Wann beginnt das Ende der Trans*Massen-Hysterie?
Es gibt immer wieder Anzeichen, dass der Trend zur Transidentifizierung von Teenagern und jungen Erwachsenen einschließlich der allgemeinen
Wir stellen die von Josh Hammer skizzierte Situation heute und seine optimistische Perspektive für die Zukunft der Darstellung des Phänomens „TransTeens und -Twens" von Lisa Marchiano (2017) gegenüber.
Josh Hammer, Chefredakteur von newsweek, nennt folgende mögliche Anzeichen für den Anfang vom Ende des Trans-Hypes:
- Die veränderte Sicht auf Genderinkongruenz und -dysphorie in England (Cass-Review) und den nordischen Ländern, allen voran Finnland und Schweden.
- Ein wegweisendes Urteil des Supreme Court (VK) zum rechtlichen Begriff von Geschlecht vom April 2025
- Das Gerichtsurteil in den USA, das einer Detransitionierten kürzlich 2-Mio $ Schadensersatz zusprach.
- Die Stellungnahme der ASPS, mit irreversiblen Gender-Operationen mindestens bis nach dem 19. Lebensjahr zu warten.
- Diverse systematische Reviews zur Behandlung, die mehr zu den Schäden medizinischer Transitionsmaßnahmen offenbaren, als dass sie Belege für einen Benefit erbracht hätten.
- Zunehmende ethische Bedenken gegenüber Genderkliniken in den USA sowie in Bezug auf transidentifizierten Männer im Frauensport.
Er ist überzeugt:
Transgenderism is premised on a lie, and in the long run the truth has a stubborn tendency to prevail. „We know from … millennia of unquestioned human experience, and basic common sense that there are precisely two sexes. That is not to deny that there are intersex, or androgynous, individuals—there are, and there always have been. And that is not to deny the very real psychological malady of gender dysphoria, either. But one cannot change his or her sex by subjectively identifying as such or by subjecting oneself to either hormonal treatments or a surgeon’s knife. It is simply not possible. And the notion that it ever was possible, advanced by so many cultural and societal elites for so many years, was always going to end in pain, suffering, massive legal liability, and the desecration of the Hippocratic Oath-based medical profession itself. Clicks and fads may sometimes rule the day, but the truth is eternal."
Was This the End of Transgender Hysteria? newsweek, J. Hammer, 06.02.2026
Das Phänomen Transgender-Teenager – eine psychische Epidemie
In diesem Zusammenhang weisen wir auf den eindrucksvollen Beitrag von Lisa Marchiano hin, die bereits 2017 dargestellt hat, warum das Phänomen der Transgender-Teenager eine psychische Epidemie ist. Es könnte interessant sein, zu vergleichen, was 2017 evtl. anders war und wo wir bei dem Thema heute stehen.
Outbreak: On transgender teenagers and psychic epidemics, L. Marchiano, 06.10.2017
Hier die deutsche Übersetzung (leider funktionieren nicht mehr alle im Originaltext von 2017 angegebenen Links):
Ausbruch: Über Transgender-Teenager und psychische Epidemien
von Lisa Marchiano, 06.10.2017
Zusammenfassung:
Da Jung beide Weltkriege durchlebt hatte, war er sich der Gefahren dessen bewusst, was er als „psychische Epidemien" bezeichnete. Er erörterte die spontane Manifestation eines Archetyps innerhalb des kollektiven Lebens als Hinweis auf eine kritische Zeit, in der die ernsthafte Gefahr einer zerstörerischen psychischen Epidemie besteht.
Gegenwärtig scheinen wir es mit einer bedeutenden psychischen Epidemie zu tun zu haben, die sich manifestiert, indem Kinder und Jugendliche zu glauben beginnen, dass sie das andere Geschlecht sind, und in einigen Fällen drastische Maßnahmen ergreifen, um ihre Körper zu verändern. Besonders besorgniserregend für die Autorin ist die Zahl der Teens und Twens, die sich plötzlich als Transgender outen, ohne eine Vorgeschichte von Unbehagen mit ihrem Geschlecht gehabt zu haben.
Die „rasch einsetzende Genderdysphorie" (Rapid Onset Gender Dsyphoria) ist eine neue Darstellung eines Zustands, der nicht gut erforscht ist. Online-Berichte weisen darauf hin, dass sich ein junger Mensch häufig als Transgender outet, nachdem es vorher eine verstärkte Nutzung von sozialen Medien gab und/oder zuvor eine oder mehrere Gleichaltrige (Peers) sich auch als Transgender geoutet hatten. Diese Faktoren deuten darauf hin, dass ‚soziale Ansteckung‘ zu dem signifikanten Anstieg der Zahl junger Menschen, beitragen könnte, die sich wegen Genderdysphorie in Behandlung begeben.
Die gegenwärtige psychotherapeutische Praxis beinhaltet die sofortige Affirmation der Selbstdiagnose eines jungen Menschen, was häufig zur Unterstützung der sozialen und sogar medizinischen Transition führt. Obwohl diese Praxis wahrscheinlich einer kleinen Anzahl von Kindern helfen wird, kann es auch für viele eine falsch-positive Diagnose sein.
Die früheste schriftliche Erwähnung aus der niedersächsischen Stadt Hameln stammt aus dem Jahr 1384. Sie besagt schlicht und einfach: „Es ist 100 Jahre her, dass unsere Kinder weggegangen sind.“ Historische Berichte zeigen, dass eines Tages im 13. Jahrhundert eine große Zahl der Kinder der Stadt verschwand oder starb, obwohl die Einzelheiten des Ereignisses ein Rätsel bleiben. „Der Rattenfänger von Hameln" ist, soweit ich feststellen konnte, das einzige Märchen von Grimm, das im Wesentlichen auf so einem historischen Ereignis basiert. Sowohl das tatsächliche Ereignis als auch die Erzählung des Grimms legen eine archetypische Situation nahe, in der Erwachsene zugelassen haben, dass Kinder in Gefahr geraten sind. Diese Geschichte ist eine beunruhigend treffende Metapher für verschiedene soziale Ansteckungen, die das kollektive Leben im Laufe der Jahrhunderte heimgesucht haben.
Nachdem Jung die Zerstörung und den Schrecken des Zweiten Weltkriegs miterlebt hatte, hatte er viel zu sagen über das, was er als „psychische Epidemien" bezeichnete. An mehreren Stellen in seinen „Gesammelten Werken“ betonte er, dass solche „Massenpsychosen" die größte Bedrohung für die Menschheit heute darstellen. „Die Götter sind zu Krankheiten geworden", schrieb Jung in einer berühmten Schrift. „Zeus regiert nicht mehr den Olymp, sondern eher den Solarplexus, und produziert kuriose Exemplare für das Sprechzimmer des Arztes, oder stört das Gehirn von Politikern und Journalisten, die unwissentlich psychische Epidemien auf der Welt loslassen" (1967, S. 37). Gerade wenn wir uns selbstgefällig einbilden, über dem Einfluss von Inhalten aus dem kollektiven Unbewussten zu stehen, sind wir am anfälligsten dafür, von ihnen in Besitz genommen zu werden.
Jung diskutierte die spontane Manifestation eines Archetyps im kollektiven Leben als Hinweis auf eine kritische Zeit, in der die ernste Gefahr einer zerstörerischen psychischen Epidemie besteht. „Die Katastrophe kann nur vermieden werden, wenn die Wirkung des Archetyps von einer ausreichend großen Mehrheit von Individuen abgefangen und assimiliert werden kann" (Jung, 1970, S. 229). Jung erklärte, dass archetypische Inhalte wie Anima und Animus aufgrund ihrer Numinosität dazu neigen, sich der bewussten Kontrolle zu entziehen, was zu psychischer Besessenheit führen kann.
Gegenwärtig scheinen wir eine bedeutende psychische Epidemie zu erleben, die sich darin manifestiert, dass Kinder und Jugendliche glauben, sie seien das andere Geschlecht, und in einigen Fällen ergreifen sie drastische Maßnahmen, um ihren Körper zu verändern. Ich bin besonders besorgt über die Zahl der Teens und Twens, die sich plötzlich als transgender outen, ohne eine Vorgeschichte des Unbehagens mit ihrem Geschlecht gehabt zu haben. „Plötzlich einsetzende Genderdysphorie" ist eine neue Erscheinungsform dieser Krankheit, die noch nicht gründlich erforscht ist. Die derzeitige psychotherapeutische Praxis besteht darin, die Selbstdiagnose eines jungen Menschen zu bestätigen (www.apa.org/practice/guidelines/transgender.pdf). Obwohl diese Praxis zweifellos einer kleinen Zahl von Kindern helfen wird, befürchte ich, dass es viele Fehldiagnosen geben könnte.
