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Gender Exploratory Therapy

Der derzeitige Affirmation-Only-Trend bei der GD-Behandlung hat iatrogene Wirkung. Nach den Erfahrungen vieler Eltern führt die ständige Bestätigung der Selbstdiagnose Trans* nahezu immer zu einer Art „Trans-Kaskade“, die wie ein Förderband die transsexuelle Entwicklung von Jugendlichen unterstützt. Theoretisch besteht natürlich jederzeit die Möglichkeit des „Ausstiegs”.

Discover who you areIn letzter Zeit haben vor allem Sasha Ayad, Stella O'Malley sowie Susan und Markus Evans veröffentlicht, welche Erfahrungen sie bei GD-Jugendlichen mit einer konventionellen Therapie gemacht haben, die sich am treffendsten als „Gender Exploratory Therapy“ bezeichnen lässt. Statt anzunehmen, dass trans* angeboren und unveränderlich ist, betrachten sie die Gender-Infrage­stellung bei Jugendlichen eher als ein ganz normales Pubertätsproblem heute.

Gender Dysphoria: A Therapeutic model for Children, Adolescents&Young People, S. und M. Evans, 2021, Rezension von L. Maynard

How I Work with Gender-questioning Teens, S. Ayad, 2018

Gender: A wider Lens: S. Ayad und S. O'Malley haben die Gender Exploratory Therapy in mehreren Folgen ihres Podcasts erläutert,

Folge 24

Getting Started in Gender Exploratory Therapy

Dies ist die erste Episode einer kurzen Serie, die den Hörer hinter die Kulissen eines gender-erkundenden Therapieprozesses führt. Obwohl viel über Gender Affirmative Therapy geschrieben wurde, wurde sehr wenig über ein Konzept geschrieben, das oft als Gender Exploratory Therapy bezeichnet wird. Sasha und Stella diskutieren die Besonderheiten des Aufbaus einer therapeutischen Allianz, wenn eine Person ihre Genderidentität infrage stellt. Sie beschreiben verschiedene Strategien, die sich mit Themen wie Namen, Pronomen, Kleidung und Frisuren befassen und reflektieren die verschiedenen Phasen der Therapie, die sie in den folgenden Folgen der Serie besprechen werden.

  • 2:30: Das passiert tatsächlich in der Therapie?
  • 4:11: Sasha teilt eine Gender-Geschichte über eine junge Klientin, die sie einmal hatte.
  • 9:40: Sasha und Stella teilen ihre Perspektiven auf den Begriff „gender-kritischer Therapeut“.
  • 13:00: Halten Sie Politik aus der Therapie heraus. Das heißt aber nicht, dass Sie Ihren Klienten nicht herausfordern können.
  • Was ist der beste Weg, einem Kind die Therapie vorzustellen?
  • Wie vermeiden Sie Machtkämpfe in der Therapie?
  • 16:30: Welche Pronomen sollte man in der Therapie verwenden?
  • 23:13: Es ergibt Sinn, warum Eltern vorsichtig sind, was die Methoden des Therapeuten angeht. Ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Haufen.
  • Wie können Therapeuten die Eltern besser in den Therapieprozess einbeziehen?
  • Eltern nehmen oft zwei Haltungen ein, wenn sich eines ihrer Kinder als genderunsicher outet. Das Swat-Team vs. der komplette Pazifist. Keines der beiden Extreme ist gut.
  • Denken Sie daran, Sie sind auf der Seite Ihres Klienten. Du bist nicht der Therapeut der Eltern.
  • Stella redet nicht permanent mit dem Klienten über das Gender. Das Thema kann anstrengend werden. Es ist wichtig, über einen Haufen anderer Themen zu sprechen, die in der Welt des Klienten passieren.
  • Wie spricht man mit Teenagern und was sind die medizinischen Risiken als Therapeut?
  • Sasha teilt einige der besten Wege mit, wie sie eine Beziehung zu ihren jugendlichen Klienten aufbauen kann, ohne dass es zu einem „Wir gegen die Eltern“-Problem wird.
  • So viele Eltern wollen, dass die Therapeuten sich nur auf dieses eine Problem mit ihrem Kind konzentrieren und alle anderen Charakterzüge unberührt lassen. So funktioniert die Therapie aber nicht.
  • So viele Kinder sind so überdreht und so leistungsstark, aber wenn man sich mit einigen der zugrunde liegenden Probleme befasst, besteht die Möglichkeit, dass ihre leistungsstarken Tendenzen reduziert werden.
  • Die Eltern würden lieber die Therapie abbrechen, als dass ihr Kind die Prüfungen nicht besteht.
  • Woher wissen Sie, wann Sie sich in einem Machtkampf befinden und wann Sie Ihre elterliche Autorität nutzen?
  • Über welche Art von Themen würden Sasha und Stella es vermeiden, mit ihren jugendlichen Klienten zu sprechen?
  • Sie wollen wirklich nicht die Seifenblase Ihres Klienten platzen lassen. Sie wollen aber auch nicht, dass diese Blase immer weiter aufsteigt. Sasha erzählt, wie sie versucht, diese feine Balance zu managen.

