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Warum Chirurgen die Ersten sind, die medizinethische Bedenken haben

Die (ASPS) hatte bereits in ihrer Stellungnahme vom 03.02.2026 ausgeführt, dass es an ausreichender Evidenz fehlt, um ein günstiges Risiko-Nutzen-Profil für genderbezogene chirurgische Eingriffe bei Minderjährigen nachzuweisen. Der ASPS-Vorstand empfahl daraufhin aus Gründen der Patientensicherheit, dass Brust-, Genital- und Gesichtsoperationen bis zum Alter von mindestens 19 Jahren zurückgestellt werden sollten, wenngleich die entsprechende Arbeitsgruppe zuvor mindestens 25 Jahre festgelegt hatte. Zeki Bayraktar, ein türkischer Chirurg (Akad. Lehrkrankenhaus Istanbul), untersucht die ethische Grundlage irreversibler gender-affirmative Operationen bei jungen Erwachsenen nach dem 18. Lebensjahr.

Vorab: Die Society for Evidence Based Gender Medicine (SEGM) nennt 3 Gründe, warum die Chirurgen die ersten sind, die keine Minderjährigen mehr wegen Geschlechtsinkongruenz behandeln wollen:

First, unlike endocrine interventions, where changes unfold gradually and the extent of irreversibility may only become clear over time, surgery is universally understood as irreversible from the outset. When the risk–benefit ratio is unfavourable, surgeons have no gray area to retreat into—they must decide whether to operate.“

Second, because surgery is typically the final step in the transition pathway, surgeons inherit the cumulative risks and uncertainties of the upstream interventions. That vantage point likely contributed to why the professional association representing plastic surgeons was among the first to recognize the full scope of the problem.“

Third, and importantly, plastic surgery is unusual among medical specialities in routinely providing both elective cosmetic procedures and medically necessary care. This positions plastic surgeons to distinguish between interventions that are medically indicated and those that may primarily offer patient satisfaction without improving health outcomes.“

The ASPS Rejects Adolescent Gender Surgery and Raises Serious Concerns Regarding All Minor Gender Transitions, SEGM, 05.02.2026

Das 18. Lebenjahr ist kein Entwicklungsendpunkt

Zeki Bayraktar, der die ethische Grundlage irreversibler gender-affirmative Operationen bei jungen Erwachsenen ab 19 Jahren untersuchte, sagte in einem Interview Ende 2025:

„Transsexuelle haben keine genetische, hormonelle oder körperliche Erkrankung oder funktionelle Störung; der einzige vorgeschlagene Grund ist psychische Belastung. Psychische Probleme werden nicht durch Operationen behoben, die zu Organ-, Gewebe- und Funktionsverlust führen."

Alle gender-affirmativen Operationen sind irreversibel. Systematische Übersichtsarbeiten belegen, dass die Gesamtkomplikationsrate in der Genitalchirurgie besonders ausgeprägt ist: Bei Phalloplastiken >75 %, oft mehrere Revisionsoperationen erforderlich und bei Vaginoplastiken bis zu 70 %. Gleichzeitig fehlen überzeugende, hochgradig gesicherte Belege, dass medizinische Interventionen zu konsistenten und dauerhaften Verbesserungen der psychischen Funktionsfähigkeit führten oder zur Verringerung des psychiatrischen Risikos.

„Consequently, when evaluated through the lenses of the precautionary principle, nonmaleficence, and proportionality, establishing a minimum age threshold of 25 for irreversible GAS (gender-affirming surgery) appears ethically and normatively justified.“

Gender-affirmative chirurgische Eingriffe wie Mastektomie, Orchiektomie, Penektomie, Hysterektomie, Oophorektomie, Harnröhrenverlängerung, Vaginoplastik, Phalloplastik und Metoidioplastik bedeuten dauerhafte anatomische Veränderungen, die Entfernung von gesundem körpereigenem Gewebe und die dauerhafte Beeinträchtigung der reproduktiven und sexuellen Funktion sowie zu bleibenden Veränderungen der endokrinen und urogenitalen Funktion.