In meiner Praxis wurde ich zum ersten Mal auf dieses Thema aufmerksam. Eine Patientin berichtete, dass ihre Tochter sich als Transgender identifizierte. Ich bewunderte die Art und Weise, wie diese Mutter versuchte, ihr Kind zu unterstützen, und ich staunte über die Kreativität der Jugendkultur, die traditionelle Vorstellungen von Gender infrage stellt. Meine Auffassung, dass dieser kulturelle Trend harmlos sei, brach jedoch augenblicklich zusammen, als ich erfuhr, dass junge Frauen im Alter von 14 Jahren Mastektomien vornehmen ließen (Rowe, 2016). Die Erkenntnis, dass die Identitätserforschung der Teenager auf eine konkretisierte Art und Weise behandelt wurde, die drastische, dauerhafte Folgen für die betroffenen jungen Menschen haben würde, erfüllte mich sofort mit Sorge. Weitere Recherchen online und persönliche Gespräche verstärkten meine Besorgnis nur noch. Mir wurde schnell klar, dass sich Teenager in Gleichaltrigen-Gruppen als Trans „outeten“, so wie wir Ansteckung bereits bei Selbstmord und Essstörungen gesehen hatten.
Aus meiner Perspektive als Jung’sche Analytikerin ist es nicht ratsam, starken Impulsen zu folgen, ohne sie zuvor psychologisch zu verstehen. Jung war sich der Gefahren bewusst, die entstehen, wenn man psychische Erfahrungen zu schnell in eine konkrete Form pressen will.
„Wir sollten den Alchemisten ihre Geheimsprache nicht missgönnen: Ein tieferer Einblick in die Probleme der psychischen Entwicklung lehrt uns bald, dass es sehr viel besser ist, sich das Urteil vorzubehalten, anstatt vorzeitig aller Welt zu verkünden, was wie ist. Natürlich haben wir alle einen verständlichen Wunsch nach kristallklarer Klarheit, aber neigen dazu, zu vergessen, dass wir es in psychischen Angelegenheiten mit Erfahrungsprozessen zu tun haben, d. h. mit Transformationen, denen niemals schnell feste Bezeichnungen gegeben werden sollten, wenn ihre lebendige Bewegung nicht zu etwas Statischem erstarren soll.
Das proteische Mythologem und das schimmernde Symbol drücken die Prozesse der Psyche weitaus schärfer und letztlich weit besser aus als das klarste Konzept; denn das Symbol vermittelt nicht nur eine Visualisierung des Prozesses, sondern – und das ist vielleicht genauso wichtig – es bringt auch ein Wiedererleben desselben mit sich, dieses Zwielichts, das wir nur durch harmlose Empathie verstehen lernen können, das aber durch zu viel Klarheit nur zerstreut wird.“ (Jung, 1967, S. 162).
[An dieser Stelle ist im Original-Beitrag ein Bild: Kouros, ca. 530 v. Chr. oder moderne Fälschung, dolomitischer Marmor, Künstler unbekannt. Aus der Kollektion des J. Paul Getty Museums, Los Angeles.]
Wenn wir nach kristallklarer Klarheit streben, laufen wir Gefahr, in die gefährliche psychologische Sünde der Konkretisierung zu verfallen. Wenn ein archetypischer Inhalt nicht in der vollen Multidimensionalität der symbolischen Verständigung gehalten werden kann, d. h., wenn er droht, sich von seinem Ballast im kollektiven Unbewussten loszureißen, dann breitet er sich in unserer psychischen Landschaft rasend schnell aus, was zu destruktiven Ansteckungen führt.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich als transgender identifizieren, stark angestiegen. Die Londoner Klinik Tavistock und Portman verzeichnete einen dramatischen Anstieg der Überweisungen von Trans-Patienten unter 18 Jahren (Harvey & Smedley, 2015). In Genderkliniken in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern wird von einer vier- und fünffachen Zunahme von Kindern und Teenagern berichtet, die sich trans-identifizieren (www.cbsnews.com/news/sex-change-treatment-for-kids-on-the-rise). Die erste Gender-Jugendklinik in den Vereinigten Staaten wurde 2007 in Boston eröffnet. Seitdem wurden 40 weitere Kliniken eröffnet, die sich ausschließlich an Kinder wenden, und es werden regelmäßig neue Klinikeröffnungen angekündigt.
Neben einem enormen Anstieg der Zahl von Kindern und Jugendlichen, die sich mit Genderdysphorie vorstellen, ist auch ein dramatischer unerklärlicher Anstieg der Zahl der Frauen zu verzeichnen, die sich in Gender-Kliniken vorstellen, wobei bedeutend mehr weibliche Teenager Behandlungen in Anspruch nehmen als männliche, ein historisch unbekanntes Verhältnis. Dies trifft auf Kanada, die Vereinigten Staaten, Finnland, England und die Niederlande zu (Kreher, 2016; siehe Abbildung 1).
Obwohl Forscher einige Theorien darüber aufgestellt haben, warum diese rasche Zunahme bei Genderdysphorie auftritt, ist die Umkehrung der ‚Sex Ratio‘ nicht zufriedenstellend erklärt worden. Meine Befürchtung – und damit bin ich kaum allein – ist, dass die Annahme einer transsexuellen Identität die neueste Möglichkeit für jugendliche Mädchen ist, Gefühle des Unbehagens mit ihrem Körper auszudrücken – ein für heranwachsende Mädchen typisches Erleben. Das Problem dabei ist, dass viele junge Frauen eine medizinische Transition anstreben, nachdem sie sich als transsexuell identifiziert haben, und die Transition extreme Konsequenzen haben kann.
Wie verstehen wir Transgenderismus? Die aktuelle relevante DSM-5-Diagnose lautet Genderdysphorie (Amerikanische Psychiatrische Vereinigung, 2013). Diese Diagnose bezieht sich auf ein ausgeprägtes Unbehagen gegenüber dem eigenen Geschlecht und bei Kindern auf den erklärten Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören. Gegenwärtig haben wir kein gutes Verständnis dafür, was Genderdysphorie verursacht, obwohl es wahrscheinlich ist, dass die Ätiologie der Dysphorie komplexe biologische, soziale und psychologische Einflüsse beinhaltet. Obwohl Wissenschaftler/innen anerkennen, wie wenig wir diesen Zustand verstehen, haben die Mainstream-Medien und das medizinische und psychiatrische Establishment ein leicht verdauliches Narrativ aufgegriffen, das auf der Ideologie einer angeborenen Genderidentität basiert.
„Das Gender befindet sich zwischen den Ohren, nicht zwischen den Beinen, wird uns gesagt." Transgender-Autorin und -Aktivistin Julia Serano (2007) erklärt uns, dass wir alle ein unbewusstes Geschlecht haben – einen tief angeborenen Sinn von Gender. Es ist dieses unbewusste Gender und nicht unser physisches Geschlecht, das bestimmt, wer wir wirklich sind. Deshalb bedeutet „sich wie eine Frau fühlen" oder „sich als Frau identifizieren" eine Frau zu sein.
Bis heute wird die Vorstellung einer angeborenen Genderidentität von der Wissenschaft jedoch nicht unterstützt. Obwohl es einige Hinweise auf eine biologische Grundlage für die Entwicklung der Genderdysphorie (Heylens et al., 2012) gibt, sind wir weit davon entfernt, behaupten zu können, dass es eine empirische Grundlage für die Annahme gibt, dass jemand „im falschen Körper gefangen" ist, ein „weibliches" oder „männliches" Gehirn hat oder sogar eine „Genderidentität", die nicht mit dem eigenen Körper übereinstimmt. Obwohl das Konzept der Genderidentität derzeit gesetzlich verankert wird, haben wir in Wahrheit keine aussagekräftige Definition des Begriffs.
Die Ideologie, die die Debatten über Transgenderismus umgibt, neigt dazu, tendenziell regressiv zu sein, und beruft sich oft auf starre Geschlechtsrollenstereotypen. Wenn transidentifizierte Personen gefragt werden, woher sie wissen, dass sie transsexuell sind, antworten sie oft mit dem Bezug auf Geschlechtsrollenklischees. So erklärte etwa ein Arzt, der einem 12-jährigen Mädchen gegengeschlechtliche Hormone verschrieb, dass das Kind „nie ein Kleid getragen habe". Dies wurde als Beweis dafür angeführt, dass das Kind „wirklich trans" ist und deshalb diese Hormone benötige (Lyon, 2016). Ich würde energisch argumentieren, dass die Kleidungspräferenzen eines Kindes kein Grund sein sollten, es dauerhaft zu sterilisieren.
