Warum werden gender-non-konforme Teenager heute oft trans*?
Ist trans* eine angeborene natürliche Eigenschaft, die lediglich entdeckt wird oder ist es eine neu erfundene Kategorie, die seit Beginn des 21. Jahrhunderts gender-non-konformen Heranwachsenden zugeschrieben und von ihnen angenommen wird? Haben wir heute eine andere Sicht auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen? Warum akzeptierte die Gesellschaft früher relativ selbstverständlich einzelne Tomboys und seltener Jungen, die mädchenhafte Verhaltensweisen zeigten, während heute viele Erwachsene schnell mit einer Art Klassizierungsbrille auf Kinder und Jugendliche schauen, die sich nicht gender-konform verhalten.
Initialisierung
Etliche unserer betroffenen Eltern berichten, wie die Transidentifizierung ihres bis dato ahnungslosen Kindes begann:
- Einige wurden von Gleichaltrigen gefragt „Bist Du trans?" oder direkt konfrontiert mit „Du bist trans!“
- Andere Eltern erzählen, welcher Film, welches Video, welches Buch oder welches schulische Projekt oder Erlebnis über bzw. mit Trans-Personen bei ihrem Teenager als „Auftakt“ das Nachdenken über trans* in Gang gesetzt hat.
- Und sie schildern, in welchem Zeitraum und angesichts welcher anderen psychischen Probleme und Ereignisse sich diese Initialzündung zur manifesten Identifikationsschablone für das eigene Selbst entwickelte.
- Nicht selten bringen Teenager, die wegen anderer Probleme in stationärer psychiatrischer Behandlung waren, anschließend eine Selbstdiagnose „Ich bin trans*" mit nach Hause.
Die Schaffung der Kategorie trans* für Heranwachsende
Fachleute, die es für unwahrscheinlich halten, dass trans* eine natürliche Eigenschaft von Menschen ist, die sie früher oder später bei sich entdecken, verfolgen die These, dass es sich um eine von Erwachsenen „sozial geschaffene Kategorie“ handelt. So haben die Professoren für Philosophie Alex Byrne (MIT) und Moti Gorin (Colorado State University) die zentrale Frage untersucht: „Was ist ein 'Transgender-Kind'?“
Trans Kids and “Making Up People“, A. Byrne, M. Gorin, 10.05.2026
Was genau unterscheidet ein Transgender-Kind von einem gender-non-konformen Kind?
Warum benötigen Erwachsene die Kategorie trans* und belassen es nicht (wie früher) bei der Beschreibung der genderuntypischen Verhaltens- und Ausdrucksweisen? Warum reagieren sie auf die Gender-Unzufriedenheit von Jugendlichen nicht mit Forderungen nach sozialer Veränderung und Akzeptanz, sondern mit Ideologie?
Stella O'Malley fasst zusammen: Während Gendernonkonformität lediglich die abweichenden Interessen und Verhaltensweisen von kulturellen Erwartungen beschreibt, ist die Kategorie „Transgender-Teenager“ mit „bestimmten sozialen, klinischen und zunehmend auch medizinischen Erwartungen verbunden“.
Aus der Diskussion von Mia Hughes mit Alex Byrne und Moti Gorin:
„Gender non-conforming kids are not trans kids. Trans kids are members of the opposite sex. You're raising a girl as a boy. You're raising a boy as a girl. How can that kid go through puberty? It has to come hand in hand with the medical pathway. And there is the iatrogenic effect of lying to a kid and raising them untethered from the reality of their body. It's going to lock in that identity.“
Wenn die Kategorie trans* auf Heranwachsende projiziert wird, hat das einschneidende Konsequenzen, weil mit ihr ideologische Ideen ins Spiel kommen, wie:
- der Körper / das Geschlecht könne falsch sein
- dies könnte der Grund für eine psychische Notlage sein
- es gäbe eine körper-medizinische Lösung, die den Phänotyp dem gefühlten Gender anpassen könne – fälschlicherweise als Geschlechtswechsel/die Transition bezeichnet
Schnell geht es um Namen und Pronomen, Diagnosen und medizinische Maßnahmen, anstatt den Teenagern zu versichern, dass die Pubertät notwendig und vorübergehend ist. Zudem wäre es sinnvoller, keine falschen Hoffnungen zu wecken, sondern sie selbstbewusst und realistisch zu erziehen sowie ihnen ehrlich zu vermitteln, dass Änderungen des Phänotyps nicht wirklich einen Wechsel des Geschlechts bewirken.
