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Selbstbestimmung: Bein-Amputation ist illegal, Penis-Amputation ist OK?

Die Forderung von Menschen mit bestimmten psychischen Problemen, ihnen gesunde Körperteile zu entfernen, damit es ihnen besser geht, wird je nach Konstellation vollkommen unterschiedlich bewertet. Im Falle von BIID gehen Experten davon aus, dass eine Amputation Betroffenen nicht hilfreich ist, sondern sie zu behinderten Menschen machen würde – daher ist sie illegal. Bei Genderinkongruenz bzw. -dysphorie (GD) ist die Entfernung von Sexualorganen als medizinische Praxis im Rahmen einer gender-affirmativen „Gesundheitsversorgung" akzeptiert – die Amputation von Geschlechtsorganen, wie Brüsten oder Genitalien wird als geeignet angesehen, eine individuelle psychische Notlage zu „heilen“.

In beiden Fällen (GD bzw. BIID) handelt es sich um „tief verwurzelte Überzeugungen über den Körper, die mit der physischen Realität in Konflikt geraten" sind.

Genderdysphorie und Body Dismorphic Disorder

Prof. Dr. Veith Roessner (Kinder- und Jugendpsychiater in Dresden) und Gregor Kohls haben den Widerspruch zwischen der Behandlung von Körperdysmorphen Störungen (BDD) und Genderdysphorie (GD) in einem Beitrag diskutiert. In beiden Fällen geht es i. d. R. um invasive und oft irreversible Eingriffe am physisch gesunden Körper. Ist es gerechtfertigt, dass medizinische Körpermodifikationen bei Jugendlichen mit Genderdysphorie (GD) häufig empfohlen werden, während sie bei körperdysmorphen Störungen (BDD) als kontraindiziert gelten?

„Bei der körperdysmorphen Störung sagt man also: auf keinen Fall operieren, du musst mit dem subjektiv erlebten Negativen lernen umzugehen. Denn es besteht die Gefahr, dass das eigentliche Problem bestehen bleibt und weitere Operationen gewünscht werden. Bei Genderdysphorie heißt es: operieren und das Geschlecht ändern, dann wird alles gut. Das meine ich mit logischem Widerspruch."

Medical body modification in youth with gender dysphoria or body dysmorphic disorder – is current practice coherent and evidence-based? Kohls, Roessner, Journal of Child Psychology and Psychiatry, 06.11.2022

Hinter dem Trans*-Wunsch steckt oft etwas anderes

BDD – Der eingebildete Mangel

BDD, auch Dysmorphophobie genannt, gilt als

„Die Überzeugung, durch den Mangel entstellt zu sein, trägt häufig wahnhafte Züge und geht mit Wahrnehmungsstörungen (Halluzination, Illusion) und Denkstörungen (überwertige Idee, Beobachtungswahn, aber auch [fehlender] Krankheitseinsicht) einher."

Der Beitrag des Dt. Ärzteblattes zu BDD beginnt mit den Feststellungen:

  • Die häufig nachgefragte plastische Chirurgie lindert den Leidensdruck der Patienten selten.
  • Die Störung wird von den Ärzten meist nicht diagnostiziert.
  • Die Einsicht in die psychischen Ursachen fehlt den meisten Betroffenen.

Betroffene haben einen hohen Leidensdruck und Funktionsbeeinträchtigungen beispielsweise im sozialen oder beruflichen Bereich. Die Folgen können vollständige soziale Isolation, Hilfsbedürftigkeit, Hoffnungslosigkeit, depressive Smptomatik, Suizidgedanken und -versuche sein. 

Die von Betroffenen häufig nachgefragten operativen Eingriffe und kosmetische Behandlun­gen werden zum einen oft ohne ausreichende Indikation durchgeführt und stellen die Behandelten selten zufrieden.

„Unzufriedenheit und Leidensdruck führen aber in der Regel nicht dazu, dass die Patienten sich psychotherapeutische Hilfe suchen, da ihnen die Einsicht in die psychischen Ursachen der Erkrankung fehlt. ... In retrospektiven Studien zur Frage des Erfolgs der plastischen Chirurgie in der Therapie der körperdysmorphen Störung überwiegt eindeutig der Misserfolg. … Die genannten Therapien, durch die eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbilds erzielt werden soll, gelten daher als kontraindiziert."