Es gibt einige Hinweise darauf, dass das Unbehagen gegenüber Kindern, die genderspezifischen Normen nicht entsprechen, Erwachsene dazu verleitet, Kinder zur Transition zu ermutigen. Die folgende Anekdote wurde in einem Artikel aus dem Jahr 2013 in „The New Yorker“. dokumentiert:
„Eine Mutter in San Francisco, die unter dem Pseudonym Sarah Hoffman über ihre Familie schreibt, erzählte mir von ihrem Sohn ‚Sam‘, einem sanften Jungen, der sein blondes Haar sehr lang trägt. Im Kindergarten trug er Prinzessinnenkleider. dazu ein Schwert. Er befand sich nun in den letzten Jahren der Grundschule und hatte die Kleider aufgegeben. Er mochte Legos und Pokémon, liebte Opern und hasste Sport; seine Freunde waren vor allem wissenschaftsbegeisterte Mädchen. Er hatte nie Schwierigkeiten, sich selbst als Junge zu bezeichnen. Kurz gesagt, er war er selbst. Aber Hoffman und ihr Ehemann - ein Architekt und Kinderbuchautor, der selbst ein feenhaftes kleiner Junge gewesen war, verspürten einen gewissen Druck, ihren Sohn in die Kategorie Transgender einzuordnen. Als Sam einmal in der Schule von Jungen belästigt wurde, sagte der Schulleiter ihnen, dass Sam sich für eines der beiden Gender entscheiden müsse, weil Kinder gemein sein könnten. Er könne entweder seine rosa Crocs verwerfen und sich die Haare kurz schneiden oder sozial transitionieren und als Mädchen zur Schule kommen." (Talbot, 2013)
Anstatt die Grenzen von Genderstereotypen zu überwinden, die Männer und Frauen einschränken und schädigen, konkretisiert und verdinglicht die Transgender-Ideologie diese sozial konstruierten Stereotypen und Rollen, sie verlangt sogar, dass wir unsere Körper entsprechend verändern. Stattdessen sollten wir die materielle Realität des Körpers akzeptieren und gleichzeitig Menschen ermutigen, sich selbst und ihre genderbezogenen Gefühle so auszudrücken, wie es ihnen gefällt. Jungen und Männer sollten nicht darauf beschränkt werden, „maskuline“ Kleidung zu tragen oder „maskuline Interessen" zu verfolgen, und auch Frauen und Mädchen sollten nicht durch das Geschlecht eingeschränkt werden. Wir sollten versuchen, die Gesellschaft zu verändern, nicht die Körper von Kindern.
Viele in der Schwulen- und Lesben-Community sind verärgert über die Eile, mit der Kinder, die nicht gender-konform sind, transitioniert werden. Es gibt eine Fülle von replizierten Forschungsergebnissen, die uns sagen, dass 80-95 % der Kinder, die in der Kindheit eine gegengeschlechtliche Identifizierung erleben, diese schließlich aufgeben und sich als Erwachsene mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren (Singal, 2016). Die meisten dieser „Desister“ sind dann lesbisch oder schwul. Lesben sind besonders besorgt über den Trans-Trend unter Teenagern, da die meisten Mädchen, die sich als transgender outen, gleichgeschlechtlich orientiert sind (Kreher, 2016). Viele in der lesbischen Community sind bestürzt darüber, dass maskuline Lesben gerade dabei sind, zu verschwinden.
Es gibt Hinweise darauf, dass manche Eltern sich wohler fühlen, mit einem „heterosexuellen" transidentifizierten Kind statt mit einem schwulen oder lesbischen Kind und daher ihr Kind bei der Transition unterstützen. So wurde etwa der Kampf der texanischen Mutter Kimberly Shappley um das Recht ihres 5-jährigen transidentifizierten Sohnes, die Mädchentoilette benutzen zu dürfen, in lokalen und nationalen Medien berichtet. Es folgt ein Zitat aus einem Interview mit Shappley:
„Ich bin eine gläubige und konservative Christin und eine ordinierte Pfarrerin", sagte sie und erklärte, dass sie versucht habe, Kai als Kleinkind zu zwingen, ein Junge zu sein. ‚Ich wusste schon vor dem Alter von 2 Jahren, dass mein Kind anders war‘, sagte Shappley. „Mein Kind war sehr feminin, extravagant und dramatisch. Egal, wie ich versuchte, sie zu bestrafen, umzuformen oder zu disziplinieren, sie blieb weiterhin sehr feminin". (Tan, 2016)
Jetzt ist Shappley nicht mehr die verlegene Mutter eines gender-non-konformen kleinen Jungen, der wahrscheinlich schwul geworden wäre, sondern die heldenhafte Mutter eines sehr hübschen gender-konformen Mädchens.
Der britische Filmstar Rupert Everett gab 2016 ein Interview, in dem er seine Besorgnis über die Tendenz betonte, gender-non-konforme Kinder medizinisch zu behandeln. Der 57-jährige schwule Star gab zu, dass er sich während seiner gesamten Kindheit wünschte, ein Mädchen zu sein, und sich auch so kleidete.
„Ich wollte wirklich ein Mädchen sein. Gott sei Dank war die Welt damals noch nicht wie heute, denn sonst würde ich Hormone nehmen und wäre eine Frau. Nachdem ich 15 war, wollte ich nie wieder eine Frau sein". (The Press Association, 2016).
Was meinen wir, wenn wir über Transition sprechen? Soziale Transition bezieht sich auf Schritte, die man unternehmen kann, um sich als das andere Geschlecht zu präsentieren. Dazu können Änderungen der Frisur, des Make-up, des Namens, der Pronomen und der Kleidung gehören. Unternehmen produzieren „Packer“ für Kinder ab 5 Jahren. Biologische Frauen können einen solchen Gegenstand in ihrer Unterwäsche tragen, um den Anschein zu erwecken, männliche Genitalien zu haben. Sie können auch einen „Binder“ tragen, um ihre Brüste abzuflachen.
Soziale Transition wird manchmal als etwas beschrieben, das, wenn überhaupt, nur wenige oder keine langfristigen Konsequenzen hat und daher selbst kleinen Kindern ohne Bedenken empfohlen werden könne. In einem beträchtlichen Prozentsatz der Fälle führt die soziale Transition jedoch zu einer medizinischen Transition. Es scheint wahrscheinlich, dass die Konditionierung, sich für das andere Geschlecht zu halten, einen immer stärkeren Druck erzeugt, sich weiterhin auf diese Weise zu präsentieren, insbesondere bei kleinen Kindern. Wenn man einmal den Schritt gewagt hat, sich bei Freunden und Familie zu outen, wenn Lehrer einen mit einem neuen Namen und Pronomen ansprechen, ist es dann wirklich so einfach, wieder zurückzuwechseln? Kinderärzte in den Niederlanden, die als erste den Einsatz von Pubertätsblockern bei dysphorischen Kindern versucht hatten, raten zur Vorsicht gegenüber der sozialen Transition vor der Pubertät, gerade wegen der hohen Raten der Desistance und der Wahrscheinlichkeit, dass eine soziale Transition die Beharrlichkeit fördert (de Vries & Cohen-Kettenis, 2012).
Ferner erzeugt zumindest zeitweise jeder Schritt in Richtung Transition Druck, weiterzumachen. Zahlreiche Blog-Beiträge von Detransitionierten (d. h. von denjenigen, die transitionierten und sich später wieder mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren) drehen sich darum, wie die Transition ihre Dysphorie verschlimmert hat, weil sie sich zunehmend mit dem „Passing“ beschäftigen (z. B. siehe thirdwaytrans.com). Dieses zusätzliche Unbehagen erzeugte Druck, weitere Schritte in Richtung medizinischer Transition zu gehen, um überzeugender als das andere Geschlecht zu erscheinen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Das Abbinden der Brüste kann einigen Frauen Erleichterung verschaffen, die sich mit ihren Brüsten unwohl fühlen, aber das Binden an sich kann ziemlich schmerzhaft sein, die Atmung und Bewegung einschränken – wodurch ein Anreiz geschaffen wird, den nächsten Schritt zu machen – eine „Top Surgery"/Mastektomie. In einer kürzlich ausgestrahlten Radiosendung der BBC gab die Mutter einer jungen Frau-zu-Mann (FtM)-Person an, dass diese nach einer Mastektomie „ihre Lungen zurückbekam“, weil er sich nicht mehr binden musste (Frostrup, 2016). Ferner gibt es anekdotische Hinweise darauf, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass Teenager, die sozial transitionieren kurz nach ihrem 18. Geburtstag, zu Hormonen und/oder Operationen übergehen, wenn sie Zugang zu medizinischen Behandlungen ohne elterliche Zustimmung haben. Es ist klar, dass die soziale Transition als eine Behandlung angesehen werden muss, die ein erhebliches Risiko birgt, eine medizinische Transition zu durchlaufen.
Die medizinische Transition bezieht sich auf Eingriffe, die vorgenommen werden, um den eigenen Körper zu verändern. Diese Interventionen können die Verabreichung von Hormonblockern an Kinder und Jugendliche umfassen; die Verabreichung von gegengeschlechtlichen Hormonen und Operationen wie Mastektomie und Phalloplastik, Orchiektomie, Vaginoplastik und andere. Diese Eingriffe können dauerhafte Auswirkungen haben, und die meisten von ihnen bergen erhebliche Risiken. Selbst junge Teenager haben einige dieser Behandlungen durchführen lassen. In den Medien gibt es Berichte von 14-Jährigen, die sich einer Mastektomie unterzogen haben (Rowe, 2016).
