Warum die Gender-Ideologie eine ehrliche Psychotherapie nahezu unmöglich macht
Es ist schwierig geworden, eine explorative Psychotherapie zu beginnen: Wenn das Stichwort Genderinkongruenz/-dysphorie fällt, lehnen immer mehr Psychotherapeuten unsere Kinder ab. Die einen folgen dem Affirmation-Only-Trend, sie affirmieren und schreiben schnell weiterleitende Indikationsschreiben. Die anderen haben die Erfahrung gemacht, dass eine konventionelle explorative Psychotherapie unter den aktuellen Gegebenheiten kaum noch funktioniert. Je älter die Teens & Twens sind, umso wahrscheinlicher bekommen Familien Absagen, wie diese eines Erwachsenen-Psychotherapeuten:
„Leider kann ich Ihnen nicht weiter helfen. Durch meine langjährige Erfahrung mit gerade volljährigen jungen Menschen mit Genderinkongruenz bzw. Genderdysphorie bin ich mittlerweile der Ansicht, dass sich diese Personen durch die Übernahme der alternativ-sprituell-ähnliche Transideologie letztlich nicht auf einen psychotherapeutischen Prozess einlassen können."
Jo Burgo, ein erfahrener klinischer Psychologe und Psychotherapeut, erläutert die Gründe:
Why Traditional Psychotherapy Is Failing Today’s Gender-Confused Teens – Gender ideology has made honest psychotherapy nearly impossible, J. Burgo, 09.03.2026
Die traditionelle Psychotherapie stößt mittlerweile an ihre Grenzen, weil sich – so Jo Burgo – die Lehrpläne stark verändert haben, das Internet zu einer Demokratisierung des Wissens geführt hat und mittlerweile ein „Mangel an Vertrauen in das Konzept legitimer Autorität" eingetreten ist.
„Psychotherapists can’t escape a society saturated in the same belief system [the gender-ideology]. Even solo practitioners today find it challenging to practice as we might once have done because the world around us disputes our authority as experts, undermines family structures that have traditionally supported our work, and replaces long-held understandings of human nature with newly minted and unevidenced theories presented as unassailable truth."
Wenn Teenager oder junge Erwachsene Psychologen aufsuchen, sind sie durch Schule und Internet schon seit Jahren mit pseudowissenschaftlichen „Narrativen" vertraut, wie
- Geschlecht ist ein Spektrum,
- das nicht unbedingt mit der Genderidentität übereinstimmt und
- durch medizinische Maßnahmen verändert werden kann.
Andere Ansichten gelten pauschal als unfreundlich oder transphob.
„Advocates of Queer Theory use educational policy and curricula to destabilize traditional categories of male/female, parent/child, and normal/abnormal, in the process promoting 'social and medical transition' as a normative path for children."
Zudem sind junge Menschen weit weniger als früher durch berufliche Qualifikationen und Titel beeindruckt, die Autorität von Therapeuten wird hinterfragt bzw. konkurriert mit „alternativen Fakten" und Influencern und Online-Communites.
Problematisch ist darüber hinaus, dass eine Psychotherapie bei jungen genderinkongruenten/-dysphorischen Klienten unter Zeitdruck steht.
„The clock is ticking. Parents are desperate because their child is determined to begin taking cross-sex hormones once they turn 18. Or they’re threatening to estrange themselves from their families, knowing that [in the U.S.] many liberal colleges and universities will foot the gender-affirming care bill for students whose parents are deemed 'trans-phobic'.”
Für Therapeuten ist es eine besondere Herausforderung, ergebnisoffen zu sein und genügend Geduld aufzubringen, bis genderdysphorische Klienten in der Lage sind, selbst zu ehrlichen Beurteilungen und Schlussfolgerungen ihrer Situation zu kommen.
„My job, as I often say to trans-identified teens, is neither to affirm their identity nor talk them out of it. My role is to help them understand themselves as deeply as possible so that when they turn 18 and can choose for themselves, they make the best decision they can.“
Psychotherapeuten müssen den Kontakt zu ihren Klienten aufrechterhalten. Wenn sie zu früh oder unbedacht etwas „Falsches“ sagen, ansatzweise „Klartext“ sprechen, ergreifen die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen möglicherweise die Flucht und kommen nicht mehr wieder.
