ROGD – Was tun?
Eltern eines ROGD-Teens stehen immer vor der Herausforderung, entscheiden zu müssen, wie dem leidenden Kind bestmöglich geholfen werden soll. Eine Möglichkeit besteht darin, sich an den Leitlinien der WPATH (World Professional Association for Transgender Health) für die Standardversorgung von Transgender-Jugendlichen zu orientieren. Dieser Weg bietet sich an, wenn Sie Konflikte mit Ihrem Kind scheuen und Sie sich weder bei Experten noch privat rechtfertigen möchten:
- Sie stellen die Selbstdiagnose trans* oder gender* Ihres Teens nicht infrage, sondern geben zu, dass Sie sich mehr als 10 Jahre lang hinsichtlich Geschlecht und Gender Ihres Kindes geirrt haben. Sie benutzen unverzüglich und konsequent den Wunschnamen und das Wunsch-Pronomen Ihres Kindes und vertrauen Ihr Kind einer Transgender-Ambulanz oder -Klinik an.
- Sie unterstützen die soziale Transition Ihres Kindes, z. B. Aussehen, Outing in Schule und Freizeit, und besorgen ihm Binder oder Packer.
Sie sehen einen Nutzen darin, dass die natürliche Pubertät Ihres körperlich gesunden Kindes mit Pubertätsblockern im Off-Label-Use gestoppt wird.- Sie sind damit einverstanden, dass Ihr Kind nach dem 14. Geburtstag gegengeschlechtliche Hormone (ebenfalls im Off-Label-Use) bekommt.
- Sie erlauben, dass Ihrer Tochter nach dem 15. Geburtstag die Brüste amputiert werden oder Ihrem Sohn nach dem 17. Geburtstag die Hoden.
- Sie sind damit einverstanden, dass bei Ihrer Tochter nach dem 17. Geburtstag eine Hysterektomie und mit 18 Jahren eine Phalloplastik-OP oder bei Ihrem Sohn eine Vaginoplastik-OP durchgeführt wird.
Die Altersangaben waren in den Drafts zu den „Standards of Care – Version 8“ vom Dezember 2021 auf die genannten Werte heruntergesetzt worden, in den aktuellen WPATH SOC8 von 09/2022 wurden fast alle Altersangaben entfernt.
Eine an den WPATH-Leitlinien orientierte affirmative Vorgehensweise finden Sie in den meisten Gender-Ambulanzen in Deutschland. Auf Basis der Annahme, dass eine Trans-Identifikation angeboren und unveränderlich ist, wird i. d. R. zügig die Standardversorgung (s. o.) angeboten oder eingeleitet:
"Als Therapie der ersten Wahl gelten bei der GD/GIK modifizierende, stufenweise stattfindende, Behandlungen körperlicher Geschlechtsmerkmale, zu denen auch Hormonbehandlungen zählen, für diejenigen Personen, die solche Behandlungen wollen. ... Alleinige psychotherapeutische Interventionen [sind] wirkungslos bzw. sie bewirken im Sinne supportiven seelischen Beistands allenfalls eine partielle Entlastung" (Harney et al, 2023).
Die Mitglieder der Leitlinienkommission halten Psychotherapie als Primärtherapie für wirkungslos. Die Funktion von Psychotherapie wird in Deutschland bei der gender-affirmativen Behandlung, in der Beratung und Begleitung während und ggf. auch nach der Transition gesehen. Psychotherapie sowie die medizinischen Maßnahmen und die lebenslange Medikalisierung werden vom solidarischen Gesundheitssystem, unseren Krankenkassen, übernommen. Eine Heilungsgarantie besteht nicht, und Sie haben gemeinsam mit Ihrem Kind alle beteiligten Experten per „informierter Einwilligung“ wahrscheinlich von den meisten Haftungsfragen freigestellt.
Info: Was sind die Grundannahmen des „gender-affirmativen“ Ansatzes zur Behandlung von ROGD-Jugendlichen?
- Das Entstehen einer Trans-Identität ist das Ergebnis einer höheren Stufe des Selbstbewusstseins.
- Egal, ob die Trans-Identität bei Kleinkindern, älteren Kindern, Teenagern oder reifen Erwachsenen entsteht, sie ist authentisch und bleibt ein Leben lang bestehen.