Transgender-Aktivisten setzen sich dafür ein, das Alter zu senken, ab dem junge Menschen diese Dienste auch ohne elterliche Zustimmung in Anspruch nehmen können. In Oregon gibt es mittlerweile keine Altersuntergrenze mehr für Operationen mit elterlicher Zustimmung, und die untere Altersgrenze ohne Zustimmung liegt [in manchen US-Bundesstaaten] bei 15 Jahren.
Obwohl es immer noch ungewöhnlich ist, dass Minderjährige sich einer Transitions-Operation unterziehen, ist es häufiger, dass Minderjährigen Hormonblocker und Sexualhormone verschrieben werden. Pubertätsblocker werden Kindern im Alter von 9 oder 10 Jahren verschrieben und sie werden oft als eine sichere und umkehrbare Möglichkeit angepriesen, „Zeit zu gewinnen“, während der Jugendliche seine oder ihre Identität herausfindet. In Wahrheit beinhaltet dieser Eingriff die jahrelange Verabreichung von starken Medikamenten wie „Lupron“ an Kinder. Diese Medikamente können die Knochenentwicklung beeinträchtigen und sie verhindern mit Sicherheit den Anstieg körpereigener Hormone in der Pubertät, der normalerweise das Gehirn auf eine Weise neu umstrukturiert, die wir noch gar nicht vollständig verstehen. Und obwohl es stimmt, dass die normale Pubertät wieder einsetzt, wenn die Blocker abgesetzt werden, führt die Anwendung in nahezu 100 % der Fälle, die in der Literatur beschrieben werden, zur Anwendung von gegengeschlechtlichen Hormonen. (vgl. theguardian.com/society/2016/nov/15/transgender-children-the-parents-and-doctors-on-the-frontline oder gendertrender.wordpress.com/2016/05/04/dr-johanna-olson-kennedy-on-the-gender-barometry-of-children). Daher ist die Behauptung, dass Blocker „100 % reversibel" sind, in der Praxis nicht zutreffend. Tatsächlich scheint es so, als seien Blocker eine Investition, die eine gegengeschlechtliche Identifizierung konsolidiert.
Die Forschung zu den Ergebnissen der Transitionen ist bestenfalls gemischt. Bekanntermaßen zeigten in einer Studie, dass 41 % der Transgender-Personen Selbstmordgedanken hatten oder sich selbst verletzten (Haas, Rodgers, & Herman, 2014). Weniger bekannt ist, dass die Studie keinen Hinweis darauf gab, ob der Versuch vor oder nach der Transition erfolgte. Außerdem scheint der Bericht darauf hinzuweisen, dass Selbstverletzung bei biologisch weiblichen Personen nicht dadurch reduziert wird, dass sie als männlich durchgehen. Mehrere große Studien zeigen hohe Selbstmordraten unter Transgender-Menschen, nachdem sie medizinisch transitioniert hatten (Dhejne et al., 2011). Es wurde argumentiert, dass gesellschaftliche Vorurteile dafür verantwortlich sind, dass die Selbstmordraten nach der Transition weiterhin hoch sind. Obwohl dies wahrscheinlich in einigen Fällen zutrifft, ist es wahrscheinlicher, dass Transsexuelle nach der Transition als Wunschgeschlecht „durchgehen“ und daher weniger diskriminiert werden. Angesichts der unbestreitbar hohen Selbstmordraten von Transsexuellen nach der Transition ist es unaufrichtig, zu behaupten, dass die Transition ein Allheilmittel ist, das Selbstmord verhindert. Transition in der Kindheit ist ein relativ neues Phänomen, das noch nicht gut untersucht ist. Die wachsende Zahl von Detransitionierten ist ein möglicher Hinweis darauf, dass es eine beträchtliche Anzahl von Menschen gibt, die mit den Transitionsergebnissen nicht zufrieden sind.
Hormonblocker, gefolgt von gegengeschlechtlichen Hormonen, führen in 100 % der Fälle zu dauerhafter, lebenslanger Sterilität; außerdem werden diese Medikamente off-label verwendet. Wir haben fast keine Kenntnisse über die langfristigen Auswirkungen der jahrzehntelangen Einnahme dieser Medikamente, wie es wahrscheinlich bei jungen Menschen, die mit der Transition beginnen, der Fall sein wird. Selbst die führenden pädiatrischen Gender-Ärzte geben zu, dass es einen Mangel an guten Daten zu den langfristigen gesundheitlichen Folgen der Transitionen gibt (pbs.org/wgbh/frontline/article/when-transgenderkids-transition-medical-risks-are-both-known-and-unknown).
Cross-Sex-Hormone verändern den Körper relativ schnell. Einige dieser Veränderungen sind irreversibel, wie z. B. eine tiefere Stimme, Gesichtsbehaarung und Haarausfall bei Testosteron, sowie Brustwachstum sowie (potenziell) Unfruchtbarkeit bei Östrogen. Biologische Frauen, die Testosteron nehmen, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Diabetes, Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Leberschäden, Brustkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall (apps.carleton.edu/campus/gsc/campus/gsc/assets/hormones-FTM.pdf). Es kann weitere unerwünschte Wirkungen geben, die uns nicht bekannt sind, da die langfristige Testosteroneinnahme bei biologischen Frauen ein relativ neues Phänomen ist, das noch nicht gut untersucht wurde.
Ich befürchte, dass es junge Menschen gibt, die - mit der bereitwilligen Hilfe von Therapeuten und Ärzten - diese Eingriffe vornehmen, sie später bedauern und sich mit dauerhaften und in einigen Fällen drastischen Veränderungen ihres Körpers abfinden müssen. Tatsächlich weiß ich, dass dies bereits geschieht.
Eine detransitionierte Frau führte vor Kurzem eine Umfrage unter Detransitionierern durch (Stella, 2016c). Obwohl die Umfrage nur zwei Wochen lang offen war, haben mehr als 200 Frauen daran teilgenommen. Offensichtlich gibt es mehr als nur eine Handvoll Menschen, die sich wieder als Frauen identifizieren. Die Ergebnisse der Umfrage sind überzeugend.
- 92,5 % der Befragten gaben an, dass ihre Dysphorie gleich blieb oder besser wurde nach der Detransition, verglichen mit der Zeit der Transition.
- Nur 8 % der Befragten fühlten sich ‚positiv‘ bezogen auf ihre Transition, wohingegen 60,2 % sich ‚etwas‘ oder ‚völlig negativ‘ fühlten.
Nachfolgend finden Sie Zitate aus den einzelnen Kommentaren der Befragten:
„Ich habe die Transition als Selbstverletzung benutzt. Es hat so viele Teile meines Lebens zerstört."
„Meine Streben nach medizinischer und sozialer Transition führte zu einer tiefen Spirale der Depression und Identitätsverlust - und wurde wahrscheinlich auch durch diese Dinge verursacht. Die soziale Ausgrenzung führte zu wachsender Angst, und meine Noten verschlechterten sich drastisch."
„Es war eine Kindheits-/Teenagerphase, bevor ich mich als Erwachsene als Lesbe akzeptierte."
„Ich war ein Wrack, das darauf wartete, zu explodieren, und die Transition schürte die Unsicherheiten, die Ängste und Hoffnungslosigkeit" (Stella, 2016c)."
Der folgende Text ist ein Zitat der Detransitionierten und Bloggerin Max Robinson, mit ihrer Erlaubnis:
„Ich transitionierte mit 16 Jahren FtM (weiblich zu männlich), war auf Testosteron und hatte eine Mastektomie mit 17. Ich bin jetzt 20 und verstehe mich wieder als Lesbe, wie ich es war, bevor ich von der Transition erfuhr und mich daran klammerte, um Probleme mit meinem Körper zu „beheben“, die durch die Herausforderung des Aufwachsens einer zutiefst frauenfeindlichen und lesbenhassenden Welt entstanden waren.
Ich bin absolut traumatisiert von dem, was mir passiert ist, und ich bin nicht die Einzige. Ich gehöre zu den Unterstützungsnetzwerken für Frauen, die ihre Transition abgebrochen haben. Wir haben über 100 Mitglieder, und das sind nur diejenigen, die sich auf die Suche gemacht haben nach anderen mit dieser Erfahrung, und uns gefunden haben.