Folgende Aspekte sind bei der Gender Exploratory Therapy außerdem bedeutsam:

Therapeuten dieses Ansatzes „normalisieren“ Genderdysphorie dahingehend, dass sie sie als eine der vielen möglichen Irrungen und Wirrungen der Pubertät betrachten. Gleichwohl ist es für TherapeutInnen, die GD-Teens behandeln wichtig, mit der Trans-Ideologie vertraut zu sein, die Sprache, die Narrative, die Influencer-/Internet-Szene zu kennen, außerdem das Verhältnis zur Familie und der Peergroup.

Die Konstellation, dass normalerweise die Person, die die Psychotherapie des Jugendlichen durchführt, auch diejenige ist, die Indikationsschreiben bzw. Gutachten erstellt, ist für eine explorative Therapie äußerst ungünstig und sollte getrennt werden.

Weitere Links:

Thoughtful Therapists, Meeting Thoughtful Therapists, 29.04.2021

THERAPY FIRST vormals Gender Exploratory Therapy Association (GETA)

Toward a more nuanced exploration: An interview with Sasha Ayad, 2018

Lisa Marchiano on the trouble with transing kids, 2017

Warum Gender Explorative Therapie keine Konversionstherapie ist

In Analogie zur Konversionstherapie für Homosexuelle wird manchmal der Begriff „Trans-Konversionstherapie“ benutzt, der bedeuten würde, dass ein Therapeut versucht, eine Person von ihrer Trans-Identifizierung abzubringen. Ein therapeutisches Vorgehen, das eine Agenda oder ein geplantes Ergebnis für einen Klienten vorsieht, würde allerdings in die Freiheit des Klienten eingreifen und wäre daher unethisch.

In einer Gender-explorativen-Psychotherapie wird dagegen eine Person bei der Erforschung ihres inneren Selbst begleitet, ergebnisoffen und sachlich-neutral.

Gender exploratory therapy is an approach that seeks to explore the client’s inner world before they embark on medical transition, in the belief that it is more beneficial to have reflected upon these issues before taking physical steps.“

What is conversion therapy? S. O'Malley, 15.06.2022

„The reason why I am against conversion therapy is because I don’t think any therapist should have an agenda and nor should they have a planned outcome for therapy. I think ethical therapy should be exploratory where therapists and clients work collaboratively to engage in a thoughtful and compassionate therapeutic process.

The reason why I favour Gender Exploratory Therapy is because I think it is a much better approach than the new, experimental and narrow-minded gender affirmative model.“

„The gender affirmative care model is an experimental approach to gender identity that has only been in existence since 2012. The Cass Review has recently described this approach as 'not a safe or viable long-term option' for children. Gender affirmative therapy has been described as the 'nodding-dog approach' where therapists act only as facilitators, without offering any exploratory thought or thought-provoking analysis, or encouraging the individual to consider their unconscious motivations. The gender affirmative approach is child-led rather than child-centered and promotes early and aggressive medical intervention for children.“

Telling the Truth in a Time of Deceit, S. O'Malley, 14.08.2022

„Affirmative therapy for gender identity refuses to consider if past trauma, eating disorders, family conflicts, autism spectrum disorder, depression, or anxiety may be contributing to a young person’s gender struggles. It’s a true disservice to the integrity of psychological therapy if clinicians blindly support cross-sex hormones, breast removal, hysterectomy or SRS for severely distressed patients. Banning any effort to investigate gender identity is a one-size-fits-all mandate on therapists that will harm vulnerable patients and prevent them from receiving appropriate psychological care.”

How Conversion Therapy Bans Can Cause Harm, S. Ayad, 20.01.2021

„At best, this misuse of the term 'conversion therapy' is ignorant; at worst, it’s a deliberate propaganda trick intended to defame therapists such as myself. Gender-exploratory therapists do indeed 'affirm' the existence of individuals’ feelings and beliefs, as well as their wish to live as authentic beings. What we do not do is confirm these beliefs as based on fact, which is what the affirmation model effectively would require.