Auch die Suizidprävention allein sei wahrscheinlich keine ausreichende ethische Recht­fertigung für irreversible chirurgische Eingriffe. Suizide und psychiatrische Morbidität spielen dagegen postoperativ eine vergleichsweise große Rolle, wie veritable Studien aus Finnland (Ruuska u . a. 2024 und 2026) und Schweden (Dhejne u. a., 2011) gezeigt haben.

Gerade für irreversible Eingriffe seien die Evidenzanforderungen traditionell hoch. Derzeit fehle es jedoch noch immer an Evidenz aus den höheren Ebenen der Evidenzhierarchie, wie jüngste Metaanalysen gezeigt haben.

„From a risk–benefit analysis perspective, the potential harms are concrete and measurable, whereas the proposed benefits remain methodologically limited and uncertain. High-certainty evidence demonstrating a clear net benefit is absent.“

Der Aspekt der Irreversibilität sei bei der ethischen Bewertung nicht neutral, sondern fungiere als „Gewichtungs­multiplikator“.

„When anticipated benefits remain uncertain, the principle of nonmaleficence assumes primacy.“

Die auch in der ASPS-Stellungnahme genannten Bedenken hinsichtlich der Evidenz und der Irreversibilität gelten altersunabhängig sowohl für Personen unter 19 Jahren als auch für junge Erwachsene, da sie sich in der Entwicklung zum Erwachsensein befinden. Zudem habe sich das medizinrechtliche Risiko in den vergangenen Jahren erhöht.

Die Vollendung des 18. Lebensjahres stelle keinen Entwicklungsendpunkt dar, die Lebens­jahre von 18 bis 25 seien primär eine entwicklungsdynamische und teilweise fluide Phase, die in den heutigen Gesellschaften durch eine verzögerte wirtschaftliche Unabhängigkeit und eine erweiterte Identitätsfindung zu einer Art „psychosozialen Moratorium" geführt habe.

„In this context, performing GAS procedures that involve irreversible loss of organs, tissue, and function at an earlier age introduces a potential ethical asymmetry between decision-making stability and the permanence of intervention.“

Da es keine Literatur gibt, die es ermöglicht, die langfristigen Folgen für die einzelne Person zuverlässig vorzusagen und Unzufriedenheit mit dem Gender/Geschlecht nachweislich im Laufe des Erwachsenwerdens zurückgeht (Rawee u. a. 2024):

„Accordingly, a proposed threshold of 25 years should not be construed as an arbitrary elevation of age criteria, but rather as a precaution-based surgical ethics position grounded in converging neurobiological, psychosocial, and longitudinal identity data.“

Die Festlegung eines Mindestalters von 25+ für irreversible GAS-Eingriffe ist nach Ansicht von Zeki Bayraktar gerechtfertigt, wenn das Vorsorgeprinzip, die Verpflichtung zur Nichtschädigung und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gemeinsam berücksichtigt werden.

„A delay of several years carries risks that are largely reversible or clinically manageable, whereas irreversible surgery performed earlier entails permanent consequences without the possibility of remediation. The asymmetry of risk is therefore ethically significant."

Irreversibility, Evidence, and Age Threshold in Gender-Affirming Surgery: A Surgical Ethics Perspective, Z. Bayraktar, 20.05.2026


Interview mit Zeki Bayraktar

Zeki Bayraktar betont, dass stichhaltigen Belege für die Wirksamkeit von Hormonbehandlungen und Operationen bei Genderproblemen fehlen:

„In der Medizin basiert jeder chirurgische Eingriff auf einer Risiko-Nutzen-Analyse und muss dem Grundsatz „vor allem nicht schaden“ entsprechen. Bei Transsexuellen liegt keine genetische, hormonelle oder körperliche Erkrankung oder Funktionsstörung vor; die einzige angeführte Begründung sind psychische Leiden. Psychische Probleme lassen sich nicht durch Operationen beheben, die zum Verlust von Organen, Gewebe und Funktionen führen. Ähnliche Wünsche werden bei Erkrankungen wie Lykanthropie, Transablismus und Anorexie nicht chirurgisch erfüllt, während ein Wunsch gleicher Art nur bei Transsexualität akzeptiert wird.