Zu Beginn meine Transition durchlief ich die Wechseljahre. Dies verursachte eine vaginale Atrophie und eine Tropfinkontinenz, die seit Jahren anhält. Ich pinkle mir jetzt den ganzen Tag langsam voll; es ist wirklich nicht schön oder lustig. Ich weigerte mich anzuerkennen, dass dies mit der HRT-verursachten vaginalen Atrophie zusammenhing, die unmittelbar vor ihrem Ausbruch bis Monate nach dem Absetzen des Testosterons auftrat. Ja, ich habe ein Papier unterschrieben, in dem stand, dass ich wusste, dass das passieren könnte. Ich dachte auch, dass diese Behandlung meine einzige Hoffnung sei, mit den intensiven Gefühlen der Entfremdung /Abstoßung gegenüber meiner Weiblichkeit fertig zu werden. Ich habe mich geirrt. Die Transition hat nicht geholfen. Sie hat geschadet, ein Schaden, mit dem zu leben ich jetzt lernen muss, zusätzlich zu all dem Mist, von dem ich dachte, die Transition würde es beheben."
Meine Mastektomie war schwer traumatisierend. Ich bezahlte einen Mann, der das jeden Tag für Geld macht, damit er mich betäubte und gesundes Gewebe wegschneidet. Ich tat dies, weil ich glaubte, es würde all die emotionalen Probleme heilen, die ich meinem weiblichen Körper anlastete. Es hat nicht funktioniert. Jetzt bin ich immer noch total durcheinander und außerdem fehlen mir Körperteile.
Es gibt keine Operation, die das Geschehene rückgängig machen könnte. … Das Hinzufügen synthetischer Materialien, die meinem eigenen Gewebe ähneln, das vor Jahren verbrannt wurde, würde mir nicht helfen. Es dauerte 3 Jahre, bis ich alle negativen Gefühle bezüglich meiner Mastektomie verdrängen konnte, bevor ich bereit war, mich damit auseinanderzusetzen, dass mir das Geschehene Schaden zugefügt hat. Ich habe monatelang keine Hormone genommen, bevor ich mir eingestehen konnte, dass ich diese Operation zutiefst, zutiefst bedauerte. Am besten kann ich diesen Verlust damit beschreiben, dass ich ein Familienmitglied getötet habe, dem ich vorgeworfen habe, mir zur Last zu fallen, und dann Jahre später erkannt habe, dass meine Vorwürfe extrem und tragischerweise unangebracht waren. Es war nicht ihre Schuld, aber sie sind jetzt trotzdem weg, weil ich wollte, dass sie weg sind. Ich habe meine Brüste verloren, und ich habe die Chance verloren, mich mit meinen Brüsten zu versöhnen. Es wäre nicht leicht gewesen, aber es hätte sich gelohnt. Jetzt muss ich mich stattdessen mit dem versöhnen, was ich getan habe, und mit der Brust, die ich jetzt habe - flach, vernarbt, asymmetrisch und nervengeschädigt." (Robinson, 2016)
Die Detransitionierte und Bloggerin Cari Stella nahm als Teenager Testosteron und hatte eine Mastektomie. In einem von ihr gedrehten Video lässt sie die Zuschauer wissen, dass sie nicht nur irgendeine Statistik ist. Mit direktem Blick in die Kamera sagt sie:
„Ich bin eine echte 22-jährige Frau mit einer vernarbten Brust, einer gebrochenen Stimme und einem Bartschatten, weil ich mich nicht mit dem Gedanken abfinden konnte, als Frau erwachsen zu werden. Das ist meine Realität" (Stella, 2016a).
Es wurde nachgewiesen, dass pädiatrische Transitionen schwerwiegende Nebenwirkungen haben können und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von späterem Bedauern einhergehen. Nun möchte ich darauf eingehen, wie soziale Faktoren und therapeutische Praktiken dazu beitragen, junge Menschen zu einer Transition zu ermutigen.
In den vergangenen Jahren leiden junge Menschen (Teens und Twens) „aus heiterem Himmel“ unter Genderdysphorie, ohne zuvor jemals eine Gender-Abweichung/Nonkonformität ausgedrückt zu haben (transgendertrend.com/rapid-onset-gender-dysphoria-research-study).
Der Ankündigung, transgender zu sein, gehen oft Ängste, Depressionen, soziale Isolation, Verlust oder Traumata voraus. Dieses heute weitverbreitete Phänomen war bis vor einigen Jahren praktisch unbekannt. Das plötzliche Auftreten von Genderdysphorie scheint mit mehreren Faktoren korreliert zu sein:
Einer davon ist die Nutzung sozialer Medien. Auf Webseiten wie YouTube dokumentieren Tausende von selbstgemachten Videos die medizinischen Transitionen von Teenagern. Der Tumblr-Blog "Fuck Yeah FTMs" zeigt Foto um Foto junge FtMs, die ihre durch Testosteron hervorgerufenen körperlichen Veränderungen feiern. Unter Postern mit Fotos ihrer vernarbten Brüste ist die Aufschrift „Endlich habe ich Freiheit! Mastektomie.“ „Ich bin nicht mehr prä-T!“ verkündet sich jemand anderes mit einem Video von der ersten Testosteron-Injektion. „Mein Name ist Cameron! Ich bin eine 19-jährige nichtbinäre/transsexuelle Person in Ohio! Ich bin so aufgeregt, denn gestern war meine erste Injektion! Ich freue mich so auf die Person, die ich jetzt werde". Fast alle Menschen auf diesen Postern sind unter 25 Jahre alt.
Junge Menschen finden online zahlreiche Möglichkeiten der gruppeninternen Validierung. An vielen Orten des Internets gibt es ein unglaublich positives Klima rund um das Trans-Sein. Allein unter einem der Hunderttausende von YouTube-Videos, die die „Top-Surgery“ (Mastektomien) dokumentieren, sind 48 Kommentare wie z. B.:
„Unglaublich, wie weit du gekommen bist! Du bist in jeder Hinsicht erstaunlich!"
„Ich bin so stolz und freue mich für dich."
„Du bist total toll."
„Übrigens, du bist total attraktiv."
Junge Menschen finden auch online Bestätigung für ihre Selbstdiagnose als Transgender. Der Blog transgenderreality.com beschreibt akribisch den Prozess, durch den junge Menschen, die sich hinterfragen, dazu ermutigt werden, ihre Symptome als Beweis für ihr ‚Trans-Sein‘ zu verstehen. Jugendliche auf Reddit- und anderen Social-Media-Websites erklären, dass sie anfingen, sich zu fragen, ob sie trans waren, weil sie in Onlinespielen gerne gegengeschlechtliche Avatare erschufen und die Kleidung oder Frisuren des anderen Geschlechts mochten. Kommentatoren antworten häufig, indem sie ihnen sagen, dass sie klingen „wie aus dem Lehrbuch“, und gratulieren ihnen, dass sie es „früh herausgefunden haben“.
Der zweite korrelative Faktor ist es, Gleichaltrige zu haben, die sich ebenfalls als trans identifizieren. Es ist zu beobachten, dass Kinder in Peergroups gemeinsam outen. Die folgenden Zitate stammen alle – sofern nicht anders angegeben – aus Kommentaren der Eltern auf dem Blog ‚4thwavenow‘.