Körperdysmorphe Störungen: Der eingebildete Mangel, M. Sonnenmoser, Dt. Ärzteblatt, 2007

Die Angst vorm Spiegel: Der Weg zur Körperakzeptanz, S. Brunhoeber, 2013


Die psychiatrische Morbidität steigt nach Transition deutlich an

Es gibt kaum Belege für den Benefit von Transitionsmaßnahmen, eher für das Gegenteil. Zuletzt zeigte eine finnische Registerstudie, dass die psychiatrischen Probleme während der Nachbeobachtungszeit bei Transitionierten stark anstieg – von 9,8 % auf 60,7 % bei feminisierender und von 21,6 % auf 54,5 % bei maskulinisierender Geschlechts­angleichung, während die Kontrollgruppen (aus der Allgemeinbevölkerung) immer deutlich unter 20 % lagen.

„When prior psychiatric morbidity was controlled for, the gender-referred adolescents had a 5-to 6-fold increased need for specialist-level psychiatric treatment two years or more after the index date compared to the male controls, and 3-to 4-fold greater risk compared to the female controls, regardless of the desired direction of change and [gender-transition-treatment] status."

Finnland: Psychische Probleme bei GD-Teens&Twens nehmen zu, besonders nach Transition


Die unglaubliche Geschichte

Neil Hopper, ehemaliger NHS-Chirurg, vereiste sich 2019 beide Beine mit Eis und Trockeneis, um deren Amputation zu erzwingen. Zurzeit ist er im Gefängnis, nachdem er Ende 2025 eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 8 Monaten bekam, weil er diverse Versicherungen betrogen und extreme Pornografie besessen hat. 

His story raises profound questions about the ethics of medical intervention, bodily autonomy, and where medicine should draw the line between treating psychological distress and facilitating irreversible physical change.“

„For years, Neil Hopper was regarded as an inspiring figure. A respected NHS vascular surgeon, he claimed he had lost both legs to sepsis after a camping trip, returned to work as an amputee, became a media favourite, and received more than £466,000 in insurance payouts. The truth was that Hopper had deliberately frozen his own healthy legs because he had long harboured a sexual interest in becoming a double amputee. It is notable that even after his conviction, the court heard that Neil Hopper did not regret the amputations themselves."

Zur Amputation von gesunden Körperteilen stellen sich generell viele Fragen wie:

  • Könnte es sein, dass unsere Kultur ständig vom Neuen angezogen wird?
  • Könnte es sein, dass Menschen immer wieder Grenzen verschieben, um herauszufinden, wie weit sie gehen können?
  • Sollte es Menschen, die wirklich an einer schweren psychischen Störung leiden, erlaubt werden, sich selbst schweren und irreversiblen Schaden zuzufügen?
  • Ist es wirklich eine Strategie zur Schadensminderung, diesen Schaden zu ermöglichen, in der Hoffnung, dass er den Betroffenen befriedigt, oder besteht dabei die Gefahr, dass die Störung verstärkt wird und zu weiteren Verletzungen führt?

Stella O'Malley ist überzeugt, dass sich bisher weder die Gesellschaft noch die Experten hinreichend mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben. Dies müsste dringend geschehen.

When Sexual Fantasy Becomes Medical Treatment, S. O'Malley, 18.07.2026

In der Folge „Wenn sexuelle Fantasie zur medizinischen Behandlung wird: Ein Gespräch mit Malcolm Clark“ des  Podcasts Beyond Gender diskutiert Stella O'Malley mit Marcolm Clark und Mia Hughes. Sehen Sie sich diese Diskussion an und machen Sie sich ein Bild darüber, wo die Grenzen ethischer Medizin liegen sollten:

When Sexual Fantasy Becomes Medical Treatment – Should Doctors do this? YT, S. O'Malley, 16.07.2026


Die Risiken von chirurgischen Transitions-Operationen

Das sind die Versprechungen:

„Kliniken, die solche Operationen anbieten und daran verdienen, haben Namen wie 'Aestheticum' und versprechen, den Wandlungswilligen 'Schritt für Schritt zum wahren Ich' zu verhelfen."

Eine  Befragung von Hamburger ForscherInnen innerhalb der Transgender-Community zur Lebenszufriedenheit nach Transition ergab: 1,1 % waren äußerst zufrieden, 17,2 % zufrieden, 30,1 % nur leidlich zufrieden, 7,5 % neutral und mehr als 40 % unzufrieden bis zutiefst enttäuscht. (Are transgender people satisfied with their lives? BMC Public Health, 30.05.2023)

Dr. M. Lenzen-Schulte schreibt aus der Sicht einer Medizinerin, was Menschen mit Transitionswünschen wissen sollten:

„Die Euphorie darüber ,körperliche Attribute mit chirurgischer Unterstützung nach Gusto frei wählen zu können, macht immer häufiger auch einer Ernüchterung Platz."