- Alle Varianten der Genderidentität sind biologisch bedingt und von Natur aus gesund.
- Die häufig auftretenden psychiatrischen Symptome sind eine direkte Folge der Gender-Inkongruenz (das sogenannte „Minority Distress“-Modell).
- Die einzige Möglichkeit, psychiatrische Probleme zu lindern oder zu verhindern, besteht darin, den Körper schon bei den ersten Anzeichen der Pubertät zu verändern.
- Psychologische Bewertungen und Versuche, psychiatrische Komorbiditäten zu behandeln, sollten nur zur Unterstützung der Transition eingesetzt werden.
- Versuche, Genderdysphorie allein mit Psychotherapie zu lösen, sind oft unwirksam oder sogar schädlich.
- Genderdysphorische Jugendliche müssen in Bezug auf ihre aktuelle Genderidentität und ihr gewünschtes körperliches Erscheinungsbild uneingeschränkte soziale, hormonelle und chirurgische Unterstützung erhalten.
- Alle individuellen ‚embodiment goals’ (Ziele körpergeschlechtlicher Selbstoptimierung), auch die, die in der Natur nicht vorkommen, müssen in vollem Umfang erfüllt werden, soweit dies medizintechnisch möglich ist.
- Die Wissenschaft hat die Vorteile einer frühzeitigen Geschlechtsangleichung bewiesen und die niedrige Reue- und Ablösungsrate bestätigt diese Praxis zusätzlich.
Diese Grundannahmen werden oft als Fakten dargestellt, sie sind allerdings aufgrund der nicht ausreichenden und äußerst geringen Evidenz sehr umstritten.
Current Concerns About Gender-Affirming Therapy in Adolescents, S. Levine u. a., 14.04.2023
Sollten Sie eine solche Standardversorgung für Ihr ROGD-Kind hinterfragen oder gar ablehnen, weil Sie sie nicht verstehen, weil keine Heilungsaussicht zugesichert werden kann, weil Ihnen die Risiken und Nebenwirkungen zu groß erscheinen oder weil Sie ethische Bedenken haben – DANN WIRD ES SEHR SCHWIERIG.
Der Fokus der Standardversorgung von genderdysphorischen Jugendlichen liegt bei der WPATH auf Affirmation und somatischen Maßnahmen. Alternative nicht invasive Behandlungsstrategien sind weder in den WPATH SOC8 vorgesehen, noch aufgrund des Affirmation-Only-Trends derzeit in der Realität in nennenswertem Umfang vorhanden oder für die meisten Familien erreichbar.
Suchen Sie – wenn nötig – trotzdem nach einer Behandlung, die die Probleme Ihres Teens oder Twen reduziert, ohne sofortige Affirmation und schnelles grünes Licht für somatische Behandlungen. Wie auch bei anderen Problemen sollte eine gute Psychotherapie ergebnisoffen sein und dem Jugendlichen oder jungen Erwachsenen Zeit zur Erkundung seiner Probleme, seiner Gefühle, seiner sexuellen Orientierung, seiner Zukunftsvorstellungen sowie der Behandlungsoptionen und -aussichten etc. ermöglichen. Genderdysphorie ist bei Teens und Twens eine wirklich ernstzunehmende, tiefgreifende Problematik, bei der die Psychotherapie unbedingt regelmäßig, mind. 1x pro Woche, notwendig ist. Seit Jahren strecken – nach unseren Erfahrungen – viele TherapeutInnen die von den Kassen genehmigten Kontingente, sodass oft nur alle paar Wochen oder gar Monate eine Therapiestunde stattfindet.
„... parents search for a therapist who won’t immediately affirm the new identity, but instead take it slowly, get to know their child, and figure out the appeal to her of a new identity. A clinician with a more cautious, nuanced approach — that’s all parents want. Another shock: there are almost none.
Counting psychiatrists, psychologists, social workers, and counselors, there are more than a million therapists in this country. I located a group of therapists who believe in long-term, exploratory talk therapy for gender-questioning youth, and there are only 60 members, with many outside the United States." Miriam Grossman, Psychiaterin in Therapists Have Betrayed The Parents Of Gender-Confused Kids, And There’ll Be Hell To Pay, thefederalist, 11.11.2021
Die Psychotherapeutin Stella O’Malley schreibt zur Therapeuten-Situation:
„Although parents are generally in a rush to find the best therapist, there is a shortage in the field, as there are few therapists who are well-informed about gender issues. Sending your distressed child to a professional who is poorly informed, or who reacts to your child’s case with a simplistic perspective, may do more harm than good."