„Wir sind eine fortschrittliche Familie, die in der Transgender-Welle der Teenager erfasst wurde. Es ist so beängstigend, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. Was wir sehen, ist, dass sich in verschiedenen Städten Gruppen von Teenagern bilden, die zuvor keinerlei Genderprobleme gezeigt haben, dann aber Kontakt zu einer Gruppe in ihrer Highschool bekommen, und plötzlich identifiziert sich ein großer Teil von ihnen auf diese Weise. Die Informationen, die sie im Internet finden, überzeugen sie davon, dass die körperliche Transition durch Hormone und Chirurgie nicht nur die einzige Lösung ist, sondern ihnen auch sofort zur Verfügung stehen sollte. Ich bin sehr besorgt darüber, dass die Fachwelt die schiere Zahl der Teenager nicht erkennt, die nach der Pubertät diese Art von Outing machen, und sich fragt, ob dies echt sein kann oder nur eine vorübergehende Phase im Prozess der Identitätsfindung als Teenager ist.“
„Der Einfluss der Gleichaltrigen ist einfach enorm. Sobald sie 18 werden, streben sie eine medizinische Intervention an, und das derzeitige Modell ist jetzt die ‚informierte Zustimmung‘, Wir haben also viele Teenager und junge Erwachsene, die permanente Veränderungen vornehmen an ihrem Körper lassen, obwohl ihr Gehirn noch nicht voll entwickelt ist. Das ist sehr, sehr beängstigend.“
„In der außerschulischen Aktivität meiner Tochter sind etwa 20 Kinder in einer der Gruppen (alle Teenager). 7 dieser Kinder sind weiblichen Geschlechts. DREI von diesen 7 haben sich öffentlich als FTM geoutet. Meine Tochter ist dabei nicht mit gezählt, da sie sich nie geoutet hat. 4 von 7 Mädchen haben also irgendein Problem mit Genderidentität. Von den 3 Mädchen, die einen sozialen Transition durchlaufen, ist eines auf Testosteron und wurde operiert. Alle sind unter 18 Jahre alt. Alle haben diese Entdeckung nach Beginn der Pubertät gemacht.“
„Meine Tochter freundete sich mit einigen transidentifizierten Kids aus ihrer Schauspieltruppe an. Wenn man sich diese Gruppe anschaut, sind sie jedes Jahr etwas anderes. Es sind Kinder die beim Beitritt nur 'Verbündete' sind, im nächsten Jahr sind sie bisexuell, im nächsten Jahr sind sie schwul, und im letzten Jahr sind sie trans. Und bei jedem Schritt werden sie beklatscht und erhalten so viel positive Unterstützung, voneinander, von der Gruppe, von den Erwachsenen und von den Zuhörern die sie ansprechen (ich nenne dies den 'Echoraum‘). Aber es ist verdächtig. Warum gibt es so viele Kinder, die, je mehr sie mit einander abhängen, plötzlich auch trans sind? Das macht keinen Sinn.“
„Meine Tochter, die 17 Jahre alt ist, sagte mir letztes Jahr am Muttertag, dass sie jetzt mein Sohn ist. Da ich vermutete, dass sie eine Lesbe sein könnte, war es kein allzu großer Schock. Als ich jedoch begann, mich mit diesem Thema zu befassen, wurde ich extrem besorgt über die medizinische Interventionen, die bei diesen Kindern stattfinden. Als ich dann zu einem Treffen für Eltern mit transsexuellen Kindern ging, war ich schockiert darüber, wie all diese Eltern auf den Zug der Medikamente und Operationen aufspringen, ohne dies zu hinterfragen. Sie beschweren sich sogar über Wartezeiten für Operationen! Leider können hier in Kanada Kinder im Alter von 16 Jahren medizinische Entscheidungen für sich selbst und die Eltern dürfen nicht eingreifen (und die Operationen sind kostenlos).“
„Meine Tochter entschied, dass sie transgender ist, sobald sie von dem Konzept erfuhr. Es war in ihrem letzten Jahr an der High School. Im vorangegangenen Schuljahr hat sie hatte mit viel Angst und Stress zu kämpfen. Sie erfuhr von Transgender von einer kleinen Gruppe von Freunden aus der High School. Der Direktor des Diversitäts-Zentrums der Universität brachte eine Gruppe transidentifizierter Studierender in eine kostenlose Gender-Klinik, wo meine Tochter nach einem einzigen Besuch ein Rezept für Testosteron erhielt“.
„Ich bin die Mutter eines jungen Mannes Ende 20, der innerhalb weniger Monate des Binge-Konsums von Reddit- und YouTube-Transitionsvideos, entschied, dass er trans ist und mit erschreckender Geschwindigkeit eine Transition durchläuft. Natürlich ist er alt genug, um zu tun, was ihm gefällt. Und ich kann nur still trauern, während ich ihn aus der Ferne beobachte, wie er seine körperliche und geistige Gesundheit zerstört.“
„In meinem örtlichen Gymnasium ist meine Tochter in der Blaskapelle. Sie spielt ein Instrument, aber sie ist mit vielen Mädchen in der Color Guard befreundet. Es gibt in diesem Jahr etwa 25 Mitglieder der Color Guard. Alle von ihnen sind weiblich. Letztes Jahr erzählte mir meine Tochter, dass sich fast alle von ihnen als lesbisch fühlten. In diesem Jahr fühlen sich fast alle trans, agender oder stellen zumindest ihre Genderidentität in Frage. Mir ist aufgefallen, dass viele von ihnen ähnliche Haarschnitte haben und dass einige von ihnen ihre Brüste binden. Viele diskutieren ständig ihre Genderidentitäten und quälen sich mit der Frage, ob sie sich gegenüber ihren Eltern „outen“ sollen. Ihr Leben scheint sich rund um die Uhr um dieses Thema zu drehen, was einige ihrer nicht transgender Freunde sicher vertrieben hat. Keine Erwachsener hat eingegriffen, um zu helfen, obwohl sie wissen, was vor sich geht. (Anonym, private Korrespondenz, 2016)“
Nun möchte ich erörtern, wie Therapeuten zum Anstieg von Transitionen beitragen, indem die Selbstdiagnose eines jungen Menschen als Transgender schnell und ohne Differenzialdiagnose bestätigt wird, ohne Exploration von Traumata, Fragen zur sexuellen Orientierung usw. Ich sage gleich zu Beginn, dass ich glaube, dass die meisten, wenn nicht alle Therapeuten dies in guter Absicht tun. Ich glaube aber auch, dass wir als Fachleute für psychische Gesundheit diesen Trend kritischer betrachten müssen. Wir ermutigen junge Menschen effektiv dazu, ihren Körper dauerhaft zu verändern, obwohl es möglicherweise weniger invasive Möglichkeiten gibt, mit ihrer Notlage umzugehen.
Es gibt zahlreiche Einzelberichte darüber, dass junge Menschen ohne sorgfältige Beurteilung Hormone verschrieben bekommen. In der Studie mit 200 Frauen, die detransitioniert sind, gaben 65 % an, dass sie vor Beginn der Hormonbehandlung keine Therapie erhalten hätten. Die meisten, die in Therapie gewesen waren, hatten nur wenige Sitzungen, bevor sie eine Verordnung für Hormone bekamen. Das Durchschnittsalter für den Beginn der Transition lag bei den Befragten bei 17 Jahren. (Stella, 2016c). Die Website transgenderreality.com dokumentiert Online-Berichte junger Menschen, die nach einer, zwei oder drei Sitzungen Indikationen für die Hormonbehandlung erhielten. Ein Eintrag erklärt, warum sie die erforderliche Indikation nach nur drei Sitzungen erhielt. "Meine Therapeutin machte ihren Abschluss an einer Schule mit starkem Schwerpunkt auf ‚social justice‘, und so hat sie dankenswerterweise betont, dass sie kein 'Hindernis' für mich sein wolle." (T, 2015).
Einige Therapeuten bezeichnen sich selbst als „Gender-Therapeuten", obwohl dies kein offizieller Titel ist und nicht bedeutet, dass der Behandler eine spezielle Ausbildung absolviert oder eine zusätzliche Qualifikation erworben hat. Soweit mir bekannt ist, sehen die meisten Gender-Therapeuten ihre Aufgabe darin, die bevorzugte Genderidentität der Patienten zu bestätigen und sie möglicherweise bei der Transition durch Indikationen für Hormone und Chirurgie zu unterstützen. Mit anderen Worten: Wenn ein junger Mensch sich selbst als transgender diagnostiziert und sich an einen Gender-Therapeuten wendet, wird dieser wahrscheinlich eher bestätigen, anstatt ergebnisoffen zu erkunden.
Die folgenden Zitate stammen aus einem Vortrag der Entwicklungspsychologin und Gender-Spezialistin Ehrensaft, bei einem Symposium 2016 in Santa Cruz, Kalifornien. Dr. Ehrensaft ist die Autorin von ‚The Gender Creative Child‘ und gilt als führende Expertin auf dem Gebiet „transidentifizierende Kinder“. Sie ist Direktorin und Chefpsychologin der Gender-Klinik im Kinderkrankenhaus der Universität von Kalifornien-San Francisco, und ist auch außerordentliche Professorin für Pädiatrie an der UCSF. Sie sitzt im Verwaltungsrat von Gender Spectrum, einer Organisation in der San Francisco Bay Area. Wir können eine Menge über das affirmative Modell lernen, wenn wir nur einen kurzen Auszug aus ihrem Vortrag lesen.
„Ein weiterer Punkt, der [Eltern] davon abhält, ihre Einwilligung zu geben, ist das Problem der Fruchtbarkeit. Wenn das Kind direkt von Pubertätsblockern zu gegengeschlechtlichen Hormonen übergeht, verliert es aller Wahrscheinlichkeit nach seine Fruchtbarkeit und wird nicht mehr in der Lage sein, ein genetisch verwandtes Kind zu bekommen.
Es gibt viele Eltern, die davon träumen, Großeltern zu werden. Es fällt ihnen sehr schwer, sich diese genetisch verwandten Enkelkinder nicht vorzustellen. Also müssen wir mit den Eltern arbeiten, dass dies nicht ihre Träume sind. [Sie lacht.] Sie müssen sich auf die Träume Ihres Kindes konzentrieren. Auf das, was es will.