What Is a 'Transgender Child'? Alex Byrne & Moti Gorin – Mia Hughes speaks with the co-authors of the paper "Trans Kids and 'Making Up People'", 02.07.2026 (Episode #78 Beyond Gender, Stella O'Malley)
Concept Creep: Gendernonkonforme Jugendliche werden zu trans* gemacht
Es ist einfach unglaublich: Milena Siebald, Manuel Föcker und Georg Romer (Koordinator der S2k-Leitlinie) setzen in einem neueren Beitrag gender-non-konforme Jugendliche kurzerhand mit genderinkongruenten (die dann ggf. in die gender-affirmative Medikalisierungsspirale geraten) gleich:
„
Dieses Kapitel bietet einen praxisbezogenen Einblick in den aktuellen Kenntnisstand bezüglich Geschlechtsinkongruenz und -dysphorie bei Kindern und Jugendlichen aus medizinisch-therapeutischer Sicht. In Anlehnung an den Paradigmenwechsel in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD), dem zufolge Geschlechtsinkongruenznicht länger als psychische Störung eingestuft wird, werden bedeutsame Änderungen für den professionellen Umgang mit Gender-Nonkonformität erläutert. Im Mittelpunkt steht die Förderung gendernonkonformer Kinder und Jugendlicher darin, ein Leben im erlebten Geschlecht zu führen. Eine Geschlechtsinkongruenz erfordert in der Kindheit oft keine spezielle Behandlung. In der Pubertät jedoch kann die zunehmende körperliche Entwicklung zu einem Leidensdruck aufgrund von Geschlechtsdysphorie führen, was eine unterstützende Psychotherapie sowie ggf. abgestufte medizinische Eingriffe zur Pubertätsblockade und zum Zweck der Geschlechtsangleichung notwendig machen kann." (Markierungen hinzugefügt)
Concept Creep ist eine semantische Erweiterung, um Themen einzubeziehen, die ursprünglich nicht unter diese Bezeichnung fallen, beispielsweise die Ausweitung medizinischer Konzepte auf normale Verhaltensweisen.
Trans* im Kindes- und Jugendalter – eine medizinisch-therapeutische Perspektive, M. Siebald, M. Föcker, G. Romer, 06.05.2026
NL-Protokoll: Seit der Geist aus der Flasche ist, steigt die Zahl der GD-Teenager
Seit Fachleute Ende des 20. Jahrhunderts das sog. Niederländische Protokoll (PB, CSH, OPs) für Heranwachsende übernommen haben, es propagieren und damit experimentieren, hat sich die Ideologie von der Genderidentität stark verbreitet. Die Zahl der ROGD-Teenager steigt stark an.
Fachleute sollen zwar zwischen „vorübergehender Genderunzufriedenheit“ und Genderinkongruenz unterscheiden, dazu gibt ihnen allerdings die deutsche S2k-Leitlinie keine konkreten Kriterien an die Hand. Biomarker gibt es dafür ohnehin nicht. Welche Teenager eine manifeste Transsexualität entwickeln werden, ob ihnen eine medizinische Transition langfristig hilft oder ob sie nicht vielleicht eher zu homosexuellen Erwachsenen entwickeln würden, wenn man sie in Ruhe ließe, lässt sich somit nicht feststellen. Trotzdem folgen viele Fachleute dem Affirmation-Only-Trend, bestätigen einfach die Selbstdiagnose von Jugendlichen und leiten sie auf den medizinischen Pfad, obwohl er wahrscheinlich in der Mehrzahl der Fälle nicht zwingend notwendig wäre.