Finding a therapist, Podcast mit S. O’Malley, S. Ayad und L. Marchiano, 17.12.2021
Tipps zur Therapeuten-Suche, GETA
Eine weitere Problematik sehen wir als Eltern darin, dass die Psychotherapie und das Ausstellen von Indikationsschreiben und Gutachten i. d. R. in einer Hand liegen. Das kann zur Folge haben, dass unsere Jugendlichen die Psychotherapeuten vor allem als „Gatekeeper“ für die angestrebten medizinischen Maßnahmen sehen, was die Möglichkeiten von Psychotherapie stark einschränkt.
Matt Bristow, Therapeut im Tavistock GIDS, beschrieb im Buch von Hannah Barnes Time to Think die etwas anders gelagerte Doppelfunktion der Kliniker, die aber auf diese Problematik hinweist:
„This dual function of the GIDS clinician - part gatekeeper, part assessor — had another effect too: it made it difficult for some young people to be honest. They ‘often came into the service with the idea that if they showed any sort of sense of doubt, or uncertainty, or things weren’t fitting a particular narrative, then they might lose their chance to get a referral for blockers’.”
Die Politisierung der Therapie?
James Esses, britischer Jurist und Psychotherapeut, ist überzeugt, dass in der Psychotherapeuten-Szene eine Politisierung stattgefunden hat, die besonders deutlich wird beim Thema Identität. Sie [die Genderdysphorie] sei die einzige Notlage, die derzeit behandelt wird, indem man die beunruhigenden Gedanken im Kopf der Betroffenen bestätigt oder sie ermutigt, ihren Körper physiologisch zu verändern. Die Behandlung beispielsweise von Magersucht besteht nicht in der Fettabsaugung.
„Such unconditional affirmation flies in the face of the notion of exploration – a bedrock of psychotherapy. It turns therapists into nothing more than robotic, nodding dogs, unable to explore or indeed challenge what their client is saying to them."
Ideologisch orientierte Therapeutinnen signalisierten ihren Klientinnen ihre Einstellung, indem sie u. a. die Wunsch-Pronomen oder Begriffe wie „gelebte Erfahrung“ oder LGBTQ+ benutzen.
The Politicisation of Therapy, J. Esses, 31.10.2023
More Therapy, Less Ideology, Beispielkommentar zu WPATH SOC8, 12.12.2021
Open letter in response to WPATH SOC 8, 15.12.2021
Transidentifizierte Kinder brauchen Therapie, nicht nur ‚Bestätigung‘ und Drogen, Marcus Evans, 2018
Do trans-kids stay trans – when they grow up? Cantor, 2017 (Übersicht über eine Periode, in der noch keine Pubertätsblocker eingesetzt wurden)
Why T is different than LGB: a parent’s perspective, 04.02.2022
Videos zur körper-medizinischen Transition, von denen viele suggerieren, dass ein Geschlechtswechsel möglich ist, finden Sie nicht nur bei TikTok und YT, sondern auch beim ARD/SWF-Onlineangebot funk.net
Webwerbung einer plastischen Chirurgin für „teetus deletus" etc., Maynand, 04.02.2022
Chirurg operiert Trans-Personen, Focus, 01.06.2022
Deutschland
Die Situation für GD-Jugendliche in Deutschland
„Weder national noch international besteht ein Konsens über den Beginn einer (pubertätsunterdrückenden und/oder geschlechtsangleichenden) Hormonbehandlung sowie über die zugrunde liegende ethische Auslegung der Problematik (Churcher Clarke & Spiliadis, 2019; Möller et al., 2018; Vrouenraets, Fredriks, Hannema, Cohen-Kettenis & de Vries, 2015). Die Diskussion bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem Persönlichkeitsrecht auf geschlechtliche Selbstbestimmung der Betroffenen auf der einen Seite und der Angst vor Fehlentscheidungen der Behandelnden auf der anderen Seite (Strauss & Nieder, 2014). Bislang sind nur wenige prospektive Untersuchungen verfügbar. Studien mit großen Fallzahlen fehlen ebenso wie randomisiert kontrollierte Studien. Neben der fehlenden sicheren Vorhersagbarkeit erscheint es problematisch, dass unter Expertinnen und Experten keine einheitlichen Entscheidungskriterien vorhanden zu sein scheinen. Vielmehr differiert die Entscheidung, welche Behandlungsangebote gechlechtsdysphorische Jugendliche erhalten je nach aufgesuchter Spezialsprechstunde, nach subjektiver Einschätzung der Untersuchenden vom 'Passing' in der angestrebten Geschlechtsrolle und nach der Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen, d. h., wie glaubwürdig und konsistent das innere Erleben geschildert werden kann.” (Fettmarkierung fehlt im Original)”
Geschlechtsidentitäten im Wandel, E. Strittmatter, M. Holtmann, 12.03.2020
Leitlinie zu Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter
Die bisherige S1-Leitlinie für Kinder und Jugendliche von 2013 war bis 2018 gültig:
Störungen der Geschlechtsidentität im Kindes- und Jugendalter (F64), 2013
Seit 2018 gibt es keine gültige Leitlinie, da eine Neufassung zwar seit Ende 2020 bei der
Zielsetzung und rechtliche Bindung laut AWMF:
„Die 'Leitlinien' der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften sind systematisch entwickelte Hilfen für Ärzte zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen. Sie beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren und sorgen für mehr Sicherheit in der Medizin, sollen aber auch ökonomische Aspekte berücksichtigen. Die 'Leitlinien' sind für Ärzte rechtlich nicht bindend und haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung."
Dr. Alexander Korte zur Frage, ob man sich eine Leitlinie vorstellen dürfe, wie die 10 Gebote:
„In gewisser Weise schon, weil auch an die 10 Gebote hält sich ja kein Mensch.” (Die andere Meinung, YT, 02.10.2024)
S2k-Leitlinienentwurf – Reaktionen und Proteste (orientiert sich an WPATH SOC8)
Soziale Transition korreliert mit dem Fortbestehen der Transgender-Identität
Wären es allein die Änderungen von Namen, Pronomen, Kleidung und Toilettennutzung etc., dann wäre es nicht das Problem, das viele Eltern beschäftigt. Das große Problem besteht darin, dass die Soziale Transition nachweislich mit dem Fortbestehen der Transgender-Identität korreliert und damit ein „Steigbügel“ für die medizinische Transition ist.
Pädiatrische Transitionsärzte in den Niederlanden, die die Pioniere bei der Anwendung von Pubertätsblockern bei dysphorischen Kindern waren, beobachten, dass die Soziale Transition mit einer Zunahme der Beharrlichkeit junger Menschen in Bezug auf die Genderidentität korreliert (Studie). Dies veranlasste sie zu Warnungen vor der Sozialen Transition.
Ein anderer Artikel stellt fest, dass die Genderdysphorie dauerhaft anhält, wenn eine Soziale Transition stattgefunden hat, und behauptet daher: Die Soziale Transition ist eine „psychosoziale Intervention, [die] als iatrogen charakterisiert werden könnte“ – ein medizinisches Problem, das durch die Behandlung selbst verursacht wird.
Es gibt zudem Hinweise, dass die Soziale Transition des Kindes bei biologischen Jungen stärker mit der Persistenz von Genderdysphorie korreliert ist als bei Mädchen.
Auch Anti-Depressiva sind keine Lösung
In der letzten Zeit wird immer mehr bekannt, dass Anti-Depressiva seltener und weniger wirksam sind, als die Verordnungszahlen vermuten lassen. Manche ÄrztInnen und einzelne Kliniken verordnen sie schon gar nicht mehr.