Und was ich über viele der Jugendlichen sagen möchte, die sich Pubertätsblocker wünschen, ist: Ich habe noch nie eine so altruistische Gruppe von Kindern getroffen, die sich mit dem Thema Adoption befasst hat! Noch nie! „Ich werde adoptieren, weil es so viele Kinder gibt, die ein gutes Zuhause brauchen.“ Und ich denke, das ist wirklich von Herzen, aber sie versuchen uns damit zu sagen: Das Wichtigste ist für mich im Moment die Möglichkeit, jede Gelegenheit zu nutzen, um meine Gender-Identifikation so vollständig wie möglich zu bekräftigen. Alles andere ist zweitrangig.“
Die Frage ist: 'Kann ein 11-Jähriger, ein 12-Jähriger auf diesem Entwicklungsstand, wirklich darüber nachdenken und wissen, was er im Alter von 30 Jahren in Bezug auf Unfruchtbarkeit will?' Die Antwort darauf lautet: Wir denken auch nicht zweimal nach bei Krebserkrankungen von Kindern, dass die ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Wir sagen nicht, dass wir ihnen die Behandlung gegen Krebs nicht geben, weil diese ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Bei einigen der Jugendlichen ist die Geschlechtsangleichung ebenso lebensrettend wie die onkologische Behandlung krebskranker Kinder.“
Als Nächster spricht Joel Baum, Leiter der Bildungsabteilung von Gender Spectrum:
„Ich möchte hier nur noch eines hinzufügen. Wenn wir mit Familien arbeiten, was sind die Hebepunkte für diese Familie?... Am Ende des Tages ist es ihre Entscheidung, und wir hoffen nur, dass sie eine informierte Entscheidung fällen. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Informationen haben, die Sie benötigen. Das umfasst:
Sie können entweder Enkelkinder haben oder gar kein Kind mehr, weil es die Beziehung zu Ihnen beendet oder in einigen Fällen, weil es für sich selbst einen noch gefährlicheren Weg wählt." (Ehrensaft & Baum, 2016)
Hier räumt Ehrensaft ein, dass die Behandlung, zu der sie Familien oft rät – Blocker, gefolgt von gegengeschlechtlichen Hormonen – Infertilität verursacht. Sie verwirft dann diese Bedenken – meiner Meinung nach beleidigend – als nichts anderes als den elterlichen Wunsch, ein genetisch verwandtes Enkelkind zu haben. In Wahrheit ist die Sterilisation minderjähriger Kinder – von denen viele wahrscheinlich schwul oder lesbisch aufwachsen würden – ein schwerwiegender Verstoß gegen die medizinische Ethik. Der Erhalt der Fruchtbarkeit von Minderjährigen gilt seit jeher als ein grundlegendes ethisches Prinzip.
Ehrensaft und Baum spielen dann die 'Selbstmordkarte' aus, und unterstellen, dass wir nicht zögern würden, eine Behandlung durchzuführen, die ein an Krebs erkranktes Kind sterilisieren würde – und laut Ehrensaft könnte eine Transition „genauso lebensrettend" sein. Der Vergleich hinkt an mehreren Stellen. Krebsbehandlungen werden erst nach Bestätigung der Diagnose durchgeführt. Oft wird eine Biopsie durchgeführt, damit das Gewebe unter dem Mikroskop untersucht werden kann. Bildgebende Verfahren können die Art des Tumors und seine Ausbreitung überprüfen. Erinnern Sie sich daran, dass wir immer noch keine aussagekräftige Definition von „Genderidentität" haben und kein wissenschaftliches Verständnis von deren Entwicklung. Es gibt keinen Labortest für Genderdysphorie. Ansonsten wird die Krebsbehandlung wahrscheinlich die Wahl zwischen mehreren verschiedenen Behandlungsoptionen erfordern. Der Familie werden die Risiken und Vorteile jeder dieser Behandlungsmethoden vorgestellt, basierend auf der besten medizinischen Evidenz. Wenn ein Kind sich selbst als Trans diagnostiziert, werden Eltern häufig in Richtung Transition als die einzige Behandlungsoption gelenkt.
Erinnern Sie außerdem daran, dass es keinen eindeutigen Beweis dafür gibt, dass Transition die Suizidalität verringert. Einigen Studien zufolge sind die Selbstmordraten nach der Transition weiterhin hoch. (Asscheman et al., 2011; Dhejne et al., 2011). Schließlich erscheint mir Ehrensaft's Behauptung, dass Kinder wirklich, wirklich nichts dagegen haben, sterilisiert zu werden, weil sie selbstlos adoptieren wollen, lächerlich. Es ist kaum vorstellbar, dass Ehrensaft, eine Expertin für die kindliche Entwicklung, das nicht versteht: Nur weil ein Kind etwas leidenschaftlich will, kann es die volle Tragweite dieses Wunsches noch lange nicht verstehen.
Ehrensaft ist keine unbedeutende Akteurin auf dem Gebiet „transidentifizierte Kinder“. Sie wird als führende Autorität anerkannt. Sie hat erheblichen Einfluss. Sie hält Vorträge und publiziert in großem Umfang. Das oben zitierte Zitat offenbart einige Einstellungen und Praktiken von Mainstream-Kliniker/innen zu diesem Thema.
Der affirmative Ansatz wird sogar gesetzlich verankert. In den vergangenen Jahren wurden einige gute und dringend benötigte Gesetze verabschiedet, die es für Therapeuten illegal machen, zu versuchen, die sexuelle Orientierung eines Klienten zu ändern. Unglücklicherweise haben Aktivist/innen in einigen Bundesstaaten darauf hingewirkt, das Konzept der Genderidentität in diese Gesetze aufzunehmen. In vielen Fällen sind die sich daraus ergebenden Gesetze in ihrer Bedeutung unklar und lassen Spielraum für Interpretationen. Einige Therapeuten sind besorgt, dass diese Gesetze es für sie illegal machen, die Dysphoriegefühle ihrer Klienten zu explorieren. Jeder andere Ansatz als die Affirmation wird dann infrage gestellt. Und Hormone und Operationen sind leicht zugänglich. 74 amerikanische Hochschulen haben Krankenversicherungsprogramme, die sowohl Hormone als auch Operationen abdecken. Weitere 21 decken nur Hormone ab. (campuspride.org/tpc/stdent-health-insurance).
Zusammenfassend kann gesagt werden: Das bevorzugte Verfahren zur Diagnose der Genderdysphorie ist die „Bestätigung der Genderidentität". Die erste Behandlungsoption für Genderdysphorie sind invasive und irreversible Verfahren, für deren Wirksamkeit es kaum Belege gibt. Und diese Behandlungen sind leicht zugänglich.
Die Not von Eltern, die mit Teenagern zu tun haben, die sich ohne eine Vorgeschichte von Dysphorie plötzlich als trans outen, kann besonders ergreifend sein. Nach meiner Erfahrung mit dieser Gruppe wollen die meisten Eltern wirklich das Beste für ihr Kind. Sie haben vielleicht Bedenken, ob eine dauerhafte irreversible medizinische Intervention der richtige Weg ist, und wenden sich häufig an Therapeuten, um Hilfe zu bekommen bei der Wahl des besten Weges. Viele sind überrascht und bestürzt über den plumpen Ansatz der Gender-Therapeuten, die sie instruieren, die Identität des jungen Menschen sofort zu bestätigen, ohne einen Prozess der Erkundung oder Differenzialdiagnose. Die folgenden Zitate sind den Kommentaren der Eltern im Blog 4thwavenow.com entnommen:
„Ich habe gerade mit einer Therapeutin telefoniert, die ich für die Behandlung meines Kindes in Erwägung ziehe. Die lachte mich aus, obwohl ich gar keinen Witz erzählt hatte. Ich hielt das Gespräch kurz und hängte ein. Sie rief mich zurück und begann, mich darüber zu belehren, dass ich selbst Therapie bräuchte und dass mein Kind Hormonblocker nehmen müsse und ins Gender-Programm des örtlichen Krankenhauses aufgenommen werden sollte. Als ich sie fragte, wie sie so unverhohlen mein Kind diagnostizieren kann, das sie noch nicht einmal vom Telefon kennt, nannte sie mich transphob."
„Meine 15-jährige Tochter kam vor 6 Monaten zu uns, um uns mitzuteilen, dass sie gender-fluid ist. Jetzt sagt sie, sie sei trans. Sie hat eine Gruppe von Freunden, die alle ihr 'Gender' infrage stellen, und es scheint aktuell das Coolste zu sein, was man tun kann. Wir haben sie in Therapie geschickt und nach nur 10 Besuchen stimmte der Therapeut mit ihr überein. Als ich mit dem Therapeuten über meine Bedenken sprach, fühlte ich mich beschämt, als hätte ich kein Recht darauf. Ich werde meine Tochter weiterhin unterstützen, aber ich werde ihr sagen, dass ich alles infrage stelle und es keine medizinische Intervention geben wird, bis sie erwachsen ist."
