision of post-gender gay rights, April 2024

ROGD – Abwarten kann für ♀ eine gute Option sein

rubber stamp 114438 geralt pixabayEltern von ROGD-Kids warnen davor, die Zahl der geschädigten Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch die gender-affirmative invasive Einheitsbehandlung in Deutschland deutlich zu vergrößern.

Drastische medizinische und lebensverändernde Interventionen sollten immer eine ‚Ultima Ratio' (letzte Option) sein und nicht die Behandlung der ersten Wahl, wie es zurzeit routinemäßig in Deutschland der Fall ist. Die Jugendlichen befinden sich in einer Krise, sind durch die Pubertät risikobereit und ihre Exekutivfunktionen (wie Entscheidungsfähigkeit) sind noch nicht ausreichend entwickelt. Sie vertrauen den ExpertInnen und nehmen praktisch jedes Angebot an, das eine schnelle Linderung ihrer Notlage verspricht, ohne lange die Vor- und Nachteile abzuwägen, die vorrangig ihre Zukunft betreffen.

Cass-Review – Abschlussbericht

Stoppen Sie die Veröffentlichung der an WPATH-SOC orientierten Leitlinie!

64838039 123rf affirmationonly 800In einem Offenen Brief fordert Transteens-Sorge-berechtigt die Vor­stands- bzw. Präsidiumsmitglieder der Fachgesellschaften, die an der S2k-Leitlinie AWMF-RNr. 028-014 beteiligt sind, sowie die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. auf, die Veröffentlichung der Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung“ zu stoppen.

Die Fachgesellschaften sollten den gerade erschienenen Abschlussbericht des Cass-Reviews als Gelegenheit nehmen innezuhalten, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu studieren, um auf dieser Basis für Heranwachsende in Deutschland eine angemessene gender-medizinische Versorgung zu entwickeln, die auf Evidenz und Wissen beruht und äußerste Vorsicht bezüglich invasiver Interventionen walten lässt.

„Lebenslange Eingriffe“ – Eltern verlangen Stopp von Behandlungsleitlinie für Trans-Kinder, Die Welt 15.04.2024

Cass Review Abschlussbericht

worshae Llg6b41Xk6k unsplash cass c2020 beauftragte die Nationale Gesundheitsbehörde Dr. Hilary Cass mit der Durchführung einer unabhängigen Überprüfung der Behandlungen Minderjähriger mit Genderdysphorie, um sicherzustellen, dass sie einen hohen Standard der Versorgung erhalten, der ihren Bedürfnissen entspricht, sicher, ganzheitlich und effektiv ist. Dr. Hilary Cass hat jetzt ihren Abschlussbericht und ihre Empfehlungen an NHS England vorgelegt. Im Rahmen des Cass Reviews wurden 8 systematische Überprüfungen der Universität York durchgeführt.

Der Abschlussbericht empfiehlt dem NHS weitreichende Änderungen in der Betreuung von Minderjährigen, die Probleme mit ihrem Geschlecht/Gender haben, wie die Aufgabe des sog. „Affirmationsmodells“ und den damit verbundenen Einsatz von Pubertätsblockern und Hormonen. Weder die Evidenzbasis konnte den Einsatz dieser drastischen Behandlungen untermauern, noch wurde das „Affirmationsmodell“ der Komplexität der Gesundheitsprobleme der Teenager gerecht. Fazit des Abschlussberichtes:

„For most young people, a medical pathway will not be the best way to manage their gender-related distress."

Cass-Review – Abschlussbericht, 10.04.2024

Gender medicine and the Cass Review: why Medicine and the law make poor bedfellows, bmj, 13.20.2024

Chilenische Elterngruppe – Webinar mit Dr. Hilary Cass – Bericht, B. Lane, 10.01.2025

Der Wunsch, ein anderes Gender/Geschlecht zu sein, ist oft vorübergehend

getty images LyZWUMTOdYY unsplashEine NL-Studie konnte zeigen, dass die Mehrheit der Teens, die den Wunsch äußerten, ein anderes Gender/Geschlecht zu sein, diesen Wunsch im frühen Erwachsenenalter nicht mehr verfolgte. Die Stichprobe umfasste knapp 2.800 Teilnehmende aus der Allgemeinbevölkerung, darunter auch jugendpsychiatrisch versorgte Personen. Zwischen 2001 und 2020 wurde über 15 Jahre lang im Alter von 11 bis 26 Jahren zu 6 verschiedenen Zeitpunkten befragt und analysiert.

Die Studie stellte einen klaren Abnahmetrend der Gender-Unzufriedenheit mit steigendem Alter fest. Gender-Unzufriedenheit trat am häufigsten bei der 1. Befragung im Alter von 11 Jahren auf und nahm bis zum frühen Erwachsenenalter ab.

Development of Gender Non‑Contentedness During Adolescence and Early Adulthood, Rawee u. a., 20.01.2024

Das Recht auf eine Offene Zukunft

stephen picilaidis BV49ACKmMtY unsplash future800In einem neuen Beitrag erweitern die Autorinnen Sarah Jorgensen, Nicole Athéa und Céline Masson, die Debatte zur Pubertätsblockade bei Genderdysphorie über klinische und ethische Aspekte hinaus um den Blickwinkel des „Rechts des Kindes auf eine offene Zukunft“. Das Prinzip der offenen Zukunft wurde von Joel Feinberg, einem amerikanischen Rechts- und Politikphilosophen, vor über 40 Jahren eingeführt und seitdem auf diverse bioethische Fragen der Pädiatrie angewendet.

Die Autorinnen kommen nach ausführlicher Diskussion der gender-affirmativen Versorgung zu der Schlussfolgerung, dass das Recht auf eine „offene Zukunft“ am ehesten damit vereinbar ist, Kinder erwachsen werden zu lassen, bevor sie mit der Transition fortfahren.

Pubertätsblockierung verursacht Hoden-Atrophie

Hoden Atrophie MayoClinicEine neue Studie der Mayo Clinic könnte entscheidend zur Schließung der Wissenslücken beim Off-Label-Einsatz von Pubertätsblockern im Zusammenhang mit Genderdysphorie beitragen. Die Forscher fanden leichte bis schwere Atrophien der Hoden von Jungen, deren Pubertät blockiert wurde.

Die Mayo Clinic hat eine riesengroße Sammlung von Hodenproben von Patienten im Alter von 0 bis 17 Jahren sowie eine Datenbank über 130 000 individuelle Zellen, die analysiert und verglichen werden können. Zu den Proben von Jungen, die Pubertätsblocker bekamen, gab es die Mehrzahl von Proben von solchen ohne Pubertätsblockierung, die zur Kontrolle herangezogen werden konnten.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Pubertätsblockade Hoden-Atrophie („Schrumpfhoden“) verursacht und somit die für die Spermienproduktion wesentlichen Strukturen beeinflusst, was möglicherweise dauerhafte Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat. Damit werden die Behauptungen zur „Reversibilität“ der Pubertätsblockierung infrage gestellt.

Puberty Blocker and Aging Impact on Testicular Cell States and Function, Murugesh u. a., 27.03.2024

New Mayo Clinic study finds mild to severe atrophy in testes of boys on puberty blockers, C. Buttons, 04.04.2024

Sie behandeln alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind

sharon mccutcheon x8 VLfYWnFo unsplashDr. Alexander Korte berichtet über die Mitglieder und Mitgliedsorganisationen der WPATH, deren unethische Praktiken anhand der kürzlich veröffentlichten WPATH-Leaks seit Kurzem internationales Aufsehen erregen. Die WPATH-Akten belegen, dass die WPATH weder eine wissenschaftliche noch eine medizinische Organisation ist. Der WPATH-Skandal biete zwar für Sachkundige nichts großartig Neues, offenbare aber selbst für die Öffentlichkeit:

„Sie behandeln alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind. Und sie wissen um die Risiken und tun es trotzdem."

"Trans-Kinder": Ein Medizin-Skandal? Interview mit Dr. A. Korte, Emma-Magazin, 28.03.2024

Initiative Goodwardens - Aufforderung an Gesundheitsbehörden und politische Entscheidungsträger weltweit, sich nicht länger auf die WPATH zu verlassen, 02.04.2024

Europe and the Puberty Blocker Debate, medscape, 25.04.2024

S2k-LL: Warum lehnen PsychologInnen ROGD-Teenager ab?

AdobeStock 358228320 plus NOROGD-Teenager, die sich transidentifizieren, bekommen alleine aufgrund ihrer Genderprobleme keine Psychotherapie mehr, sondern nur noch in Kombination mit Identitätsfindung plus sozialer oder medizinischer Transition (therapeutische Prozessbegleitung), innerfamiliären Pro­blemen und Entscheidungsfindung im Hinblick auf eine körper­modifi­zierende Behandlung. Frau Maur, Vizepräsidentin der Bun­des­psycho­thera­peuten­kammer und Leitlinienmitglied, betonte beim Pressbriefing zu der S2k-Leitlinie,

„dass Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie keine psychischen Erkrankungen sind und entsprechend gibt es zunächst mal keine Indikation für eine Psychotherapie."

Kritik unerwünscht

play stone 1744656 640Alexas Fotos pixabayErneut wurden Fälle veröffentlicht, bei denen Transaktivisten versuchen, JournalistInnen zum Schweigen zu bringen, die kritisch über den gender-affirmativen Ansatz berichten.

Till Amelung hat mit Dr. Martina Lenzen-Schulte, Ärztin und langjähriger Fachjournalistin des Dt. Ärzteblattes und anderer Medien (Cicero, Emma, Dr. Marbuse, Zeitzeichen), gesprochen.

