Die Diskussion um das Dutch Protocol erreicht die Politik in den NL

dutch-flag-513659_BenKerckx_pixabayDie niederländische Oppositionspolitikerin und Ärztin Dr. Nicki Pouw-Verweij verlangt vom niederländischen Gesundheitsminister Dr. Ernst Kuipers, dass er Maßnahmen ergreift, um autistische Minderjährige vor der medizinischen Transition zu schützen. Solange nicht geklärt ist, warum so viele Mädchen mit Autismus in den Kliniken auftauchen, sollten sie nicht medizinisch transitioniert werden. Sie stellt folgende Fragen:

Der Philosoph Dr. Jilles Smids (Erasmus University Medical Centre in Rotterdam), sagte Bernard Lane in diesem Zusammenhang, dass die Amsterdamer Klinik die Patientenautonomie vermutlich falsch verstanden habe.

Im Gesundheitswesen bedeutet Autonomie niemals das Recht, die Behandlung zu erhalten, die der Patient wünscht. Autonomie ist in erster Linie das Recht, auf der Grundlage einer korrekten Differenzialdiagnose eine informierte Zustimmung zu Behandlungen zu geben, die angezeigt sind." ... „Die Amsterdamer Ärzte sollten die begründete Gewissheit haben, dass ihre Behandlung unterm Strich den Jugendlichen nützt - solche Beweise gibt es leider nicht. Ich halte es daher für sehr wichtig, dass die Niederlande ihren Kurs ändern und dem jüngsten vorsichtigen und viel vernünftigeren Ansatz von Finnland und Schweden folgen.

Dr. Peter Vasterman, Mediensoziologe, der zusammen mit dem Journalisten Jan Kuitenbrouwer Anfang des Jahres erstmalig kritisch in den Niederlanden über die Gender-Medizin für Jugendliche berichtet hatte, beurteilt die Situation so:

"Jetzt, wo sich die kritischen Studien häufen, halten sie immer noch an der Idee fest, dass eine medizinische Behandlung notwendig ist, um das Leiden zu lindern - trotz der Tatsache, dass das Leiden aus den Kriterien der Gender-Inkongruenz entfernt worden ist. Mehr als 2 Jahrzehnte lang haben [die niederländischen Ärzte] die fortschrittliche und humane Behandlung dieser [Trans-identifizierenden] Kinder vertreten, eine Behandlung, die zu einem großen internationalen Erfolg wurde. Es ist schwierig, von diesem glamourösen Podest herunterzusteigen."

"Die Medien und das Publikum sind fasziniert von diesen jungen Menschen, die eine so radikale Transition durchmachen."

In den Niederlanden würden schwierige Fragen zur Behandlung als fast schon respektlos gewertet.

"Wie können Sie es wagen, daran zu zweifeln? Wichtig ist auch der visuelle Aspekt der Transition, der sie für das Fernsehen sehr attraktiv macht."

Änderung des Geschlechtseintrags und medizinische Maßnahmen

Wie auch in Deutschland wird in den Niederlanden überlegt, dass Jugendliche ohne jegliche Gutachten früh ihren Geschlechtseintrag ändern lassen können. Dr. Pouw-Verweij sieht darin ein Problem für Jugendliche, obwohl Gesundheitsminister Kuipers behauptet, dass das geplante Gesetz nichts mit der med. Transition zu tun habe:

"Wenn Menschen [auch Minderjährige] ihr Geschlecht in ihrem Pass mit einem Fingerschnippen ändern können, wie können Ärzte ihnen dann sagen, dass sie ihr Geschlecht nicht auch medizinisch ändern können?"

Man müsse sich fragen, so Dr. Pouw-Verweij, welche Behandlung die größte Chance, den größten Nutzen bringt und den geringsten Schaden anrichtet.

"Und wenn jemand auch noch autistisch ist und Sie die Möglichkeit nicht ausschließen können, dass der Autismus in Verbindung mit den Pubertätssymptomen eine sekundäre Genderdysphorie verursacht, dann ist das Risiko eines Schadens sehr groß. Sie sollten diese Person erst dann behandeln, wenn Sie definitiv sicher sind, dass es sich um eine primäre Genderdysphorie handelt."

'Stop this now, Minister' Once famous for caution, the Amsterdam gender clinic stands accused of undermining its own safeguards, Bernard Lane, 21.03.2023


Weitere Informationen

Der Mythos des Dutch Protocols hat drastisch gelitten, weil nachgewiesen wurde, dass die Evidenz der medizinischen Behandlung, die genderdysphorische Jugendliche heute anstreben ‚dünner als Eis bei Null Grad‘ ist:

Neue Kritik: Niederländischer Schlamassel statt Goldstandard

Das Dutch Protocol

Bereits 2021 versuchte einer der niederländischen Forscher, Dr. Thomas D. Steensma, die Reißleine zu ziehen:

Hört auf, unsere Forschung blindlings zu übernehmen

Auch melden sich sogar in den Niederlanden jetzt einzelne Detransitionierte, die z. B. am berühmten VUmc in Amsterdam und in Groningen (der Wiege des Dutch Protocols) versorgt wurden:

Es ist, als ob man aus einer Sekte aussteigt

Neuer ausführlicher Beitrag in den Niederlanden, in dem auch Detransitionierte zu Wort kommen:

De behandeling van transgender jongeren in Nederland werd geprezen. Nu groeit de kritiek op ‘the Dutch approach’, 24.02.2023

Weitere Medien-Beiträge in den NL

"Pano" onderzoekt medische behandeling van trans tieners: grote stijging aanmeldingen, maar ook discussie over juiste aanpak, VRT, 26.03.2023

Journalist Vandendriessche zitiert den Arzt Patrik Vankrunkelsven, er ist der Direktor von CEBAM (Belgisch Centrum voor Evidence-Based Medicine), einer Institution, die die wissenschaftlichen Grundlagen von medizinischen Maßnahmen untersucht:

„Vankrunkelsven ist begeistert von den WPATH-Richtlinien. 'Wenn wir als CEBAM sie überprüfen müssten, würden wir sie eigentlich in den Müll werfen. Sie enthalten offensichtlich gute Elemente, aber wenn es um Pubertätsblocker geht, fehlen die wissenschaftlichen Beweise. In diesem Punkt haben sie uns enttäuscht.'"

Fel debat over puberteitsremmers en mannelijke/vrouwelijke hormonen: "Wat jullie doen, is een experiment op kinderen", VRT, 29.03.2023