At the American Academy of Pediatrics, ‘Affirmation’-Based Gender Dogma Is Finally Being Challenged, S. O'Malley, 23.08.2022


Gender Exploratory Model (GEM)

Anastassis Spiliadis erläutert, was er unter dem GEM versteht. Er positioniert das GEM jenseits der Ansätze ‚affirmativ' und ‚reparativ', die er als problematisch ansieht.

Towards a Gender Exploratory Model: slowing things down, opening things up and exploring identity development, Spiliadis, 2019

Spiliadis hat als leitender systemischer & Familienpsychotherapeut, Supervisor & Trainer sowohl im Gender Identity Development Service (GIDS) des Tavistock and Portman NHS Foundation Trust als auch im Maudsley Centre for Child & Adolescent Eating Disorders (MCCAED) gearbeitet und ist in freier Praxis in London und Athen tätig.

„Holding on to my systemic training, I connect with the conceptualisation of gender identity as socially constructed but equally acknowledge the sexed reality of our bodies and their boundaries and limitations, irrespective of whether these are chromosomal or relating to external genitalia or internal reproductive organs.”

Spiliadis beschreibt das Gender Exploratory Model (GEM) als

„framework or approach to supporting young people’s gender identity development operates within the domain of exploration; in that domain, the therapist(s) could actively acknowledge and respect the young person’s gender identity and subjective experiences (without attempting to alter these) and at the same time invite them into an exploratory therapeutic or ‘assessment’ process, in order to better understand the meaning-making of their gender(ed) and broader selves. This aligns closely with Di Ceglie’s (2009) psychodynamic - developmental approach; the founder of GIDS proposed a developmental approach to working with young people experiencing gender-related distress, where acceptance, curiosity, unconscious meaning, and projective identification would be at the core of the therapeutic journey."

Zum Schluss stellt Spiliadis ein Fallbeispiel vor, bei dem die therapeutische Arbeit auf Basis des Gender-Explorations-Modells erfolgte.

Nach dem Gender Exploratory Modell können Kliniker auf der Grundlage systemischer und entwicklungspsychologischer Theorien genderdysphorische Jugendliche oder junge Erwachsene

„invite ... into a process of collaborative exploration, whilst being mindful of the different domains of their action and the intersection with different contexts of the embodied and narrated distress. Such a model offers more possibilities with regards to assessment outcomes and young people’s developmental trajectories."

Das Affirmation-Only-Mindset wird mittlerweile infrage gestellt

Eltern von genderunsicheren Kindern, die nicht von der Standard-Medikalisierung überzeugt sind, haben große Schwierigkeiten, alternative Behandlungsmöglichkeiten zu finden, die mehr bieten, als nur Bestätigung und Weiterüberweisung. Bernard Lane berichtet über mehrere Alternativen zum dogmatischen Affirmation-Only-Trend in aller Welt:

Active Watchfull Waiting wurde von der Psychotherapeutin Jenny Kyng in Australien gegründet.

„Ms Kyng said she believed that social contagion was at work, with young people drawing gender dysphoria features from the “symptom pool” and using this diagnosis to define and express their very real distress, which in truth might have other unexamined causes. 'I’ve worked with young people in an eating disorders ward, in a drug and alcohol ward. I just know how vulnerable they are and how susceptible they are to influence.'“

Laut Frau Kyng sind die Active Watchfull Waiting-Therapeuten unpolitisch und säkular, sie orientieren sich an Meinungs- und Religionsfreiheit.

Der Begriff „Watchful Waiting“ wurde um den Zusatz „Aktive“ ergänzt

„to make clear that the alternative to the gender-affirming mindset was not 'a passive, apathetic approach' but a compassionate and exploratory intervention aimed at helping clients to arrive at the best outcome for them.“

Thougthful Therapists ist eine Gruppe in England und Irland, die von James Esses gegründet wurde.

THERAPY FIRST – vormals Gender Exploratory Therapy Association (GETA)

Klinischer Leitfaden von THERAPY FIRST für TherapeutInnen, die mit Jugendlichen arbeiten, die ihr Geschlecht/Gender infrage stellen (EN), 03.12.2022


Affirmation oder Exploration – eine ethische Frage

Gender exploratory therapy – Is it conversion therapy? Gender Crossroads, 04.05.2023

The therapist-client contract – draft, S. O'Malley, 07.09.2024

 

Was tun?

Eltern eines ROGD-Teens stehen immer vor der Herausforderung, sich entscheiden zu müssen, wie dem leidenden Kind bestmöglich geholfen werden soll.

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