Kritik unerwünscht – Wie Medien zum Sprachrohr von Transaktivisten gemacht werden sollen, T. Amelung, 21.03.2024

Auch der Leitlinien-Entwurf für GD-KiJu zementiert den Affirmation-Only-Trend

lesli whitecotton RLtR4t7MQsM unsplashAm 20.03.2024 wurde Medienvertretern in einem virtuellen press briefing eine aus 320 Seiten bestehende Entwurfsfassung der neuen Behandlungsleitlinie für transidente Minderjährige vorgestellt. Nach 7-jähriger Bearbeitungsdauer konnte der genaue Erscheinungszeitpunkt noch immer nicht bekannt gegeben werden. In den nächsten 4 Wochen steht die Leitlinie noch den Mitgliedern der beteiligten Fachgesellschaften „für redaktionelle Änderungsvorschläge“ zur Verfügung. Die Leitlinie wurde für den deutschsprachigen Raum erstellt. Allerdings fehlte bei der Vorstellung neben dem federführenden Koordinator der Kommission ein(e) Vertreter(in) aus Österreich. Anscheinend um dem Event einen internationalen Touch zu geben, sprach Cecilia Dhejne (Psychiaterin für Erwachsene) aus Schweden einige lobende Worte.

Transskript des Press briefings , 20.03.2024

‚Trans-Kinder': ein Medizinskandal? Emma, 28.03.2024

S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter: Diagnostik und Behandlung (Entwurf), April 2024

Der Affirmation-Only-Trend für GD-Teens & Twens wird beschleunigt

Fussgängerampel Hameln Rattenfänger - Wikimedia Commons - Foto: Axel HindemithWikimediaCommons Axel HindemithParallel zur Begrenzung der Pubertätsblockade in England auf klinische Studien (s. u.) werden in Deutschland verstärkt Anstrengungen unternommen, möglichst viele Teenager, die ihr Gender/Geschlecht infrage stellen, immer früher und schneller auf die Schiene der medizinischen Transition zu routen. Der G-BA fördert dazu mit 5 Mio. € ein digitales Infrastruktur-Projekt, an dem u. a. die Unikliniken in Münster und Hamburg, die Charité in Berlin, 2 Kliniken kirchlicher Träger: KEM Essen und AGAPLESION Ffm sind beteiligt sowie die gesetzlichen Krankenkassen TK und Barmer, Ansprech­partnerin ist die Endokrinologin Prof. Dr. Richter-Unruh (UK Ulm):

EMPOWER-TRANS* – Entwicklung und Implementierung innovativer, digitaler Informations- und Schulungskonzepte für Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsinkongruenz/Geschlechtsdysphorie (GI/GD) und ihre Familien

Kryokonservierung?

AdobeStock 206202666Was machbar scheint, wird auch angeboten. Einige Kliniken werben im Rahmen ihrer Transgender Health Center für die Kryokonservierung von Sperma, Eizellen, aber auch von Eizell- und Hodengewebe. Bis vor ein paar Tagen richtete sich die Werbung auf der Website des Uniklinikums Münster sogar an Minderjährige.

Die Werbung von Trans-Kliniken für die Kryokonservierung zeigt hauptsächlich eins: Die Medikalisierung sterilisiert unsere Kinder!

Trans-Angebote an deutschen Kliniken immer irrer – Kleinen Mädchen werden Eierstockteile vor der Pubertät entfernt, 06.02.2024

WPATH Leaks: Gender-Medizin ist weder Wissenschaft noch Medizin

iStock 1299485674 800x600Durchgesickerte Informationen von WPATH (World Professional Association for Transgender Health) enthüllen weitverbreitete pseudowissenschaftliche chirurgische und hormonelle Experimente und ärztliche Kunstfehler bei Heranwachsenden und vulnerablen Erwachsenen.

Die Mitglieder der World Professional Association of Transgender Health (WPATH) zeigen, dass sie die langfristigen Ergebnisse für PatientInnen nicht berücksichtigen, obwohl sie sich der schwächenden und möglicherweise tödlichen Nebenwirkungen von gegengeschlechtlichen Hormonen und anderen Behandlungen bewusst sind. Die Medikalisierung ohne hinreichende Evidenzbasis als „medizinisch notwendig“ zu bezeichnen, ist vollkommen unangebracht und irreführend.

„Die WPATH-Akten bestätigen, dass das, was als ‚Gender-Medizin‘ bezeichnet wird, weder Wissenschaft noch Medizin ist“, sagt Michael Shellenberger, dem die Akten zugespielt wurden.

„WPATH has produced eight versions of its 'Standards of Care', but they are based on ideology rather than science."

The WPATH Files, All Links, Executive Summary

Beyond NICE

Aktualisierte systematische Übersicht zur Evidenzlage der PB & CSH bei GD-U18

freestocks sRErS oguq0 unsplash mit "do the right things"„Zwei Übersichtsarbeiten (eine zu PB, eine zu CSH) des britischen National Institute for Clinical Excellence (NICE) aus dem Jahr 2020 zeigten keinen eindeutigen klinischen Nutzen in Bezug auf kritische Zielvariablen sowie andere wichtige Variablen, insbesondere keine eindeutige Verbesserung der GD-Symptomatik. Weiterhin wurde die klinisch-wissen­schaft­liche Qualität der bis dahin vorliegenden Befunde gemäß Modified-GRADE-Kriterien als ‚sehr gering' eingestuft."

Prof. Florian Zepf, Jena, hat mit seinen KollegInnen die seit den NICE-Reviews weltweit neu verfügbaren Studien erfasst und analysiert, um das Wissen zu dieser Thematik auf den neuesten Stand zu bringen. Die systematische Analyse ergab kaum Neues und Belastbares, sodass das klinisch-wissenschaftliche Vertrauen in die Ergebnisse weiterhin als gering bewertet werden muss.

„Die Studienlage zur PB- und CSH-Gabe bei Minderjährigen mit GD ist weiterhin sehr begrenzt und basiert auf wenigen Studien mit unzureichender Methodik und Qualität. Aussagekräftige Langzeitstudien fehlen bisher. Die aktuelle Studienlage deutet derzeit nicht darauf hin, dass sich die GD im Speziellen und die psychische Gesundheit im Allgemeinen im Verlauf der weiteren Entwicklung nach Gabe von PB oder CSH bedeutsam verbessern. Begleitende psychotherapeutische Interventionen bei Kindern und Jugendlichen mit GD zur Unterstützung bzw. zur Minderung der erlebten Belastungen können je nach individueller Situation der Betroffenen ggfs. notwendig werden."

Beyond NICE: Aktualisierte systematische Übersicht zur Evidenzlage der Pubertätsblockade u. Hormongabe bei Minderjährigen mit Geschlechtsdysphorie, F. Zepf u. a., 27.02.2024, DE-, EN-

Transidentität bei Minderjährigen: Wenig Studien, wenig Evidenz, idw u. UniJena, EN-, 27.02.2024

‚Mama, ich bin jetzt trans‘ - Die Gefahren von Pubertätsblockern und Hormonen, Welt, A. Kröning, 01.03.2024

Evidenz ist nicht gleich Evidenz (Systematische Reviews = höchste Evidenz-Stufe)

Ein Drittel der Mädchen wünscht sich, ein Junge zu sein

iStock 1217824892 - Gruppe junger MädchenDr. Gisela Gille, Gynäkologin, berichtet aus den Mädchensprechstunden an Schulen, dass im letzten Schuljahr ca. 1/3 der Mädchen „auf die Frage nach dem Wunsch an eine gute Fee antwortet, ‚dass ich lieber ein Junge wäre'“. Sie vermutet, dass das mit der medialen Präsenz des Themas zu tun hat. Dabei geht es primär um die Ablehnung des weiblichen Körpers und der weiblichen Geschlechtsrolle und nicht um die Körpermerkmale des anderen Geschlechts.

Dr. Gisela Gille hat zusammen mit Dr. Alexander Korte über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Genderdysphorie und Anorexia nervosa bei Mädchen einen sehr interessanten Beitrag in der Zeitschrift Sexuologie veröffentlicht:

Wahlverwandtschaften? Trans-Identifizierung und Anorexia nervosa als maladaptive Lösungsversuche für Entwicklungskonflikte in der weiblichen Adoleszenz DE- EN- von Alexander Korte und Gisela Gille, Erstveröffentlichung in der Zeitschrift Sexuologie Band 30, Jahr 2023, Heft 3-4 (mit freundl. Genehmigung der Redaktion und der AutorInnen)

Joyce: „Nichts davon ist wirklich Medizin“

48094373 catalin205 123rfMedizinische Diagnosen von Genderinkongruenz sind aufgrund der Kriterien des ICD-Katalogs relativ einfach zu stellen. Ob die Genderinkongruenz aber temporär oder persistierend ist, ob und wie sie behandelt werden sollte und welche individuellen Aussichten bestehen, dass die medizinischen Transitionsmaßnahmen langfristig einen Benefit bringen, das kann kein(e) ExpertIn sicher prognostizieren. Ohnehin neigen gender-affirmative ExpertInnen dazu, diese Dinge der Person zu überlassen, die den Wunsch hat, medizinisch zu transitionieren.

Es stellt sich die Frage, wie viel die Behandlung von Genderinkongruenz tatsächlich mit konventioneller Medizin und ärztlicher Sorgfaltspflicht zu tun hat oder ob es mehr eine Dienstleistung ist für Menschen, die in der körperbezogenen Selbstoptimierung eine Lösung ihrer Probleme suchen.

Die Suizid-Lüge ist als emotionale Erpressung ungeeignet

istockphoto 471124671Eine der beunruhigendsten Behauptungen, die Eltern von genderdysphorischen Jugendlichen von ExpertInnen routinemäßig zu hören bekommen, ist, dass ein hohes Selbstmordrisiko bestehe, wenn sie die von ihrem Teenager gewählte Genderidentität nicht umgehend und unmissverständlich bestätigen. Gleichzeitig wird in unangemessener Weise suggeriert, dass die medizinische Transition das Suizidrisiko verringert.