Affirmation bedeutet, die Transidentifikation von Teenagern nicht zu hinterfragen. Prof. Dr. Sybille Winter, Leiterin der Trans-Sprechstunde der Charité, erklärte ihr Verständnis:
„Die Geschlechtsidentität ist eine subjektive Einschätzung. Es gibt keine Diagnostik wie eine Blutentnahme oder Ähnliches. Deshalb ist es sehr wichtig, den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, uns ihre Gedanken zu ihrer Geschlechtsidentität mitzuteilen. Wenn wir das nicht infrage stellen, können die jungen Menschen eigene Unsicherheiten zulassen und ihren Weg finden. Ihre subjektive Einschätzung ist für uns maßgeblich. Dabei ist die Haltung wichtig, dass Transsexualität heute nicht mehr als Krankheit gesehen wird, wie man früher noch dachte. Sondern ein subjektives Gefühl. Für uns bedeutet das: Wir prüfen nicht, wir stellen es nicht infrage. Wir schauen nicht, ob es wirklich so ist."
( FAZ, 04.07.2022, Fettmarkierung hinzugefügt)
Die Tragik der sog. gender-affirmativen Versorgung von Teenagern liegt auch darin, dass ihre zentrale Intention der Start zu Beginn der Pubertät ist und es somit kaum Möglichkeiten gibt, dass die Medikalisierung erst als ultima-ratio zum Zuge kommt, wie es bei der Medikalisierung von Erwachsenen möglich wäre. Abwarten würde den Teenagern alle Optionen für die Zukunft offen halten, speziell bei biologischen ♀ könnte dies ohne Nachteile sehr sinnvoll sein.
ROGD – Abwarten kann für ♀ eine gute Option sein
Warum schließt niemand endgültig die Tür?
Nachdem seit vielen Jahren keine Beweise für den Nutzen der medizinischen Behandlung von Genderdysphorie gefunden werden konnten, steht die überfällige Frage im Raum, warum niemand – auch nicht in Finnland – spätestens nach diesem Studienergebnis „endgültig die Tür schließt", wenn es um Minderjährige und junge Erwachsene geht.
„Die Tür endgültig schließen“ – diesen Ausdruck verwendet Stella O'Malley in ihrem nachdenklichen Beitrag zum aktuellen Stand des Transgender-Medizin-Skandals, einschließlich der Causa „Hilary Cass“.
The Cass Paradox, S. O’Malley, 05.04.2026
J. K. Rowling auf X
J. K. Rowling wird oft unterstellt, dass sie „Transgenderkinder“ ablehnt, wenn sie beispielsweise schreibt:
„There are no trans kids. No child is 'born in the wrong body'. There are only adults like you, prepared to sacrifice the health of minors to bolster your belief in an ideology that will end up wreaking more harm than lobotomies and false memory syndrome combined." 19:21 Uhr · 28.12. 2024
„Kids are watching TikTok videos of surgeons selling the idea that bodies can be modified like Lego. Schools affirm kids’ trans identities behind parents’ backs. A certain kids’ charity in the UK sent out breast binders to pubescent girls without parental consent. Many parents are struggling to protect kids from a Zeitgeist telling them that anxieties about puberty, sexuality and growing up can be fixed by lifelong reliance on Big Pharma and by doctors who make Frankenstein look ethical.“ 11:16 Uhr · 29.12.2024
Allerdings äußert sie sich in längeren Beiträgen (z. B. auf ihrer Website) sehr differenziert, warum sie beim Thema Gender- und Geschlechtsprobleme skeptisch ist.
Stella O'Malley kennt J. K. Rowling gut, sie schreibt:
„Rowling has consistently acknowledged the existence of children experiencing profound gender distress and gender nonconformity. Her central concern has been whether such children should be understood as belonging to a distinct human category called 'transgender'. That is a philosophical claim about classification rather than a denial that gender-distressed children exist."
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Die Bücher von Heather Brunskell-Evans & Michele Moore:
Transgender Children and Young People: Born in Your Own Body, H. Brunskell-Evans & M. Moore, 2018
Inventing Transgender Children and Young People, H. Brunskell-Evans & M. Moore, 2019
Der Annahme, Transidentität könne bei Menschen eine natürliche angeborene Eigenschaft sein, steht auch entgegen, dass es für Transgenderismus im Tierreich keinerlei Anzeichen gibt, während etwa Homosexualität dort vorkommt.