Systematische Übersichtsarbeiten (Metaanalysen) berichten, dass die Studien, die diese Eingriffe stützen, schwach oder sehr schwach sind. Die in den USA und Europa der Öffentlichkeit präsentierte Behauptung einer „unbestrittenen wissenschaftlichen Grundlage“ ist in Wirklichkeit eine Annahme, die schwerwiegende bioethische Kontroversen überdeckt. In den letzten Jahren sind wichtige Veröffentlichungen erschienen, die die derzeitige medizinische Praxis kritisieren, und es erscheinen weiterhin solche Veröffentlichungen. Wenn das Problem psychischer Natur ist, stellt die Ausrichtung der Intervention auf den Körper sowohl aus medizinischer als auch aus ethischer Sicht einen schwerwiegenden Widerspruch dar."

Geçici Ergenlik Karmaşaları LGBT Etkisiyle Kalıcı Kimliklere Dönüşüyor, Interview mit Prof. Dr. Zeki Bayraktar, 24.12.2025


Der EU-Markt für geschlechtsangleichende Operationen boomt

Roísín Michaux, eine in Brüssel ansässige Journalistin, schreibt über Möglichkeiten und Bedingungen von Dienstleistungsangeboten im Sektor „geschlechtsan­gleichende Behandlungen“, insbesondere chirurgischer Art. In Europa, speziell auch in Deutschland gibt es immer mehr Angebote in öffentlichen Krankenhäusern. Außerdem:

„There is a growing number of chic surgical centres that are ethically freelancing, deciding what kind of trans-affirming interventions they will perform, under what conditions, and from what age. The only barrier to access is the price.“

Die Bedingungen sind je nach Land und Vor-Ort-Situation unterschiedlich lax:

„Where no explicit legal minimum age limit exists, treatment decisions are based on individual doctors’ personal scruples, and his or her appetite for weathering potential future legal action. Countries whose authorities allow transition for minors use language like ‘in exceptional cases’, without specifying what the accepted exceptions are."

Roísín Michaux testet selbst mehrfach aus, wie die einzelnen Anbieter vorgehen, indem sie sich als Mutter einer fiktiven 15-jährigen transidenten Tochter ausgibt, die per Telefon, Whatsapp, etc., Beratungstermine vereinbart, Konditionen und Vorgehensweisen erfragt.

Europe’s Gender Surgery Market is Booming – Roísín Michaux on trans medical tourism and the unscrupulous monied interests driving private gender clinics, Genspect, Roísín Michaux, 19.05.2026

Roísín Michaux hat sogar ein Aufnahme- und Beratungsgespräch in einer großen belgischen Genderklinik für ihre fiktive 14 Jahre alte autistische und transidente Tochter vereinbart, das sie als Mutter persönlich vor Ort wahrgenommen hat.

The Weekly Peak #9 – Belgian gender docs have no scruples, Roísín Michaux, 10.06.2026


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Bestimmte Initiativen werben für Kliniken im deutschsprachigen Raum, die geschlechtsangleichende Operationen für trans* Männer & trans* maskuline Personen anbieten, z. B. Instagramm @transbuddies.de. Zurzeit sind es hier nur 6 von x, darunter eine evangelische und eine katholische Klinik.

 

Was tun?

Eltern eines ROGD-Teens stehen immer vor der Herausforderung, sich entscheiden zu müssen, wie dem leidenden Kind bestmöglich geholfen werden soll.

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