Jetzt kommt aus Finnland weitere Entwarnung. Eine landesweite Studie mit repräsentativen Daten und entsprechenden Kontrollgruppen belegt, dass es weder bei der Gesamtmortalität noch bei der Suizidsterblichkeit einen Unterschied bei Teens&Twens gibt, wenn die psychiatrische Behandlungsgeschichte berücksichtigt wird. Die Studie stellt auch fest, dass sich die Suizidalität durch medizinische Transitionsmaßnahmen nicht verringert. Die Schlussfolgerung der finnischen ForscherInnen für die klinische Praxis lautet:

„Es ist von größter Bedeutung, psychische Störungen bei Jugendlichen mit GD zu erkennen und angemessen zu behandeln, um Suizide zu verhindern. Die Gesundheitspolitik muss sicherstellen, dass den Fachleuten genaue Informationen in diesem Sinne zur Verfügung gestellt werden.”

All-cause and suicide mortalities among adolescents and young adults who contacted specialised gender identity services in Finland in 1996–2019, BMJ, S. M. Ruuska u. a., 25.01.2024

What are the Facts about the Relationship between Transgenderism and Suicide? Taking a second look at the trans youth suicide narrative. Jason Watson RN, 04.09.2025

Spannungsfeld Selbstbestimmung vs. Schutz von Teens & Twens

paragraph 386041 1280GerAlt pixabay800cWir, die Interessengemeinschaft Transteens Sorge berechtigt, haben zum geplanten Referentenentwurf Selbstbestimmungsgesetz „Entwurf eines Gesetzes über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag und zur Änderung weiterer Vorschriften“ (SBGG) eine Stellungnahme verfasst und an das BMJ und das BMFSFJ versandt.

Psychotherapie als Primärtherapie bei jugendlicher Genderdysphorie

TherapyFirst - LogoUnsere Teens & Twens benötigen Fachleute, die sie in ihrer GI/GD-Notlage ganzheitlich wahrnehmen, sie therapeutisch begleiten und ihnen eine ergebnisoffene Exploration ermöglichen. Wir appellieren an alle therapeutisch tätigen Fachleute, zu prüfen, ob sie sich in diese Richtung orientieren wollen.

Gender-Probleme sind oft in komplizierte psychosoziale, familiäre und/oder entwicklungsbezogene Probleme eingebettet und sollten erkundet oder erforscht werden, bevor Entscheidungen über irreversible medizinische Maßnahmen fallen.

„Psychotherapy does not attempt to force change or impose any predetermined notion of ‘cure’ or preferred gender or sexual orientation on the patient. A core ethical principle of psychotherapy is that therapists must respect patient autonomy and self-determination and refrain from any attempt to influence the patient.” (Roberto D'Angelo, 18.05.2023)

Systemische Therapie wird Kassenleistung!

AdobeStock 207750614 - Syxtemische Therapie
Der G-BA hat heute, am 19.01.2024, beschlossen, dass endlich auch die Systemische Therapie für Kinder und Jugendliche eine Kassen­leistung wird. Familien, deren Teenager unter Gender­in­kon­gruenz/-dys­phorie(GD) leidet, können voraussichtlich in 6 Monaten von dieser Therapieform profitieren. Paul McHugh, ein zu GD sehr erfahrener amerikanischer Kinder- und Jugend­psychiater, hat diese Therapieform regelmäßig für Teens & Twens empfohlen.

Systemische Therapie wird auch bei Kindern und Jugendlichen eine Leistung der GKV, PM des G-BA, 18.01.2024

Beschluss zur Systemischen Therapie für Kinder und Jugendliche in Kraft, G-BA, 12.04.2024

Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen: Weg in die ambulante Versorgung, Dt. Ärzteblatt, Januar 2025

Warum Pubertätsblocker sehr wahrscheinlich keine gute Idee sind

08 brain 2062057 640ElisaRiva pixabayProf. Sallie Baxendale ist klinische Neuropsychologin am UCL London. Sie hat Anfang 2024 einen Beitrag über „Die Auswirkungen der Unterdrückung der Pubertät auf die neuropsychologische Funktion“ veröffentlicht. Darin begründet sie ihre Skepsis, dass das Anhalten der natürlichen Entwicklung in der Pubertät folgenlos hinsichtlich der kognitiven Entwicklung bleibt. Erfahrungsgemäß gibt es für alle Lernprozesse (Motorik, Sprache, Emotionen …) sog. Windows of opportunity, also optimale Zeitfenster zur Entwicklung bestimmter Funktionen.

The Impact of Suppressing Puberty on Neuropsychological Function, Sallie Baxendale, 05.01.2024

NL – Debatte zur Transition von Teens &Twens entwickelt Dynamik

Auch in den Niederlanden hat die Zahl junger Menschen, ins­beson­dere ♀, die transitionieren wollen, erheblich zugenommen. Anscheinend wurde erst kürzlich realisiert, dass mehr als 2.000 junge Menschen auf den Wartelisten der wenigen Gender-Kliniken stehen und Wartezeiten von über 2 Jahren entstanden sind. Im Vergleich zur internationalen Diskussion gab es im Land der Erfindung des „Dutch Protocols“ lange keine Debatte über die Qualität der Behandlung. Seit einem Jahr treten nun auch in den NL Detransitionierte in den Medien in Erscheinung. Speziell aufgrund von 3 aktuellen Ereignissen kommt jetzt zunehmend Dynamik auf:

Ferner gibt es seit Ende Januar 2 Prüfungsanträge im Niederländischen Parlament:

Probe the protocol - Calls for a rethink in the country that launched puberty blockers on the world, B. Lane, 06.02.2024

How the Dutch experiment with puberty blockers turned toxic, telegraph, 04.03.2024

Pathologisierung der Pubertät und Deregulierung der Transmedizin

Youtube Vorschau - Video ID 5nHHDMp-PiI

In einer Online-Veranstaltung von Frauenheldinnen e. V. am 06.12.2023 zum Thema „Gesetzgebungsverfahren zum Selbstbestimmungsgesetz – Kippt die Stimmung?“ konnte David Allison, Sprecher von Transteens Sorge berechtigt, die Sorgen von Eltern ansprechen.

Trans*-Behandlungen

Die Arrangements bei der GKV-Kostenerstattung und
die Unsicherheit der Kostenerstattung in der Zukunft

Als Eltern, deren Kinder seit der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter ohne frühkindliche Vorgeschichte ihr Gender/Geschlecht infrage stellen, genderinkongruent sind und sich aufgrund entsprechenden Leidensdrucks (=Genderdysphorie) in der sozialen, rechtlichen oder med. Transition befinden, fragen wir uns seit Langem:

Warum erstatten die Krankenversicherungen eigentlich die Trans*-Behandlungen?

Dein Leben ist ein Schiff. Du bist der Kapitän.

Stephen Levinejohn mark strange U1cjBEkfCdM unsplash800, klinischer Professor für Psychiatrie und Experte für Trans-Themen, erläuterte, wie ein vernünftiger psychotherapeutischer Ansatz aus seiner Sicht aussehen sollte, der sich an Jugendliche mit Genderdysphorie und deren Eltern wendet und was in diesem Rahmen vertrauenswürdig kommuniziert werden sollte.

Key Elements of Comprehensive Psychiatric Evaluation & Psychotherapy, Vortrag von Stephen Levine (YT), November 2023

Studie aus Finnland zum psychiatrischen Bedarf bei GD

pexels baptiste valthier 997611Prof. Kaltiala hat zusammen mit einigen KollegInnen anhand der finnischen Register untersucht, wie sich die psychiatrischen Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppe (von 6.655 Personen) mit Genderdysphorie (GD) in der Zeit von 1996 bis 2019 parallel zu den demografischen Veränderungen entwickelt haben. Die Kontrollgruppe hatte 29.292 Personen ohne GD.

Have the psychiatric needs of people seeking gender reassignment changed as their numbers increase? A register study in Finland, 06.11.2023

Kristina Schröder: Was tun wir da?

question mark 2901642 640geralt pixabayDr. Kristina Schröder, ehemalige Familienministerin (CDU), äußert ein weiteres Mal in der WELT ihre Skepsis gegenüber dem geplanten Selbst­bestimmungs­gesetz. Als Erstes stellt sie klar, dass das aktuell geltende Transsexuellengesetz nicht – wie häufig (sogar von Abgeordneten) behauptet – verfassungswidrig ist, da gerichtlich monierte Punkte gestrichen wurden. Insofern gäbe es durchaus die Alternative, es beim derzeitigen Gesetz zu belassen, es bestehe allerdings die Absicht, die Objektivierbarkeit „der psychischen Tatsache Transsexualität“ komplett aufzugeben. 

Als Mutter von 3 Töchtern (5, 9, 12) kann Schröder die Besorgnis von Eltern sehr gut nachvollziehen, die mit der rechtlichen Änderung (ohne Elternvotum und Gutachten) verbunden ist:

„Dem gegenüber stehen aber Berichte von Eltern, wie sehr ihr pubertäres Kind ihnen entgleitet, wenn es einmal in der gut vernetzten und oft missionarisch bewegten Transcommunity abgetaucht ist."

Meine Tochter würde sich als trans outen? Da wäre ich erst mal skeptisch, WELT, 14.07.2022

Paradigmenwechsel in der Frage, wie Gesellschaft Geschlecht sieht und interpretiert, WELT-Video, 23.08.2023

Was mich als Mutter dreier Töchter am Selbstbestimmungsgesetz so bewegt, 21.10.2023

Tessa Ganserer nimmt sich heraus, was für biologische Frauen undenkbar wäre, 29.11.2023

Stellungnahme zur medizinischen Transition von Minderjährigen

ttsb logo1a500TTSB hat eine Stellungnahme verfasst als Hilfestellung für Eltern, die ExpertInnen oder Institutionen erklären wollen oder müssen, warum sie gegenüber der medizinischen Transition ihres Kindes skeptisch sind.

Gibt es auch in Deutschland ein Rollback?

message gc2f28f475 by sweetlouise pixabayIm Dt. Ärzteblatt wird berichtet, dass in etlichen Ländern ein Wandel bezüglich der somato-medi­zi­ni­schen Therapie von Jugendlichen mit Genderdysphorie zu beobachten ist. Es wird erläutert, warum seit einiger Zeit bestimmte europäische Länder zurückrudern und einige US-Bundes­staa­ten die medizinischen Möglichkeiten stark einschränken.

