Finnland: Psychische Probleme bei GD-Teens&Twens nehmen zu, besonders nach Transition
Eine neue finnische Studie zielt darauf ab, Wissenslücken zur Behandlung von Teens & Twens mit Genderdysphorie (GD) zu schließen. Von den 2.083 Personen unter 23. Jahren (23 % ♂, 77 % ♀), die zwischen 1996 und 2019 eine der beiden Genderkliniken aufsuchten (Alter im ø 18,5 bzw. 19 Jahre), unterzogen sich 38 % Transitionsmaßnahmen. Die Ergebnisse stellen die medizinische Transition bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eindeutig infrage.
- Die angenommene Verbesserung der psychischen Gesundheit nach einer im Jugendalter begonnenen medizinischen Transition trifft nicht zu – das Gegenteil wurde festgestellt.
- Schwere psychiatrische Störungen scheinen nicht primär auf GD zurückzuführen zu sein, erfordern aber unabhängig von GD eine angemessene Behandlung.
Konkrete Fragen der Studie
- Wie unterscheidet sich der Bedarf von Teens & Twens mit einer Gender-Notlage an fachärztlicher psychiatrischer Behandlung gegenüber ihren Peers ohne Genderprobleme?
- Gibt es dahingehende Unterschiede älterer und neuerer Jahrgänge, deren Überweisungszahl sich nach 2011 verzehnfacht hat?
- Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in der psychiatrischen Morbidität?
- Wie entwickeln sich die psychiatrischen Bedürfnisse bei Personen, nach einer medizinischen Transition im Vergleich zu denen, die nicht transitionieren?
Psychiatrische Morbidität zum Zeitpunkt der Überweisung
Die finnischen ForscherInnen konnten belegen, dass die Zahl der an die Jugend-Genderkliniken überwiesenen „Jugendlichen mit schwerer psychiatrischer Morbidität" (insbesondere Depressionen und Angstzustände) immer weiter anstieg. Der Anteil derjenigen, die bereits vor ihrem Besuch in der Genderklinik bei Fachpsychiatern waren, stieg von 23,7 % (vor 2010) auf 47,9 % (nach 2010), während die Anteile bei den Kontrollgruppen (aus der Allgemeinbevölkerung) 11,8 % (vor 2010) und 15,3 % (nach 2010) waren.
„The change is hardly attributable to improved recognition of mental disorders, as no similar rise was observed in the control group.“
Bei den Kontrollgruppen lag die Quote der Inanspruchnahme von Fachpsychiatern bis 2010 bei 11,8 % und nach 2011 bei 15,5 %. Da im finnischen Schulsystem regelmäßig Screenings auf mögliche Störungen der psychischen Gesundheit durchgeführt werden, ist es praktisch ausgeschlossen, dass bei der Kontrollgruppe dieser Studie verfälschte Ergebnisse vorliegen könnten.
Psychiatrische Morbidität nach Transition
Schwere psychische Erkrankungen sind in Finnland eine Kontraindikation für Transitionsmaßnahmen. Daher hatten die 38 % der Überwiesenen, die transitionierten, vergleichsweise wenig psychische Vorerkrankungen. Allerdings stieg die psychiatrische Morbidität bei den Transitionierten während der Nachbeobachtungszeit deutlich an – von 9,8 % auf 60,7 % bei feminisierender und von 21,6 % auf 54,5 % bei maskulinisierender Geschlechtsangleichung, während die Kontrollgruppen (aus der Allgemeinbevölkerung) immer deutlich unter 20 % lagen.
„When prior psychiatric morbidity was controlled for, the gender-referred adolescents had a 5-to 6-fold increased need for specialist-level psychiatric treat-ment two years or more after the index date com-pared to the male controls, and 3-to 4-fold greater risk compared to the female controls, regardless of the desired direction of change and [gender-transition-treatment] status."
Nach Ansicht der AutorInnen sprechen die Ergebnisse gegen die sog. Minderheitenstress-Theorie. Ein Teil des psychiatrischen Behandlungsbedarfs, so vermuten die Forscher, lässt sich bei biologisch ♂ Jugendlichen durch die feminisierende Östrogenbehandlung erklären, die oft Depressionen auslöst.
Genderdysphorie könnte eine Folge tieferliegender psychischer Probleme sein und ist somit „möglicherweise sekundär zu anderen psychischen Problemen". Bekanntermaßen wird mit der Identifikationsschablone Trans* häufig versucht, einen Bewältigungsmechanismus für psychische Probleme zu finden.
Die finnischen Studien sind qualitativ sehr hochwertig
Die finnischen ForscherInnen können die Daten der landesweiten Informationssysteme nutzen. Im Gesundheitsregister werden von der Geburt bis zum Tod einer Person alle Gesundheitsdaten (alle Termine, Rezepte, Diagnosen, Behandlungen, ICD-Codes etc.) anhand einer Nummer dokumentiert. Forscher formulieren ihre Fragen und Anforderungen an die Datengenehmigungsbehörde und bekommen pseudonymisierte Datensätze, die sie auswerten und interpretieren. Die Vorteile sind:
- Es stehen robuste und umfassende Datensätze hoher Qualität zur Verfügung. In dieser Studie wurden Informationen aus folgenden Systemen genutzt: Bevölkerungsinformationssystem, Gesundheits-, Todesursachenregister und Sozialversicherungsanstalt.