Jo Burgo berichtet, dass es für Therapeuten sehr viel einfacher ist, mit detransitionierten Klienten zu arbeiten als mit transidentifizierten.
„When I lose a client, I take it harder. Not only did I fail to help that struggling young person, but I’ve also let down his or her parents, and lost ground to a pernicious ideology wreaking havoc within our pathogenic culture. That’s why I now prefer to work with detransitioned young men or offer guidance to the parents of trans-identified boys rather than therapy to their indoctrinated sons."
Und es kommt darauf an, dass die Psychotherapie möglichst früh startet:
„It often takes that long, two years, before you can make headway with these trans-identified kids, to develop a trusting relationship that enables them to question. When you begin work with a 14-year-old, the ticking of the clock isn’t quite so loud. You just might have enough time."
Dr. Joseph Burgo ist klinischer Psychologe und Psychotherapeut mit über 40 Jahren Erfahrung und hat sich auf Narzissmus, Scham und psychologische Abwehrmechanismen spezialisiert. Er ist Autor mehrerer renommierter Bücher, darunter The Narcissist You Know und Why Do I Do That? und hat für große Medien wie The New York Times, The Atlantic und Psychology Today geschrieben.
Explorative Psychotherapie ist keine Konversionstherapie
Frei praktizierende PsychotherapeutInnen können sich ihre KlientInnen aussuchen. Derzeit ist unser Eindruck, dass unsere Kinder und generell schwierige Fälle kaum Chancen haben, einen geeigneten Psychotherapeuten zu finden.
Eine explorative und ergebnisoffene Psychotherapie für genderdysphorische Jugendliche ist keine Konversionstherapie,
„Es ist bekannt, dass sich die Selbstinterpretationen von Minderjährigen oft im Verlauf der Zeit verändern – ein typisches Merkmal der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dies ist auch der Grund, warum eine explorative Psychotherapie, die diesen jungen Menschen angeboten wird, nicht automatisch als unethische „Konversionstherapie“ bezeichnet werden sollte. Eine solche explorative Psychotherapie zielt darauf ab, die Gründe für genderbezogene Symptome als Teil eines größeren Bildes zu erforschen, die verschiedene Ursprünge haben können (teilweise auch im Zusammenhang mit potenziell begleitenden Psychopathologien bis hin zu gleichzeitig auftretenden psychiatrischen Störungen).
Ein weiteres Argument gegen den automatischen Vorwurf der Konversionstherapie im Kontext einer solchen ergebnisoffenen Psychotherapie ist, dass dieser Ausdruck impliziert, dass der junge Mensch durch die Psychotherapie von etwas weg konvertiert wird, das unveränderlich, allgegenwärtig und naturalistisch vorbestimmt ist." (Zepf in genderclinicnews, 13.03.2025)
Was ist eine gute Psychotherapie?
Stella O’Malley, erfahrene irische Therapeutin, gibt Eltern folgenden Tipp:
„Your child might like going to therapy but if they are not learning about themselves, improving or finding the therapeutic sessions valuable you need to close it down.”
Why Bad Therapy Is Worse Than No Therapy, YT, S. O’Malley, 26.03.2024
Förderung der Autonomie bei Teens & Twens mit GD
Roberto D’Angelo beurteilt die unhinterfragte Affirmation als solche als eine Form der Beeinflussung, die eine gründliche Erkundung und Differenzialdiagnose sowie die Autonomie des Teenagers potenziell beeinträchtigt.
Die explorative Psychotherapie ist eine verfügbare, nicht invasive Alternative zum gender-affirmativen Ansatz. Fälschlicherweise wird sie häufig als Konversionstherapie diffamiert. D’Angelo erläutert:„Psychotherapy does not impose restrictive gender stereotypes, as is sometimes claimed, but critically examines them. It empowers young people to develop creative solutions to their difficulties and pro-motes agency and autonomy. Importantly, an exploratory psychotherapeutic process can help to clarify whether gender dysphoria is a carrier for other psychological or social problems that may not be immediately apparent. Psychotherapy can therefore make a significant contribution to the optimal, ethical care of gender-dysphoric young people by ensuring that patients make appropriate, informed decisions about medical interventions which carry risks of harm and have a contested evidence base.“
Supporting autonomy in young people with gender dysphoria: psychotherapy is not conversion therapy, R. D’Angelo, 24.10.2023
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