Sollte es kurzfristig für Deutschland doch noch Hoffnung auf eine Art Rollback zurück zur Vorsicht geben? Prof. Dr. Dr. Tobias Banaschewski (Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters und Stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim) nährt diese Hoffnung, nachdem anscheinend kürzlich eine Tagung mit Fachleuten aus den skandinavischen Ländern (S, F, N, Dk), England und den Niederlanden stattgefunden hat.

Genderdysphorie: Mehr Zurückhaltung bei der Therapie von Kindern, Dt. Ärzteblatt, 09.10.2023

Debatte um Transitionstherapie, Dt. Ärzteblatt. M. Lenzen-Schulte, 20.10.2023

David Bell (Tavistock) zur Transition von Jugendlichen

Dr David BellDr. David Bell, Psychiater und Psychotherapeut (Ex-Governor am Tavistock, London), sprach im Rahmen der Veranstaltung „Braucht Deutschland ein Selbstbestimmungsgesetz?“ am 21.09.2023 in Berlin über die Frage, ob bereits Jugendliche transitionieren sollten, wenn sie unter Genderdysphorie leiden.

Da ich viele Kontakte zu deutschen Kolleginnen und Kollegen habe, bin ich erschüttert darüber, dass die Dinge in Deutschland so weit zurückliegen."

Braucht Deutschland ein Selbstbestimmungsgesetz?

iStock 1297041222 600cAm Donnerstag, 21.09.2023 fand in Berlin eine Veranstaltung für MdBs zu Hintergrund und Folgenabschätzung zum SBGG statt. TTSB wurde im Panel 2 von David Allison vertreten.

Dokumentation

Spannungsfeld Selbstbestimmung vs. Schutz von Teens & Twens

Selbstbestimmung · Alles, was Recht ist

GD-Jugendliche: Woran können sich betroffene Eltern orientieren?

dreamstime s 198771533Nach wie vor ist es für Eltern eines ROGD‑Teens und ‑Twens in Deutschland außerordentlich schwierig, sich im Dschungel der Angebote, Expertenmeinungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Genderdysphorie/Genderinkongruenz zu orientieren und eine eigene Position zu finden. Es gibt neue Fachbeiträge, die ein Licht auf die aktuelle Situation werfen.

Trans* ≠ Homosexuell

Buchstabensalat LGB&TQ+ – Was ist was?

dreamstime xs 187534544JuanMoyanoEs ist leicht, LGB mit T zu verwechseln – aber es gibt grundlegende Unterschiede. Es wird oft angenommen, dass Trans-Sein dem Schwul-Sein sehr ähnlich ist, allerdings ist die Wahrheit deutlich komplexer. Der nachfolgende Beitrag hilft zu verstehen, was Genderidentität von Sexualität unterscheidet und warum dieses Verständnis wichtig ist!

No: Trans is not 'the new gay'! 14.05.2022

Trans- oder homosexuell? EMMA, 10.01.2024

Evidenz ist nicht gleich Evidenz

Teens & Twens mit GD leiden. Sie benötigen die bestmögliche Behandlung!

Evidenzpyramide Quelle: IQWIGEvidenzpyramide - Quelle: IQWIGDie allermeisten ExpertInnen behaupten, auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu arbeiten und zu empfehlen. Aber Evidenz ist nicht gleich Evidenz. Oft werden bereits Expertenmeinungen als Evidenz angeführt, die primär auf Erfahrungen oder Einzelfällen und nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruhen. Die höchste Evidenz-Qualität bieten systematische Reviews von unabhängigen Institutionen. Ein großes Problem besteht, weil vor allem Langzeitstudien fehlen.
Eltern sollten einschätzen können, was mit Evidenz gemeint ist und um welche Evidenz-Stufe es sich jeweils handelt.

PB und CSH – Systematisches Review aus Schweden

Neueres Review zu PB und CSH aus Schwedenvon 2023Ziel schwedischer ForscherInnen war es, die Auswirkungen einer Hormonbehandlung bei genderdysphorischen Minderjährigen auf die psychosoziale und mentale Gesundheit, die Kognition, die Körperzusammensetzung und die Stoffwechselmarker zu bewerten.

A systematic review of hormone treatment for children with gender dysphoria and recommendations for research, Ludvigsson u. a., 17.04.2023

ROGD – Warum so viele Mädchen?

smartphone 1558587 Monika pixabayDie Zahl der genderdysphorischen Jugendlichen ist in den vergangenen 15 Jahren explodiert. In England stieg sie innerhalb von nur 10 Jahren um 2.800 % insgesamt und bei biologischen Mädchen noch deutlich höher, nämlich um 4.700 %. Besonders der sehr hohe Mädchenanteil bei Jugendlichen stimmt bedenklich und ist erklärungsbedürftig.

Jugendpsychiater Bernd Meyenburg aus Frankfurt berichtete 2022 im Spiegel, dass auf 1 Jungen mittlerweile bis zu 20 Mädchen kämen, die sich eine Behandlung wünschten.

Forschungsarbeiten zu den Ursachen für den Anstieg werden zwar überall gefordert, allerdings scheint die Motivation gering, wissenschaftlich fundierte Projekte zu diesem Phänomen durchzuführen. Obwohl es nicht ungewöhnlich ist, dass Mädchen und Frauen als Forschungsobjekte vernachlässigt werden, die Folgen könnten auch in diesem Fall Behandlungsfehler sein. Einige Experten liefern verschiedene Hypothesen oder Erklärungsansätze.

Was ich gerne vorher gewusst hätte …

transgender 7918518 1280Vogue0987 pixabayCori(nna) Cohn (geb. 1975) kam relativ spät in die Pubertät und auf die Idee, als Mädchen/Frau erfolgreicher zu sein und begann zu transitionierten. Heute bezeichnet sich Cohn als „ambivalent“ oder „desillusioniert“ transsexuell. Vor der Genital-OP mit 19 Jahren hatte Cohn noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht. Heute glaubt Cohn aufgrund ihres Alters für die medizinische Transition nicht entscheidungsfähig gewesen zu sein. „Meine Eltern hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon aus meinem Leben verdrängt. Alles, was ich benötigte, fand ich online.“

Die Erkenntnisse viele Jahre nach der Transition:

„It was easy to sacrifice my ability to reproduce in pursuit of fulfilling my dream. Years later, I was surprised by the pangs I felt as my friends and younger sister started families of their own. … Today, I have resigned myself to never finding a partner. That’s tough to admit, but it’s the healthiest thing I can do.“

What I wish I’d known when I was 19 and had sex reassignment surgery, C. Cohn, 11.04.2023

Death Before Detransition? Yes. C. Cohn, 04.06.2024

Gender-affirmative Therapien für Jugendliche – 13 Unwahrheiten

Stephan Levine FloridaAm 21. Februar 2023 hörte der Gesundheits- und Sozialausschuss des Repräsentantenhauses von Florida die Stellungnahme des Psychiaters Stephen Levine MD, an. Levine erläuterte 13 wissenschaftlich falsche Annahmen, die für die gender-affirmativen Therapien von Genderdysphorie bei Teenagern und jungen Erwachsenen grundlegend sind.

Pubertätsblocker?

Pubertät ist keine Krankheit

Alles über Pubertätsblocker – Serie von Prof. M. Biggs, Oxford

Follow the Science – Wissenschaftsorientierung

Pubertätsblocker – The good, the bad and the ugly, TwitterSpace, 16.04.2023

ROGD – Elternbefragung ausgewertet

Logo Parents of RODG KidsSuzanna Diaz und Michael Bailey veröffentlichten in einem peer-reviewten Artikel die Ergebnisse einer Umfrage unter Eltern, die sich im Zeitraum v. 2017-21 an die Initiative Parentsof­ROGDKids gewandt haben. Die Eltern berichteten über 1.655 Teens&Twens, deren Genderdysphorie (GD) zwischen 11 und 21 Jahren begann. Die Studie stützt die ROGD-Hypothese (Littman, 2018; Marchiano, 2017; Shrier, 2020) zum Kontext von GD bei vulnerablen Teens&Twens, die als Kinder vor der Pubertät gendernormativ waren.

„ROGD theory proposes that common cultural beliefs, values, and preoccupations cause some adolescents (especially ♀ adolescents) to attribute their social problems, feelings, and mental health issues to gender dysphoria. That is, youth with ROGD falsely believe that they are transgender, and that they must undergo social and medical gender transition to resolve their issues. A sharp increase in such false beliefs among adolescents and young adults has led to the recent ‚epidemic‘ in ROGD.

ROGD is believed to be a culture-bound syndrome, which did not exist until recently, when transgender issues began to attract considerable cultural attention (Allen, 2015). Furthermore, ROGD has been hypothesized to be socially contagious (Littman 2018). Adolescents who know others with ROGD are more likely to acquire ROGD themselves."

Rapid Onset Gender Dysphoria: Parent Reports on 1655 Possible Cases, 29.03.2023

Largest Study to Date Supports Rapid-Onset Gender Dysphoria Model, parentsofROGDkids, 30.03.2023

The Rapid Ideological Retraction of a Scientific Article on ROGD, M. Bailey, 29.09.2024

Transidentität bei Teens & Twens – Die Spitze des Eisbergs?

Genderinkongruenz mit krankheitswertigem Leidensdruck = Genderdysphorie bei Jugendlichen ist komplex und multifaktoriell. Die sofortige Bestätigung der Transidentität eines Teens oder Twens kann die Begleitprobleme verschleiern, die zu dieser Schlussfolgerung geführt haben.

Die nachfolgende Infografik von der Bayswater Support Group veranschaulicht die Komplexität, die sich unter der Oberfläche verbergen kann, wenn ein Jugendlicher oder ein junger Erwachsener eine Transgender-Identität bekannt gibt.