„Kürzlich suchte ich Hilfe/Beratung bei jemandem, der sich auf Trans-Fragen spezialisiert hat. Nachdem ich eine Stunde mit ihr gesprochen hatte, drängte sie mir Blocker, Therapie, Pride-Gruppen etc. auf. Mein Sohn hat daran kein Interesse. Derzeit zieht er lediglich im Privatbereich weibliche Unterwäsche an. Er äußerte nicht den Wunsch, eine Frau zu sein, sondern findet die Idee eher 'erregend'. Ich hatte ihr kaum erzählt, was er sagt und tut, schon stellte sie fest, dass er seit Jahren darunter leidet (er ist 13, wir reden also ohnehin über keine lange Zeit). Er leidet nicht. Sie war mehr an ihrer Ideologie interessiert, als an den Details unserer individuellen Situation. Ich bin entsetzt, wenn ich daran denke, was hätte passieren können, wenn ich uninformiert in ihre Praxis gegangen wäre. Ich habe niemanden finden können, der darüber Bescheid weiß (außer im Internet). Ich habe noch eine andere Therapeutin, aber sie weiß nichts darüber und wechselt das Thema jedes Mal, wenn ich es anspreche. Ich unterstütze meinen Sohn, egal wie er sich entscheidet oder was er braucht, aber ich möchte nicht, dass er aus den falschen Gründen zu etwas Drastischem gedrängt wird. Ich habe das Gefühl, dass ich keine ehrlichen Informationen von den Anbietern erhalten werde. Das stresst mich."
„Wie viele andere, die diesen Blog lesen, habe ich in den vergangenen Wochen mit Gender-Therapeuten telefoniert nach [der] Ankündigung [meiner Tochter], dass sie trans sei. Ohne meine Tochter persönlich getroffen zu haben, sprachen alle 4 Therapeuten mit mir so, als ob diese Trans-Sache beschlossene Sache sei. Ein sehr freundlicher Therapeut, der sich als FTM outete und dessen Website 'seine' Verpflichtung zur 'informierten Zustimmung' betonte, versicherte mir, dass es für meine Tochter nicht notwendig war, zuerst eine sexuelle oder romantische Beziehung zu haben, bevor sie sich entschied, ob sie trans ist. 'Die meisten jungen Menschen überspringen diesen Schritt jetzt einfach', sagte der Therapeut.
Diesen Schritt überspringen? Ich dachte an meine eigene Jugend zurück. Ich hatte noch nicht einmal ansatzweise eine klare Vorstellung davon, wer ich als sexuelles Wesen war, bis ich mehr als eine Beziehung gehabt hatte. Es dauerte Jahre, bis ich die Nuancen meines Körpers kennen lernte und seine Feinheiten, seine Fähigkeit zum Lustempfinden und meine Gefühle in Bezug auf andere kennenlernte. Derselbe Therapeut meldete mein Kind für die folgende Woche zu einer 'Trans-Teenager-Selbsthilfegruppe' an - wieder ohne sie jemals kennen gelernt zu haben. 'Es gibt nichts, was Sie oder ich dagegen tun können, dass Ihre Tochter trans ist', sagte ein anderer Therapeut ... am Telefon, ohne mein Kind kennen gelernt zu haben. Ein weiterer Therapeut weigerte sich, überhaupt mit mir zu sprechen; bestand darauf, dass sie zuerst einen privaten Termin haben müsse mit meinem Kind.“
„Entgegen dem Mythos, den die Befürworter der Transition verbreiten, gibt es zumindest in den Vereinigten Staaten keine langsame und sorgfältige Beurteilung dieser Kinder, die behaupten trans zu sein. Der Trend geht dahin, die Gate-Keeper zu entfernen und sich auf ein simples Modell der 'informierten Zustimmung' überzugehen: Wenn Du sagst, Du bist trans, dann bist du es - egal was wie jung Du bist und egal, wann Du es ‚erkannt‘ hast ('Eltern, Hören Sie weiter auf Ihren Bauch - nicht auf den Gender-Therapeuten', 2016)."
Ich möchte diesen Abschnitt mit Bildern zusammenfassen, die Cari Stella erstellt hat, die junge Frau, die die Umfrage unter Detransitionierten gemacht hat (siehe Abbildungen 2-5; Stella, 2016b).
Cari erhielt ihre Indikation für Hormone und Chirurgie nach 3 Therapieterminen bei Sheryl, ihrer Gender-Therapeutin. Während ihrer gemeinsamen Arbeit begann Cari Rückblenden zu haben zu einem traumatischen Ereignis, an das sie sich zuvor nicht erinnert hatte. Diese wurden nur oberflächlich erforscht und es gab keine Gespräche darüber, wie sich ein Trauma auf Gefühle gegenüber dem eigenen Körper auswirken kann. Wie Cari in diesem bewegten Kunstwerk darstellt, hat Sheryl ihr nie gesagt, dass es normal sein könnte, sich mit ihrem Körper als heranwachsende Frau unwohl zu fühlen. Sheryl hat Cari nie gefragt, ob sie ein Trauma erlebt hatte, oder sie auf Symptome einer PTBS untersucht. Sie hat nie mit Cari exploriert, ob ihre Dysphorie mit Caris aufkeimender homosexueller Orientierung zusammenhängen könnte, und sie hat Cari nie geholfen, zugrunde liegende psychologische Konflikte zu erforschen (Stella, 2016).
Wie können wir junge Menschen, die eine transsexuelle Identität erkunden, besser untersuchen und behandeln? Wir können gendernonkonforme junge Menschen unterstützen und akzeptieren. Wir können Mobbing und soziale Stigmatisierung für diejenigen reduzieren, die sich nicht an Gender-Stereotype halten.
Wir können jungen Menschen eine ganze Reihe von Optionen anbieten, mit Dysphorie umzugehen, einschließlich Behandlungsmöglichkeiten zusätzlich zur Transition. Wir können Vorbilder für das Leben als Femme- oder Butch-Lesbe anbieten. Wir können traumakompetente Therapie anbieten und eine gründliche Differenzialdiagnose, die Fälle identifiziert, in denen Dissoziation oder andere PTSD-Symptome zur Dysphorie beitragen. Wir können Erwachsenen eine medizinische Transition anbieten und dabei für eine gründliche und genaue Information über Nebenwirkungen und Risiken medizinischer Behandlung sowie die potenziellen Nachteile der Transition sorgen.
Mit den besten Absichten haben die modernen psychiatrischen und medizinischen Einrichtungen zu einer Situation beigetragen, in der minderjährige Kinder in der Überzeugung bestärkt wurden, dass sie das andere Geschlecht sind und ihren Körper drastisch verändern müssen, um ihre Situation zu verbessern. Mainstream-Medien haben diese Denkweise schnell bestätigt, und diejenigen, die Zweifel haben, zögern, diese zu äußern, aus Angst, als bigott angesehen zu werden oder beruflich angegriffen zu werden. Wie sind wir hierhergekommen? Jung wäre nicht überrascht.
„Wir können nie sicher sein, dass eine neue Idee nicht auch uns selbst erfassen wird oder unsere Nachbarn. Wir wissen sowohl aus der modernen als auch aus der antiken Geschichte, dass solche Ideen oft so seltsam, ja sogar so bizarr sind, dass sie der Vernunft widersprechen. Die Faszination, die fast ausnahmslos mit solchen Ideen erzeugt wird, bringt eine fanatische Besessenheit hervor, mit dem Ergebnis, dass alle Andersdenkenden, egal wie wohlmeinend oder vernünftig sie sind, lebendig verbrannt werden oder ihre Köpfe abgetrennt oder massenweise mit dem moderneren Maschinengewehr entsorgt werden." (1970, S. 230)
Jung warnt uns, dass wir, um der „alles verschlingenden Kraft" solch attraktiver Ideen zu widerstehen, „nicht nur in der Außenwelt, sondern auch in der Innenwelt" verwurzelt sein müssen. Da man sich auf äußere Autoritäten nicht verlassen kann, müssen wir uns selbst in Ordnung bringen, indem wir unser Bewusstsein kultivieren, basierend auf „der ewigen Tatsache der menschlichen Psyche." (1970, S. 230) Dieser Rat scheint heute aktuell und relevant für die Bewältigung des gegenwärtigen plötzlichen Anstiegs der trans-identifizierten jungen Menschen.
Hinweis: Die erwähnten Grafiken von Cari Stella finden Sie im Original:
Outbreak: On transgender teenagers and psychic epidemics, L. Marchiano, 06.10.2017
Lisa Marchiano, LCSW, ist Autorin, zugelassene klinische Sozialarbeiterin und zertifizierte jungianische Analytikerin in eigener Praxis in Philadelphia. Lisa ist Mitglied der Fakultät des Philadelphia Jung Institute und hält landesweit Vorträge zu jungianischen Themen. Sie hat ein besonderes Interesse an Märchen und schrieb ein Buch über Mutterschaft als Erfahrung psychologischen Wachstums. Sie hat noch viele weitere Beiträge und Bücher veröffentlicht, z. B.:
When Kids say they're Trans - A Guide for thoughtful Parents (zusammen mit S. Ayad und S. O'Malley)
One Size Does Not Fit All: In Support of Psychotherapy for Gender Dysphoria, (zusammen mit anderen), 2020
Transgender Children: The Making of a Modern Hysteria, 2021
A Clinical Guide for Therapists Working with Gender-Questioning Youth, (zus. mit anderen), Januar 2026








