Kritik von 15 Professoren an der S2k-Leitlinie

Nach den Eltern warnen jetzt 15 Professoren für Kinder-und Jugend-Psychiatrie in einem 100-seitigen Fachkommentar davor, die geplante S2k-Leitlinie "Diagnostik und Be­handlung von Geschlechts­inkongruenz und -dysphorie im Kindes- und Jugendalter" zu veröffentlichen. Sie kritisieren viele fragwürdige Punkte der Leitlinie, im Vordergrund stehen die „potenziell irreversiblen, biomedizinischen Maßnahmen bei körperlich gesunden Minderjährigen" ohne ausreichende Evidenzbasis.

Die S2k-LL-Kommentierung der 15 Professoren für KiJu-Psychiatrie ist jetzt online:

Gemeinsame Kommentierung des Entwurfs der neuen S2k-Leitlinie "Geschlechts­inkongruenz und Geschlechts­dysphorie im Kindes- und Jugendalter" Version vom 21.05.2024, -DE, -EN

Behandlungsleitlinie für „Trans“-Kinder – Jugendpsychiater schlagen Alarm, Die WELT, 25.04.2024

Geschlechtsdysphorie: Jugendpsychiater kritisieren Leitlinienentwurf, Dt. Ärzteblatt, 02.05.2024

Leitlinie zur Transtherapie entzweit die Kinder- und Jugendpsychiatrie, Lenzen-Schulte, cicero, 21.05.2024

Die Professoren (darunter Prof. Dr. Dr. Tobias Banaschewski, Prof. Dr. Veit Roessner und Prof. Dr. Florian Zepf) warnen, dass es keine verlässlichen Evidenzbelege gibt, auf deren Basis bestimmte medizinische Maßnahmen wie Pubertätsblockade, gegengeschlechtliche Hormone und operative Eingriffe empfohlen werden könnten.

Der Leitlinienentwurf, der für die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich Orientierung bieten soll, stehe im Kontrast zu den neueren Empfehlungen mehrerer anderer europäischer Länder. Als strittig gilt auch der im Entwurf der Leitlinie nicht näher definierte Begriff der „Geschlechtsidentität", obwohl er im Kern der Behandlungsempfehlungen stehe.

Für die Meinung der Leitlinienkommission, eine verpflichtende Psychotherapie sei bei Geschlechtsänderung von Minderjährigen „unethisch und obsolet" gäbe es keine ausreichende Evidenz. Fragen nach den Hintergründen seien bei Heranwachsenden unbedingt erforderlich. Es könne durchaus sein, dass Psychotherapie doch die sinnvollste Variante sei, um aus der genderdysphorischen Notlage herauszufinden,

Während eine faktische Änderung des Geschlechts unmöglich sei, könne sich die Unzufriedenheit mit dem Geschlechtskörper vielfach im Laufe des Erwachsenwerdens verringern, wie kürzlich erneut eine niederländische Studie gezeigt hat.

Der Vergleich von Genderdysphorie mit Homosexualität, wie er ihn die Leitlinie vorgenommen wird, sei unter verschiedenen Aspekten unzutreffend, beispielsweise müsse Homosexualität nicht medikalisiert werden.

Die Professoren fordern - wie zuvor bereits die Elterngruppen - die Überarbeitung bzw. die Rücknahme der Leitlinie:

Diese hier dargestellte Diskrepanz zwischen Evidenzlage und den im Leitlinienentwurf artikulierten Empfehlungen bzgl. der hier betreffenden Maßnahmen ist nach Ansicht der Autoren_Innen der vorliegenden Kommentierung so nicht hinnehmbar und Ausdruck eines dringenden Überarbeitungsbedarfs des hier diskutierten Leitlinienentwurfs. Im Interesse der betroffenen Minderjährigen mit GD und allen Beteiligten ist der aktuelle Leitlinienentwurf in der vorliegenden Form aus den vorgenannten Gründen daher abzulehnen und grundsätzlich zu überarbeiten. Alternativ ist die vorliegende Leitlinie zurückzuziehen."

Auch die Frage nach Interessenkonflikten der Mitglieder der Leitlinienkommission steht zur Diskussion und muss noch weiter geklärt werden.


ROGD - Abwarten kann eine gute Option sein

Die Medikalisierung ist ein Konversionstherapie-Revival für Homosexuelle

Der Wunsch, ein anderes Gender/Geschlecht zu sein, ist oft vorübergehend

Das Recht auf eine Offene Zukunft

Sie behandeln alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind

Auch die neue Leitlinie für GD-KiJu zementiert den Affirmation-Only-Trend

Cass Review Abschlussbericht