Die Spitze des Eisbergs - Bayswater

Die Diskussion um das Dutch Protocol erreicht die Politik in den NL

dutch-flag-513659_BenKerckx_pixabayDie niederländische Oppositionspolitikerin und Ärztin Dr. Nicki Pouw-Verweij verlangt vom niederländischen Gesundheitsminister Dr. Ernst Kuipers, dass er Maßnahmen ergreift, um autistische Minderjährige vor der medizinischen Transition zu schützen. Solange nicht geklärt ist, warum so viele Mädchen mit Autismus in den Kliniken auftauchen, sollten sie nicht medizinisch transitioniert werden. Sie stellt folgende Fragen:

Der Philosoph Dr. Jilles Smids (Erasmus University Medical Centre in Rotterdam), sagte Bernard Lane in diesem Zusammenhang, dass die Amsterdamer Klinik die Patientenautonomie vermutlich falsch verstanden habe.

'Stop this now, Minister' Once famous for caution, the Amsterdam gender clinic stands accused of undermining its own safeguards, Bernard Lane, 21.03.2023

ALLE wussten es!

woman 6651903 Silviu on the street pixabayDie Journalistin Róisín Michaux schreibt:

Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu sterilisieren

Wie bei allen historischen Abre­ch­nun­gen werden wir eines Tages sagen: ‚Aber alle wussten es!‘

It takes a village to sterilise a child by Róisín Michaux, 28.01.2023

„Nennen Sie es nicht evidenzbasiert”

traffic light 3688171 1280GundulaVogel pixabayDie Studienlage zu den Behandlungsmethoden für genderin­kon­gru­en­te Minderjährige ist weltweit dieselbe. Die verschiedenen medizinischen Leitlinien, die zur Behandlung von Gender-Inkon­gruenz herausgegeben wurden, zeigen allerdings eine enorme Bandbreite an Empfehlungen und Bewertungen der Evidenz, obwohl die Kriterien und Strukturen zur Evidenz mittlerweile gut definiert sind. In einem hochinteressanten Beitrag der renommierten medizinisch-wissenschaftlichen Fachzeitschrift BMJ bilanziert Jennifer Block den aktuellen Stand der unter Wissenschaftlern polarisierten Diskussion.

Gender dysphoria in young people is rising - and so is professional disagreement, BMJ, 23.02.2023

Wie Michael Biggs auf Pubertätsblocker kam

AdobeStock 387538712In einem interessanten Podcast berichtet Michael Biggs, Sozio­logie­professor an der Universität Oxford, wie er zum Thema Sex und Gender, hauptsächlich aber zu den Pubertätsblocker-Studien gekommen ist.

Dr. Biggs war maßgeblich beteiligt an der Aufdeckung wichtiger Informationen, die zum unabhängigen Cass Review über GIDS am Tavistock Institute führten. Seitdem hat Biggs sein Augenmerk auf das niederländische Protokoll gerichtet und viele der Probleme, die dieses fehlerhafte Modell mit sich bringt, beschrieben.

Akzeptanz statt Medikalisierung

kids 4453929 1280LudaKot pixabayFinnland kehrt seit 2021 ab von den WPATH-Leitlinien und vom Dutch Protocol, bei denen das kosmetische ‚Passing‘ innerhalb eines engen heteronormativen Rahmens im Vordergrund steht, Jugendliche aber gleichzeitig sterilisiert und zu lebenslangen PatientInnen macht, bevor sie ernsthaft über Partnerschaft und eigene Kinder nachdenken. Prof. Riittakerttu Kaltiala, renommierte finnische Jugendpsychiaterin und Forscherin, rät in Finnlands größter Zeitung, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ruhe zu lassen.

Sie können sein, was sie sind, und wir werden sehen, was passiert, wenn sie älter sind."

Nuoruusiän sukupuoliahdistusta hoitava professori sanoo ei alaikäisten juridisen sukupuolen korjaukselle, Helsingin Sanomat, 27.01.2023

Affirmation oder Exploration – eine ethische Frage

iStock 1218718298In vielen westlichen Ländern, so auch in Deutschland, treffen Jugendliche und junge Erwachsene, die wegen Genderdysphorie eine/n ExpertIn aufsuchen, in der Regel auf Affirmation. Das heißt, ihre Selbstdiagnose wird bestätigt, für eine ‚medizinische Lösung‘ reicht es aus, dass die Genderdysphorie vorhanden ist. Um Körper und Gefühl in Einklang zu bringen und damit den Leidensdruck möglichst schnell zu verringern, werden bereits Jugendliche und junge Erwachsene mit drastischen und riskanten medizinischen Maßnahmen ‚gender-bestätigend versorgt‘. Alternativ wäre eine nicht invasive Primärtherapie in Form einer explorativen Psychotherapie.

Angesichts der riskanten somatischen Maßnahmen mit ihrer äußerst geringen Evidenzbasis und der frühen Lebensphase von Adoleszenten ist es vorrangig eine ethische Frage, was die beste Hilfestellung für Jugendliche und junge Erwachsene sein kann, die sich in einer Lebenskrise befinden.

ROGD – Was tun?

dreamstime 232226662 Dysphoria CiaobucarestEltern eines ROGD-Teens stehen immer vor der Herausforderung, entscheiden zu müssen, wie dem leidenden Kind bestmöglich geholfen werden soll. Eine Möglichkeit besteht darin, sich an den Leitlinien der WPATH (World Professional Association for Transgender Health) für die Standard-Versorgung von Transgender-Jugendlichen zu orientieren. Dieser Weg bietet sich an, wenn Sie Konflikte mit Ihrem Kind scheuen und Sie sich weder bei Experten noch privat rechtfertigen möchten.

Link zu WPATH SOC8 (09/2022)

Neue Kritik: Niederländischer Schlamassel statt Goldstandard

netherlands 1489719 1280elias pixabay600cVor mehr als 25 Jahren begannen niederländische Kliniker mit dem Experiment, Pubertätsblocker bei gender­dyspho­rischen Jugendlichen einzusetzen. In den Niederlanden etablierte sich die körper-medizinisch orientierte Behandlung, das sog. Dutch Protocol wurde im Laufe weniger Jahre weltweit als Gold-Standard für die Behandlung von jugendlicher Genderdysphorie (GD) referenziert und verbreitet.

Schon seit einiger Zeit ist klar, dass das Dutch Protocol gar nicht passt, wenn es um ROGD-Jugendliche geht. Eine erneute Analyse übt vernichtende Kritik an der Methodik und der Qualität der Studien, die das Dutch Protocol hätten bestätigen sollen.

The Myth of “Reliable Research” in Pediatric Gender Medicine: A critical evaluation of the Dutch Studies - and research that has followed, E. Abbruzzese u. a., 02.01.2023

Dutch protocol in transgenderzorg is onhoudbaar, NRC, Kuitenbrouwer, 28.04.2024

banner by GerdAltmann pixabay DE Immer mehr Fachleute tendieren bei GAT zur Vorsicht

64838039 l 123rf risikoAm 09.11.2022 fand eine interdisziplinäre psychia­trisch/psycho­thera­peutische Fachtagung zum Thema „Transgender-Jugendliche in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ auf Einladung von Prof. Dr. Joh. Hebebrand, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psycho­so­ma­tik und Psycho­therapie des Kindes- und Jugendalters, am LVR-Klinikum Essen statt. Einige betroffene Eltern haben online daran teilgenommen, heute berichtet auch das Dt. Ärzteblatt darüber.

Wenn die Pubertas gestoppt wird – Transition bei Genderdysphorie, Dt. Ärzteblatt, M. Lenzen-Schulte, 02.12.2022

Leserforum zum Ärzteblatt-Artikel von M. Lenzen-Schulte, 2022

Hinter dem Trans*-Wunsch Jugendlicher steckt oft etwas anderes

woman g7f5f9037e JennyFriedrichs pixabayProf. Dr. Veit Roessner ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Dresden, in der zunehmend häufig Jugendliche das Thema Genderidentität ansprechen. Er berichtet über steigende Anfragen für Gutachten bei immer jüngeren Jugendlichen, die medizinische Maßnahmen wünschen. Roessner warnt vor zu schnellem Handeln hinsichtlich der medizinischen Geschlechtsangleichungen:

„Es gibt überhaupt keine Datengrundlage, um diese Entscheidungen bei Kindern und Jugendlichen verantwortungsvoll zu treffen. Wir müssen dringend mehr in gute Forschung und Studien investieren.”

Wir müssen dringend mehr in Transforschung investieren, FAS, 14.11.2022 (paywall)

Junge Menschen mit Schwierigkeiten – zu 80 % nicht trans*

spain 379535 MW pixabayJuan García Mellado, leitender Psychiater der Abteilung für Genderidentität (UID) an der Uniklinik von Burgos (Nordspanien), berichtet, dass 80 % der jungen Menschen, die zur Erstkonsultation in seine Abteilung kommen, nicht trans* sind, sondern andere Schwierigkeiten und teilweise gravierende psychische Probleme haben. Diese 80 % direkt auf einen „Weg ohne Wiederkehr“ [med. Transition beginnend mit Pubertätsblockern] zu leiten, wäre für Mellado nicht die beste Option.

Boom de casos en la Unidad de Identidad de Género del HUBU, Diaro de Burgos, 14.11.2022

Mellado stimmt in seinen Einschätzungen mit Celso Arango, dem Präsidenten der Spanischen Gesellschaft für Psychiatrie und psychische Gesundheit, überein.

Sich als trans* bezeichnen, aber nicht trans* sein

Placeboeffekte bei GAT

5763308 RetoScheiwiller pixabayAlison Clayton von der University of Melbourne wirft die Frage auf, inwieweit es durch den gender-affirmativen Behandlungsansatz (GAT), der neben psychosozialer Versorgung auch hormonelle und chirurgische Eingriffe bei Genderdysphorie umfasst, Placebo (günstige) und Nocebo (ungünstige)-Effekte gibt. Bei Placeboeffekten geht es darum, dass der Behandlungskontext Reaktionen im Gehirn hervorruft, die nicht auf die spezielle Intervention selbst zurückzuführen sind.