Euphemistisch als „Bottom-OPs" bezeichnete Maßnahmen bedeuten u. a.:

„GENITALE „BOTTOM“-Operationen von männlich zu weiblich entkernen den Penis, stülpen die Penishaut um und kleiden damit jene Aushöhlung aus, die zuvor unmittelbar vor dem Anus in den Damm des Beckenbodens gebohrt wurde. Die Prozedur nennt sich „Penile Inversion“. Hinzu kommt der Versuch, aus der zurechtgeschnittenen Peniseichel so etwas wie eine „Neoklitoris“ zu konstruieren. Schließlich muss noch ein Ausgang für die gekappte Harnröhre angelegt werden. Die Penishaut reicht mitunter nicht aus, um der künstlichen Vagina ausreichende Tiefe zu verleihen. … Die gewendete Penisaußenhaut kann das [natürliche euchtwerden bei Erregung] erst mal nicht. Oder es verhält sich umgekehrt, wenn etwa eine Scheide aus Dickdarm eher zu viel Sekret absondert und unangenehm riecht. … Vor allem jüngere Menschen mit Transitionswünschen sollten wissen, dass Nebenwirkungen umso öfter vorkommen, je früher im Leben solche Eingriffe vorgenommen werden."

Zum weit komplikationsträchtigeren Weg der FzM-OPs, der u. a. großflächige tiefe Narben beinhaltet:

„Das Schicksal ihrer Klitoris sollte jede transitionswillige Frau interessieren. Sie wird gehäutet – das meint „Deepithelialisierung“ –, danach unten am Ansatz des neu geschaffenen Phallus verborgen. In den Fachartikeln steht dafür der Begriff „burial“ oder Beerdigung. Eine „buried clitoris“ meint in der Medizin eigentlich eine Pathologie, einen krankhaften Zustand."

„Die Komplikationsrate [einer Phalloplastie] zum Beispiel für Durchblutungsstörungen durch Blutgerinnselbildung liegt bei einem Fünftel bis einem Viertel nach den gängigen Penisersatzverfahren. Infolge solch einer Durchblutungsstörung kann die gesamte Neukonstruktion auch komplett absterben. Danach muss eine andere Körperstelle als Spender fungieren. … Die männ­liche Harnröhre ist jedoch rund dreimal länger als die weibliche. Es muss angestückt werden, in bis zu drei Vierteln der Eingriffe sind Nachbesserungen notwendig.

Körperwelten, M. Lenzen-Schulte, cicero-Beilage, Februar 2024 (s. auch twitter)

Trans-OPs: Sehr tiefe Narben, Emma-Magazin, M. Lenzen-Schulte, 21.08.2023, Quellen

Der Verlust von Genitalorganen macht in jedem Falle steril, mit einer „maskulinisierten“ Brust kann nie mehr gestillt werden. In jungen Jahren ist dies vielen, die transitionieren egal, in höherem Alter ist es für so manche(n) sehr schmerzlich.

Was ich gerne vorher gewusst hätte ...


Mehr …

Wer sich noch weiter informieren will und starke Nerven hat, kann hier noch weiter lesen:

S2k-Leitlinie „Chirurgische Maßnahmen bei Geschlechtsinkongruenz"AWMF Reg. Nr. 043-052, 2025

Circumcision and the Medicalization of Sex – Compliance with the norms of sex has long been the motivation for harmful medical interventions on young peopleN. Cohen, 16.04.2024

„Finally, in 2018, 'two days before my 31st birthday, I underwent a surgery that removed my genitals, inverting them in a procedure that has been marked as refined, but is no more civilised than an amputation' he said. 'Today, despite multiple follow-up surgeries, my scar lines still weep, occasionally becoming inflamed and causing crippling pain. In the flesh cavity that was created to mimic a vagina, I feel mostly nothing, aside from the occasional stabs of pain. I can’t use the toilet properly … and no matter how hard I push or strain, a dribble emerges, which may continue for hours after I have left the seat.”

„NHS trans surgery damaged my body for ever – it’s not safe“, TheTimes, 2023

Nach der Geschlechtsangleichung: „Es hat alles nur schlimmer gemacht“, Berliner Tagesspiegel, 2018 

Marlon: „Ich bin genitalverstümmelt”

 

 

Was tun?

Eltern eines ROGD-Teens stehen immer vor der Herausforderung, sich entscheiden zu müssen, wie dem leidenden Kind bestmöglich geholfen werden soll.

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