- Es sind lange Nachbeobachtungszeiten möglich. In dieser Studie waren es im ø 5,49 Jahre, Maximum 25 Jahre.
- Es können passende Kontrollgruppen gebildet werden.
In dieser Studie wurden pro GD-Person jeweils 4 männliche und 4 weibliche Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung (ohne Genderprobleme), demografisch gleichartig (in Bezug auf Alter und gleicher Geburtsort – insgesamt 16.643 Personen), recherchiert. - Es gibt nahezu keine Nachverfolgungsverluste (es fehlen nur Personen, die dauerhaft das Land verlassen). Niemand kann sich von der Registrierung abmelden.
Anmerkung zu Deutschland: Hierzulande konnte Kristina Schröder noch nicht einmal herausfinden, wie viele Personen als Minderjährige rechtlich transitioniert sind, d. h., ihren Geschlechtseintrag nach November 2024 geändert haben.
Selbstbestimmungsgesetz: Ich hätte da ein paar Fragen, Die Welt, K. Schröder, 30.03.2025
Die finnische Studie liefert leider keine detaillierteren Informationen zu den Gründen der behandelten Personen für die Inanspruchnahme psychiatrischer Leistungen.
Es ist zwar zu befürworten und nachvollziehbar, dass die Forscher das jugendliche Alter bis 23 Jahre betrachten, allerdings halten sie bedauerlicherweise geheim, bei wie vielen Minderjährigen mit medizinischen Maßnahmen begonnen wurde.
Psychiatric Morbidity Among Adolescents and Young Adults Who Contacted Specialised Gender Identity Services in Finland in 1996–2019: A Register Study, S.-M. Ruuska, R. Kaltiala, u. a., 04.04.2026
Warum schließt niemand endgültig die Tür?
Nachdem seit Jahren keine Beweise für den Nutzen der medizinischen Behandlung von Genderdysphorie gefunden werden konnten, steht die Frage im Raum, warum niemand – auch nicht in Finnland – spätestens nach diesem Studienergebnis – „endgültig die Tür schließt", zumindest für Minderjährige.
„Die Tür endgültig schließen“ – diesen Ausdruck benutzte Stella O'Malley gestern in ihrem nachdenklichen Beitrag zum aktuellen Stand des Transgender-Medizin-Skandals einschließlich der Causa „Hilary Cass“.
„The Cass Paradox highlights a review that finds no reliable evidence of benefit yet still refuses to rule out the intervention.“
Es gibt keine zuverlässigen Beweise für den Nutzen der Medikalisierung der Identität, die ihrerseits große Risiken birgt. Insofern ist es paradox, trotzdem eine medizinische Behandlung aufrechtzuerhalten, in der ungewissen Hoffnung, dass es einige wenige Menschen geben könnte, denen diese Behandlung hilft. Die sog. „Tiny-Numbers-Theorie“ findet sich selbst bei genderkritischen Fachleuten:
„This inability to close the door is striking. Across clinicians and researchers who describe themselves as 'gender critical' but are better named 'gender critical lite', there remains a refusal to fully say no to medical transition. They tend to subscribe to an unevidenced theory - I have a name for this too - the “tiny numbers theory”; the belief that a vanishingly small group might benefit, despite the absence of evidence."
Niemand, selbst im strengen finnischen Kontext, ist in der Lage, eindeutig die Personen zu identifizieren, die von einer medizinischen Transition profitieren könnten.
„We know that this treatment approach is profoundly inappropriate for these vulnerable patients. Yet many still cannot state clearly and unapologetically that these interventions are wrong. The harms extend beyond the individual to families, workplaces, and wider society. Nonetheless, Dr Cass and many others continue to insist the door must remain slightly ajar.“
Statt auf Beweise wird auf Selbstauskünfte und Narrative gesetzt.
„As Bertrand Russell illustrated, we cannot prove that a teapot, too small to be seen by telescopes, orbits the Sun somewhere between the Earth and Mars. But the fact that we cannot disprove the claim does not make it credible, nor does it justify action.“
O'Malley ist überzeugt, dass die betroffenen Eltern durch ihre unnachgiebigen Fragen den Transgender-Medizin-Skandal aufgedeckt haben.
It was parents who exposed this pseudo-medical intervention for what it is - more flawed than homeopathy and even more extreme in concept. It turns out that when medical interventions are per-formed on children, parents will go to the ends of the earth to understand what is being proposed. In this case, they did. These parents have gone through hell, only to discover that the clinicians and researchers were asleep at the wheel.“
Lesen Sie den vollständigen Beitrag von Dr. Stella O'Malley:
The Cass Paradox, S. O’Malley, 05.04.2026
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Bei der o.g. finnischen Studie von 2026 handelt es sich um dieselben finnischen Forscher, die in einer Studie von 2024 nachweisen konnten, dass die Suizidraten bei Jugendlichen, die CSH bekamen, nicht höher sind als bei Gleichaltrigen mit ähnlichen psychischen Problemen, jedoch ohne GD.
Die Suizid-Lüge ist als emotionale Erpressung ungeeignet
Finnland: Akzeptanz statt Medikalisierung
Studie aus Finnland zum psychiatrischen Bedarf bei GD