„The therapeutic ritual, the encounter between a sick person and a clinician, is a powerful psychosocial event. Clinicians, particularly physicians, are our society’s designated healers and their prestige, status, and authority help engender patients’ trust and expectations of relief from suffering," (Benedetti, 2021a).

Gender Affirmative Treatment of Gender Dysphoria in Youth: A Perfect Storm Environment for the Placebo Effect, A. Clayton, 14.11.2022

The placebo effect in the treatment of gender dysphoria – An understudied phenomenon, 19.02.2023

Steuern oder weiter Autopilot?

190689526 purino 123rfIn England, Finnland, Schweden ist die Abkehr von rascher Medikalisierung und invasiven Maßnahmen bei der Behandlung Jugendlicher mit Geschlechts- bzw. Gender-Problemen im Gange. Hier hat ein Bewusstsein für die Risiken und Unwägbarkeiten dieser schlecht belegten medizinischen Eingriffe eingesetzt.

Die Primärtherapie soll zukünftig in psychosozialen Maßnahmen und bedarfsgerechter explorativer Psychotherapie im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung bestehen. In England ist sogar die Rede, dass eine Cross-Gender-Identität auch eine vorübergehende Phase sein könne. Folge des Richtungswechsels in diesen Ländern müsste auch ein anderer Umgang mit den Familien und speziell mit den Sorgeberechtigten sein.

Hinsichtlich etlicher anderer Länder besteht gleichzeitig der Eindruck, dass sie diese Neuausrichtung nicht bemerken oder versuchen, sie zu ignorieren. So berichtet es Bernard Lane beispielsweise für Australien:

„Australia is 'asleep at the wheel' as the United Kingdom and other countries back away from 'gender-affirming' hormonal and surgical interventions for minors who declare an opposite-sex identity, the New South Wales parliament has been told. 'I am talking about a sea change which has taken place [in the UK, Sweden and Finland while] we as Australians are asleep at the wheel,' said Labor politician Greg Donnelly.”

Dozing Down Under, B. Lane, 10.11.2022

Turnaround in Australien?

Deutschland: Wende oder ‚Weiter so‘?

Self-ID für Jugendliche?

information 160948OpenClipart Vectors pixabay 600Einmal jährlich soll jede/r sowohl Geschlechts­eintrag als auch Vornamen beim Standesamt kostenfrei und ohne Gutachten per Selbsterklärung ändern lassen können. Statt eine zusätzliche Kategorie für subjektive Gender-Identität einzuführen, soll in der Gesetzgebung zukünftig nur noch das nicht objektivierbare „gefühlte Geschlecht“ einer Person relevant sein, das den biologischen Geschlechts­eintrag ersetzt.

Eltern von Jugendlichen, die ihr Geschlecht bzw. Gender infrage stellen, befürchten, dass die Namens- und Personenstandsänderung zukünftig eine der ersten Aktionen ihrer Kinder sein wird. Dadurch kann ein gewaltiger Druck entstehen, das Aussehen dem Eintrag im Pass anzugleichen.

TTSB-Stellungnahme zum Referentenentwurf SBGG

Fachliche Stellungnahme zum geplanten Selbstbestimmungsgesetz, R. Försterling (Sexualmedizin, Psychotherapie), 21.05.2023

Selbstbestimmungsgesetz – Rechtsfolgen, RAin Gunda Schumann, 23.08.2022

Das Selbstbestimmungsgesetz ist ein Etikettenschwindel, NZZ, 09.08.2022

Informierte Einwilligung bei Minderjährigen – es ist kompliziert

Geschlecht – was ist das?

Deutschland: Wende oder ‚Weiter so‘?

AdobeStock 48300564Seit einiger Zeit weichen Finnland und Schweden bei den Empfehlungen für die Behandlung von genderdysphorischen Jugendlichen unterschiedlich deutlich von den WPATH SOC8 ab und fördern nun psychiatrische/psychologische Behandlung sowie psychosoziale Unterstützung als erste Behandlungslinie. In Großbritannien stehen der bisherige klinische Ansatz und die Gesamtkonzeption der GD-Behandlung offensichtlich vor grundlegenden strukturellen und inhaltlichen Änderungen (Neue Leistungsbeschreibung), das Tavistock GIDS wird geschlossen. Auch in Frankreich mahnt die Academie nationale de Médecine zur Vorsicht bei der Anwendung von Pubertätsblockern und CSH. Das Australian and New Zealand College of Psychiatrists hat bereits 2021 in einer Stellungnahme den Mangel an qualitativ hochwertiger Forschung benannt und sich sehr nuanciert zur derzeitigen Behandlungssituation geäußert. Seit Herbst 2022 bremst auch Florida. Seit 2023 sieht es so aus, als würden auch Norwegen und Dänemark vorsichtiger.

In Deutschland ist die Evidenz-Situation für die Behandlungsstandards und die Forschungslage zum Anstieg der Fallzahlen nicht anders. Die Frage ist, ob es auch hierzulande signifikante Abweichungen von den WPATH-SOC8 für Teens&Twens geben wird.

TTSB-Stellungnahme zur Klinikschließung in England | Forderung nach ganzheitlicher Behandlung von GD-Teens & Twens vom 05.08.2022

Increasing Number Of European Nations Adopt A More Cautious Approach To Gender-Affirming Care Among Minors, Forbes, 06.06.2023

Das Niederländische Modell – populär, aber evidenzschwach

lighthouse 4752594 congerdesign pixabayAusgangspunkt für das sog. Niederländische Modell zur Behandlung von Jugendlichen, die sich einen anderen Körper wünschen, war vor ca. 25 Jahren die Verwendung von GnRHa-Medikamenten, die die Ausschüttung von Sexual-Hormonen stoppen. Diese Art der Behandlung wurde von der Psychologin Peggy Cohen-Kettenis angestoßen, die keine Endokrinologin ist. Die Intention war, dass Transsexuelle bessere kosmetische Ergebnisse und Körpergrößen erzielen könnten, wenn sie vor der Volljährigkeit mit der Behandlung beginnen würden.

Die Blockade der natürlichen Pubertät von Jugendlichen mit Gender-Problemen ist – gefolgt von gegengeschlechtlichen Hormonen und oft auch von Operationen – mittlerweile zum internationalen Standard für die Behandlung von Gender-Dysphorie (GD) geworden.

The Dutch Protocol for Juvenile Transsexuals: Origins and Evidence, Biggs, 19.09.2022

Was passiert nach dem 18. Geburtstag?

AdobeStock 123284117 Während die Pubertät noch eine „Spielwiese“ ist, in der Jugendliche vieles ausprobieren, beginnt mit dem 18. Geburtstag eine Art „Transitzone“ zum Erwachsenwerden, in der sie bereits voll verantwortlich sind für alles, was sie tun. Manchmal sind diese Jahre die herausforderndsten des Lebens.

Eine Mutter berichtet, welche Hoffnungen und welche Sorgen sie bei einem ihrer Kinder hat, das seit der Pubertät Geschlecht bzw. Gender infrage stellt. Wird ihr Kind weiterhin glauben, dass es möglich und sinnvoll ist, das Geschlecht zu wechseln und dadurch von Genderdysphorie geheilt zu werden? Wird es sich wirklich auf die Gender-Reise der medizinischen Transition begeben, seine Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit aufs Spiel setzen?

Flos 18. Geburtstag macht der Mutter Angst, Stuttg. Zeitung, 07.09.2022 (paywall)

One's Family's Story, PITT, 24.04.2023

Adults Can Do What They Want? PITT, 05.07.2023

Die Gefühle von Eltern

Das biologische Geschlecht zählt

syringe 1884784 qimono pixabayDie Bestimmung des Krankheitsrisikos, der Körpermassenparameter sowie die meisten Messungen der Organfunktionen – viele medizinische und vor allem pharmakologische Maßnahmen erfordern bei der Angabe des Geschlechts die richtige Antwort. FDA-Pharmakologe David Gortler:

„The answer isn’t simply to have a 'third' option for gender or to have algorithms for all 112 (and counting) socially or medically 'manufactured genders'. The only practical workaround requires biological sex on a patient's medical records."

 

The Practice of Pharmacy and Medicine Require a Binary Biological Sex Specification, Gortler, 09.08.2022

Was hilft unseren GD-Teens wirklich?

AdobeStock 288862947Was benötigen genderdysphorische Jugendliche, um ihre Notlage zu bewältigen? Die heute übliche Vorgehensweise beim Phänomen Rapid Onset Gender Dysphoria (ROGD) im Rahmen des verbreiteten Affirmation-Only-Trends bedeutet in der Regel:

  • sofortige Bestätigung der Selbstdiagnose 'Ich bin trans'
  • zügige Überweisung an eine Gender-Ambulanz/-Praxis
  • Psychotherapie≈Coaching/Case-Management parallel zur sozialen, rechtlichen und medizinischen Transition

Sasha Ayad dagegen arbeitet psychotherapeutisch grundlegend anders, auf Basis eines „explorativen Ansatzes, der darauf abzielt, zugrundeliegende Probleme zu entdecken und ihren Klienten zu helfen, auf Selbsterkenntnis, Resilienz und langfristiges Wohlbefinden hinzuarbeiten.“

How I Work with Gender-questioning Teens, 2018

Gender Exploratory Therapy

Gender Exploratory Therapy

Der derzeitige Affirmation-Only-Trend bei der GD-Behandlung hat iatrogene Wirkung. Nach den Erfahrungen vieler Eltern führt die ständige Bestätigung der Selbstdiagnose Trans* nahezu immer zu einer Art „Trans-Kaskade“, die wie ein Förderband die transsexuelle Entwicklung von Jugendlichen unterstützt. Theoretisch besteht natürlich jederzeit die Möglichkeit des „Ausstiegs“.

