Meine Tochter würde sich als trans outen?

question mark 2901642 640geralt pixabay Aufgrund normaler elterlicher Schutzinstinkte wäre Kristina Schröder (ehem. Familienministerin) erst einmal skeptisch, wenn sich eine ihrer Töchter demnächst für trans halten würde, da hierfür bislang jegliche Anzeichen fehlen. Wie viele Mütter würde sie sich eine objektive Experten-Diagnose*) wünschen, allerdings ahnt sie, dass es an diesem Punkt bereits schwierig würde. 

Allein die Erleichterung der rechtlichen Transition, insbesondere aber der Verzicht auf jegliche Art von Diagnose bzw. Gutachten im geplanten Selbstbestimmungsgesetz, ebnen den Weg für eine transsexuelle Entwicklung. Schröder sieht darin eine Bagatellisierung von Trans-Sein, von der sie fürchtet, dass Transsexuelle zukünftig weniger ernst genommen werden und sich zudem die Falsch-Positiv-Rate erhöhen könnte.

Ihrem gesunden Menschenverstand kommt der in den letzten Jahren sprunghafte Anstieg von Jugendlichen - ganz überwiegend Mädchen - die erst in der Pubertät eine Genderdysphorie entwickeln (ROGD) ausgesprochen rätselhaft vor und sie kann sich gut vorstellen, dass vulnerable Jugendliche letztlich andere psychische Probleme haben oder dass der Transitionswunsch Ausdruck von Schwierigkeiten mit der sexuellen Orientierung sein kann.

Schröder ist zudem besorgt über die Radikalisierung der Transsexuellenbewegung:

"Wer dennoch die schlichte Tatsache erwähnt, dass auch hormonelle und operative Eingriffe zumindest nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nichts an den Keimzellen eines Menschen ändern können, er somit auf dieser Ebene biologisch in seinem Geburtsgeschlecht bleibt, wird als „transfeindlich“ niedergeschrien."

Meine Tochter würde sich als trans outen? Da wäre ich erst mal skeptisch, WELT, 14.07.2022 (leider Bezahlschranke)

Kristina Schröder kritisiert Abschaffung der psychologischen Gutachten, WELT, 30.06.2022


*) Stichwort „Objektive Experten-Diagnose”

Was bedeutet „Objektive Diagnose” bei Genderdysphorie? Prof. Dr. Winter, Leiterin der Kinder- und Jugend-Genderambulanz der Berliner Charitée, wurde von der FAZ (04.07.2022), danach gefragt, wie die Transidentität bei jungen Menschen festgestellt werden könne. Ihre Antwort:

„Die Geschlechtsidentität ist eine sub­jektive Einschätzung. Es gibt keine Diagnostik wie eine Blutentnahme oder Ähnliches. Deshalb ist es sehr wichtig, den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, uns ihre Gedanken zu ihrer Geschlechtsidentität mitzuteilen. Wenn wir das nicht infrage stellen, können die jungen Menschen eigene Unsicher­heiten zulassen und ihren Weg finden. Ihre subjektive Einschätzung ist für uns maßgeblich. Dabei ist die Haltung ­wichtig, dass Transsexualität heute nicht mehr als Krankheit gesehen wird, wie man früher noch dachte. Sondern ein subjektives Gefühl. Für uns bedeutet das: Wir prüfen nicht, wir stellen es nicht infrage. Wir schauen nicht, ob es wirklich so ist.”