Discover who you areIn letzter Zeit haben vor allem Sasha Ayad, Stella O'Malley sowie Susan und Markus Evans veröffentlicht, welche Erfahrungen sie bei GD-Jugendlichen mit einer konventionellen Therapie gemacht haben, die sich am treffendsten als „Gender Exploratory Therapy“ bezeichnen lässt. Statt anzunehmen, dass trans* angeboren und unveränderlich ist, betrachten sie die Gender-Infrage­stellung bei Jugendlichen eher als ein ganz normales Pubertätsproblem heute.

Gender Dysphoria: A Therapeutic model for Children, Adolescents&Young People, S. und M. Evans, 2021, Rezension von L. Maynard

Gender: A wider Lens: S. Ayad und S. O'Malley haben die Gender Exploratory Therapy in mehreren Folgen ihres Podcasts erläutert.

How I Work with Gender-questioning Teens, S. Ayad, 2018

Towards a Gender Exploratory Model: slowing things down, opening things up and exploring identity development,A. Spiliadis, 2019

Klinischer Leitfaden von THERAPY FIRST (vormals Gender Exploratory Therapy Association (GETA) für TherapeutInnen, die mit Jugendlichen arbeiten, die ihr Geschlecht/Gender infrage stellen, 03.12.2022

Die Gefühle von Eltern

dance joduma pixabayDie Zahl der Eltern von genderdysphorischen Jugendlichen steigt, die an der Standardbehandlung von Genderdysphorie zweifeln, deren Idee es ist, den Fokus des Problems von der Psyche in den Körper zu verlagern. Sie können nicht nachvollziehen, dass Hormone und Operationen geeignet sein sollen, die psychische Notlage ihrer Kinder zu lösen.

Viele besorgte Eltern fühlen sich von den TherapeutInnen in Stich gelassen, die ihr Unbehagen zurückweisen und ihnen sagen, dass sie ihre „elterlichen Instinkte“ unbedingt unterdrücken sollen. Psychotherapeutinnen wie die amerikanische Psychiaterin Miriam Grossman oder Stella O'Malley beschreiben die Not der Eltern:

Gaslighting the Concerned Parents of Trans Children, Quillette 05/2021

Therapists Have Betrayed The Parents Of Gender-Confused Kids, M. Grossman, 11.11.2021

I suffer from parental dysphoria, 20.12.2021

Parents Lost in a Medical Scandal, Podcast, 20.05.2022

Raising Children in the Culture Wars, 06.11.2024

transteens Sorge berechtigt)

Im Zeichen der Vielfalt wird die Sexualität unterdrückt

people 5483386 Gerd Altmann pixabayZur „Chemischen Kastration“, wie Pubertätsblocker auch bezeichnet werden, sagte Sophinette Becker (Sexualwissenschaftlerin und psychoanalytische Psychotherapeutin, Frankfurt) bereits 2016 in einem interessanten Gespräch mit Julia König unter dem Titel Sexualität, die stört:

Und gleichzeitig gibt es ja jetzt die Möglichkeit, dass Kinder zu Beginn der Pubertät schon pubertätsunterdrückende Hormone bekommen, wenn man sie für transsexuell hält. Man sagt, das sei das Recht des Kindes, das Kind sei in der Lage, mit neun, zehn, elf Jahren zu entscheiden, dass es die bevorstehende Pubertät nicht will. Von der es gar nicht weiß, wie sie ist. Es entscheidet insofern unwissend, es entscheidet schlicht, dass es das ungewisse Bevorstehende nicht will." ... „Im Zeichen der Vielfalt wird die Sexualität unterdrückt. Denn die behandelten Kinder haben dann erst mal keine." (S. 117f.)

Sexualität, die stört, in: Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie, 2016

Informierte Einwilligung – die heiße Kartoffel

Hot potato concept 123rfKeira Bell und Mother A. hatten in Großbritannien geklagt, dass Minderjährige nicht in der Lage seien, in eine körper-medizinische Behandlung von Genderdysphorie einzuwilligen. In einem aufsehenerregenden Urteil hatte Ende 2020 der High Court in London diese Auffassung weitgehend bestätigt. Die RichterInnen erklärten beispielsweise, es sei „höchst unwahrscheinlich“, dass ein Kind unter 13 Jahren in die Behandlung einwilligen könne, und es „zweifelhaft“ sei, dass ein Kind von 14 oder 15 Jahren die Folgen verstehen würde.

In einem Revisions-Verfahren erklärte schließlich im September 2021 der Court of Appeal, es sei unangemessen, dass der High Court die Leitlinien vorgibt. Stattdessen sollten die Ärzte beurteilen, ob ihre PatientInnen ordnungsgemäß einwilligen können. Eine Wiederaufnahme des Verfahrens wurde im Mai 2022 abgelehnt.

Daher sind nun wieder die ÄrztInnen in der Pflicht, ordnungsgemäße Einwilligungen zur GD-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.

Wie geht es Leo?

pexels kampus production 8941625 800Leo gehört zu den mindestens 12 schwedischen Teenagern, die durch Pubertätsblocker geschädigt wurden, s. SVR-Doku. Leo hat ständige Rückenschmerzen, zudem schmerzen Hüften und Schultern. Erstmals 4,5 Jahre nach Beginn der Behandlung mit Pubertätsblockern wurde Leo getestet. Diagnose: irreversible Knochenschäden.

Leo's Geschichte, Dailymail, 29.04.2022

Die NY Times veröffentlichte im November 2022 einen investigativen Bericht über Pubertätsblocker bei GD-Jugendlichen:

They Paused Puberty, but Is There a Cost? Investigation-Report, nytimes, 14.11.2022

Zeitgeistphänomen trans*

modern timesIn einem Hyslop-Uncut Podcastvideo auf YT äußert sich Dr. Alexander Korte (Münchener Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie) ausführlich zu diversen Themen wie Pubertätsprobleme, Gender-Dysphorie, Transsexualität, Risiken von Behandlungsmethoden, aber auch Self-ID und Trans-Ideologie.

Transsexualität, Dysphorie und Self-ID, Interview mit Dr. Korte, 07.04.2022

Ansteckung durch Social Media nachgewiesen

eye 1686932  pixabayBei einem neu aufgetauchten Tic-Phänomen konnte nachgewiesen werden, dass sich Teens offensichtlich durch die Beschäftigung mit bestimmten YouTube-Kanälen ‚infizieren‘ können. Sie litten nicht unter individuellen Tics, sondern zeigten genau die Symptome, die auf diesen YT-Kanälen präsentiert werden.

Prof. Dr. Müller-Vahl (MH Hannover), Spezialistin für Kinder mit Tourette-Syndrom, erklärt die Diagnostik der neuen funktionellen Tic-Störung im Vergleich zu Tourette sowie die Unterschiede in der Symptomatik und Behandlung.  Tabelle. Zudem berichtet sie, wie funktionelle Störungen durch Soziale Medien – in einer Art Massenpsychose – „übertragen“ werden können und dass nur entsprechend vulnerable Teens deutlich gefährdet sind.

Kann man sich auf Social Media anstecken? YT, KindermedienlandBW, 01.12.2021

Stop that! It’s not Tourette’s but a new type of mass sociogenic illness, Müller-Vahl, 23.08.2021

Rapid Onset Functional Tic-Like Behaviors in Young Females, 13. 08.2021

President of leading trans org admits social contagion is driving surge in kids identifying as transgender, 24.01.2023

Mit Tourette angesteckt – Sind psychische Störungen übertragbar? Auf TikTok und Instagram zeigen viele ihre Symptome. Fachleute fürchten: Die Überzeugung, an etwas zu leiden, kann jeden befallen, 30.05.2023 (ROGD wird in diesem Artikel ausgeklammert.)

Informierte Einwilligung bei Genderdysphorie – es ist kompliziert

roads 320371 artverau pixabayDie Behandlung der Genderdysphorie erfordert schwierige Entscheidungen von minderjährigen Betroffenen und ihren Eltern, spätestens wenn es um Pubertätsblocker, Cross-Sex-Hormone oder chirurgische Veränderungen geht. Für die Aufklärung und den Prozess zur Aufklärung und Einholung der Zustimmung der Beteiligten gibt es keinen etablierten Standard. Stephen B. Levine u. a. erörtern, was bei der üblichen gender-affirmativen Behandlung genderdysphorischer Teens & Twens so besonders problematisch ist und hinsichtlich „Informierter Einwilligung“ überdacht werden sollte.

„Social transition, hormones, and surgeries are unproven in a strict scientific sense, and as such, to be ethical, require a thorough and fully informed consent process."

Reconsidering Informed Consent for Trans-Identified Children, Adolescents, and Young Adults, Levine u. a., 17.03.2022

Revisiting the Impossibility of Informed Consent for Transgender Interventions, Robbins, 19.07.2022

Auch der schottische Arzt Dr. Antony Latham, Spezialist für Bioethik und Medizinrecht, diskutiert die Frage:

Puberty Blockers for Children: Can They Consent? 27.06.2022

Soziale Transition – Abkoppeln von der Realität?

young girl active on soccer fieldKinder-Transition

A childhood is not reversible – dieser eindrückliche Beitrag eines anonymen Psychologen auf transgendertrend.com ist eine unbedingte Leseempfehlung. Er beschreibt die soziale Transition von Kindern lange vor der Pubertät durch deren Eltern, die annehmen, dass „du bist trans“ der richtige Umgang mit der Nonkonformität ihres Kindes ist und zudem reversibel. Manche Familien gehen sogar so weit, dass sie die soziale Transition ihres Kindes für Bekannte und Mitschüler­Innen in der Schule und in Freizeitbereichen geheim halten wollen und außerdem die rechtliche Transition erwirken.

Wenn diese früh sozial transitionierten Kinder dann die Pubertät erreichen, kommt bei ihnen Genderdysphorie und bei den Eltern oft Panik auf, der Weg zur medizinischen Transition ist vorgezeichnet.

Der Autor beschreibt auch die Alternative: Eltern können ihr gender-non-konformes Kind in seiner Nonkonformität unterstützen, damit es bleiben kann, wie es ist, und sich nicht partiell von der Realität abkoppeln muss.

Over the half of her patients now identiy as transgender, dailymail, 08.05.2022

Early Social Gender Transition in Children is Associated with High Rates of Transgender Identity in Early Adolescence, SE°GM, 06.05.2022

Finnland: Priorisierung von Psychotherapie

finnish flag 123273 by MerjaPartanenVor über einem Jahr gab Finnland neue Richtlinien heraus, die Psychotherapie statt Pubertätsblocker und Hormone zur Erstbehandlung von genderdysphorischen Jugendlichen vorsehen. Irreversible ‚geschlechts-bejahende' Interventionen sollen nicht mehr für unter 25-Jährige verfügbar sein. Damit weicht die finnische Gesundheitsbehörde deutlich von den WPATH-SoC ab. Grundlage für diese Entscheidung war eine systematische Überprüfung der Behandlungsplausibilität, mit dem Resultat einer nicht schlüssigen Evidenzlage.

Die finnische Gesundheitsbehörde setzt die Überarbeitung der Richtlinien so lange aus, bis die Forschung in der Lage ist, den jüngsten starken Anstieg von Jugendlichen mit GD (davon im Übermaß ) zu erklären. Außerdem muss belegt sein, dass die ‚geschlechts-bejahende' körper-medizinische Behandlung die Gesundheitsergebnisse verbessert und die Detransitionsrate quantifiziert werden soll. Finnlands Apotheken nehmen mittlerweile keine Rezepte des Online-Anbieters GenderGP mehr an.

In Deutschland ist die Evidenzsituation nicht anders. Die Frage, woher der signifikante Anstieg der Zahlen von GD-Jugendlichen kommt, wird hierzulande auch stets thematisiert, aber es gibt (unseres Wissens) keine Bestrebungen, die Situation zu erforschen. Trotzdem schreitet die Formulierung neuer Leitlinien für Kinder- und Jugendliche mit Genderdysphorie in Deutschland fort. Deren geplante Fertigstellung wurde bisher 4 Mal (!) um ein Jahr verschoben und steht aktuell auf März 2023.

One Year Since Finland Broke with WPATH "Standards of Care“, SE GM

Finnische Leitlinien für GD bei Jugendlichen im Original

Finland Takes Another Look at Youth Gender Medicine, 23.02.2023

Deine Pronomen? Ok, aber sag mir lieber Deine Adjektive!

Adjektive WortwolkeIn der deutschen Sprache sind die gebräuchlichen Dritte-Person-Einzahl-Pronomen geschlechtsbezogen: sie und er. Ansonsten hat sich noch keines der Neuerfindungen für non-binäre Pronomen etabliert, oder kennen Sie z. B. en, iks, sel oder xie?

Schweden versucht seit 10 Jahren begrenzt erfolgreich, das Pronomen hen in die Alltagssprache einzuführen. Niemand wird gezwungen, es zu verwenden, aber manchmal wird hen bewusst als ‚ideologischer Marker‘ eingesetzt. In Schwedens Kirche ist das größte Spaltthema die Männlichkeit Gottes, was auch sprachliche Probleme bereitet.

In Frankreich startet gerade der Versuch, iel zu etablieren, die Erfolgsaussichten sind auch hier ungewiss, da nicht klar ist, ob es in der Bevölkerung dafür ein echtes Bedürfnis gibt.

Locus of Control

comedy tragedy masks 1715466 MikesPhotography pixabayEltern, die Berichte von anderen Familien mit gender­dysphori­schen Teens und Twens hören, haben einerseits häufig Wieder­erkennungs-Mo­mente, andererseits ist im einzelnen Fall dann doch etliches anders. Die Frage nach den Ursachen von Genderdysphorie bei Jugendlichen ist stets präsent.

Experten beantworten sie meistens mit der „Born-that-way“-These, obwohl es gerade bei dem ROGD-Subtyp von Genderdysphorie (GD) keine entsprechende Vorgeschichte in der Kindheit gibt und darüber hinaus auch die wissenschaftliche Basis für „Born-that-way“ fehlt. Andere äußern die Vermutung, die Ursachen für GD seien „multifaktoriell“, aber auch „fluide“. Alle diese Antworten sind nicht unbedingt geeignet, das Grübeln darüber einzustellen, worauf die Genderdysphorie eine Reaktion sein könnte.

Zu den am häufigsten genannten Faktoren für ROGD hier einige Inspirationen:

@Angst – Lisa Marchiano erklärt, was der „Ort der Kontrolle“ (Locus of Control) mit Ängsten und Resilienz bei Teens und Twens zu tun hat, in

Collision with Reality: What Depth Psychology Can Tell us About Victimhood Culture, 2017

Cross-Sex-Hormone bereits für 13-Jährige?

shutterstock 1600553434 Im Beitrag „Fehldiagnose ‚trans‘ – und die gravierenden Folgen“ (Die Welt) berichtet eine Insiderin, „dass es aber heutzutage keine Seltenheit mehr sei, dass Kinder auch mit 13 oder 14 Jahren eine Hormonbehandlung erhalten. ‚Damit ermöglicht man Kindern eine altersgemäße Entwicklung mit ihrer Peergroup.‘

Diese Aussage bedeutet, dass auch in Deutschland bereits 13-jährige biologische Jungen Östrogen erhalten und 13-jährige biologische Mädchen mit Testosteron behandelt werden, wenn angenommen wird, dass sie eine transsexuelle Entwicklung machen könnten.

Wie sieht eine Pubertät mit CSH (Cross-Sex-Hormonen) trotz gegengeschlechtlichem Körper aus? Ist beispielsweise eine homosexuelle Entwicklung überhaupt noch möglich? Was bewirkten die CSH in Bezug auf die intellektuelle, emotionale, psychosoziale und psychosexuelle Entwicklung? Müssen solche experimentellen Behandlungen von den Krankenkassen bezahlt werden?

Fehldiagnose ‚trans‘ – und die gravierenden Folgen, Die Welt, 12.01.2022

Heute Medizinfortschritt – morgen Skandal?

148252710 s123rfAlison Clayton, eine australische Psychiaterin, gibt anhand der Medizingeschichte mehrere Beispiele von Praktiken, die zu ihrer Zeit medizinischen Fortschritt darstellten, in der Rückschau aber als „gefährliche Medizin“ oder Skandal angesehen werden. Ihnen ist gemeinsam, dass sie nicht als barbarisch galten, obwohl sie i. d. R. sehr invasiv, risikoreich sowie ohne strenge Evidenzbasis waren. Sie wurden von Ärzten und der Öffentlichkeit begrüßt und begeistert gefeiert, einige waren sogar nobelpreiswürdig. Bei präfrontalen Lobotomien, Klitoris-Kauterisationen, Strombehandlungen etc. macht sich nach einiger Zeit Skepsis und Ernüchterung breit, heute sind solche Behandlungsmethoden kaum noch nachvollziehbar.

Clayton stellt die Frage, wie in Zukunft rückschauend die derzeit üblichen, teilweise ebenfalls drastischen Operationen wegen Genderdysphorie gesehen werden könnten, und wendet dieses Gedankenexperiment exemplarisch auf die „vermännlichende Brustchirurgie“ für Jugendliche mit „Chest Dysphorie“ an.

The Gender Affirmative Treatment Model for Youth with Gender Dysphoria: A Medical Advance or Dangerous Medicine? A. Clayton, 10.11.2021

Parallels Between Lobotomy and Childhood “Gender” Transition, S. Ayad, 2020

Die Rolle der Kliniker bei Genderdysphorie

psychology g1e9bbcb7b by OliverKepka PixabayIn einem wissenschaftlichen Beitrag beleuchtet Stephen B. Levine die Behandlungsansätze und Möglichkeiten der Psychotherapie bei Menschen, die an Genderdysphorie leiden. Und er liefert am Beispiel von jugendlichen Patienten ein Modell für einen Bewertungsprozess, das sich deutlich von dem üblichen „Affirmations-Modell“ unterscheidet.

„Gender identity is only one aspect of an individual’s multifaceted identity” and „it is relevant and ethical to investigate the forces that may have propelled an individual to create and announce a new identity.” ... "Making a diagnosis of gender dysphoria is easy. Thinking about what it is a response to is not."

Reflections on the Clinician’s Role with Individuals Who Self-identify as Transgender, 15.09.2021

Interview mit Stephen B. Levine, 16.11.2021

Trans* – und wenn ja, wie viele?

door  by RyanMcGuire pixabayBekanntermaßen gibt es für Deutschland kaum statistische Daten, die Transition, Transitionsbehandlung, Genderdysphorie, Genderinkongruenz betreffen. Neu sind die am 16.11.2021 veröffentlichten Zahlen zu geschlechts­an­gleichen­den Operationen von Statista, deren Datenquelle mit ‚Statistisches Bundesamt' angegeben ist.

Zahlen zu geschlechtsangleichenden Operationen, Statista, 16.11.2021

Wie identifizieren sich Boomer, Gen X, Millenials, Gen Z? Statista, 13.05.2022

Lost Boys?

stones pixabayCa. 20 % der ROGD-Jugendlichen sind biologisch männlich, ob ihr Anteil steigt, ist unklar. Eltern von Söhnen vermuten, dass die Genderdysphorie mit der Online-Spielkultur zusammenhängt, dass ihre Teens/Twens psychosoziale Entwicklungs­ver­zögerungen und Ängste haben, obwohl sie oft ziemlich intelligent sind. Ansonsten scheint Einsamkeit – verstärkt in den vergangenen Jahren durch die Pandemie – eine Rolle zu spielen.

When Sons became Daughters, 2021

Lost boys, Ourduty, Mai 2021

The Lost Boys: Searching for Manhood, 5 ♂ Detransitionierte, Experts: Jo Burgo, Az Hakeem, CBC, YT, J. Lahl, 15.01.2024

The 4 types of Males with Gender Issues and how to handle them, Stella O'Malley, Video, 18.01.2024

The Island of Misfit Boys, PITT, 23.02.2024