Tabletten gegen Depressionen – helfen Antidepressiva? Fokus im Ersten, 12.09.2022
Experten · Verantwortungsverflechtung
Jürgen Schaff, plastischer Chirurg, zur Änderung der WHO, aus Gründen der Entstigmatisierung Transsexualismus nicht mehr als psychiatrische Diagnose aufzuführen:
„so wird der Druck immer weiter erhöht, dass man das Ganze völlig freimacht. Und da muss ich mich als Operateur natürlich dagegen aussprechen. Man kann nicht sagen, es ist keine Krankheit, sondern nur eine Veränderung, eine Variation des Lebens. Das reicht mir natürlich nicht, denn das kann man ja dann gar nicht so richtig beweisen. Das ist sehr, sehr schwierig. Es geht nicht, dass man ohne Gutachten operiert wird. Ich muss als Operateur sicher sein, dass ich den Richtigen operiere."
Wenn Sie einen Penis abgeschnitten haben, dann ist er weg, br.de, 31.05.2022
Annette Richter-Unruh, Endokrinologin, behandelt ca. 700 Jugendliche mit Pubertätsblockern und Hormonen, obwohl sie als „Letztverantwortliche“ für die Verordnung dieser Medikamente nicht immer von deren Transsexualität überzeugt ist:
„Mittlerweile denke ich aber, dass auch ein gewisser Hype hinzukommt: Zu uns kommen weibliche Jugendliche, die Probleme mit sich, Gott und der Welt haben, sie fühlen sich nicht richtig bei den Mädchen aufgehoben, sie haben Angststörungen, sie ritzen sich, sie haben Depressionen, und dann finden sie im Internet den Begriff Transgender. ...
Bei etwa der Hälfte der Jugendlichen bin ich von ihrer Transidentität nicht überzeugt, aber ich maße mir nicht an, dies zu beurteilen. Die Diagnose einer Transidentität stellt ein Kinder- und Jugendpsychiater oder ein Psychologe."
Es gibt einen Transgender-Hype, Interview in der FAZ, 2019
Was können Eltern tun, wenn Indikationsschreiben falsch oder unvollständig sind?
Frag einen Anwalt, 2022
Satire
Fiktiver Brief von der Klinik für Trans-Bestätigung und -Versorgung
Aus dem Portfolio von
A comforting letter from the Gender Affirmation Clinic, PITT, 11.08.2023 ![]()
Trans – der Sonderfall?*)
„Der Glaube kann sehr, sehr gefährlich sein, und ihn absichtlich in den vulnerablen Geist eines unschuldigen Kindes einzupflanzen, ist ein schweres Unrecht."
– Richard Dawkins, The God Delusion.
Hallo Teenager,
plagen euch lästige Gefühle des Unbehagens und sture Eltern, die euch einfach nicht verstehen wollen? Ihr sucht also nach einer schnellen Lösung für eure Verwirrung und seid von den „Gatekeepern“ genervt?
Nun, wir haben die Lösung für euch: Den Trans-Sonderfall!
Wenn du etwas tun möchtest, das den gängigen Praktiken, der Ethik, den Beweisen oder dem gesunden Menschenverstand zuwiderläuft, bezeichne dich einfach als „Trans“ und dann kannst du sagen und tun, was du möchtest.
- Wer kann das? Jede*r!
- Wann kannst du es tun? Wann immer du willst!
- So wird’s gemacht:
Ethik- und Evidenzanforderungen in der Medizin außer Kraft setzen
Du weist die Ärzte darauf hin, dass man die „Identität“ eines Patienten nicht infrage stellen kann, ohne ihm zu schaden. Du erklärst ihnen, dass nur du weißt, wie du dich fühlst, und du dich umbringen wirst, wenn sie nicht tun, was du willst.
Im nächsten Schritt wird deine Identität als das andere Geschlecht bestätigt und du wirst entsprechend „transitioniert“. Dazu bekommst du Blocker, gegengeschlechtliche Hormone und gegebenenfalls auch Operationen verschrieben. Wenn jemand die biologische Ursache oder das tatsächliche Leiden infrage stellt, das aufgrund des Trans-Sonderfalls eher eine medizinische als eine psychotherapeutische Behandlung erfordert, kannst du die Frage nach den Fakten einfach ignorieren und eine Diskussion abwürgen. Denn die Forderung nach Beweisen und Belegen ist tabu.
Sobald du 18 bist (oder bei besonders coolen Eltern auch schon früher), kannst du einfach zu Planned Parenthood [in Deutschland z. B. Transgender-Ambulanz] gehen und dir bei deinem ersten Besuch ein paar experimentelle Hormone besorgen, die für Trans-Personen geeignet sind. Du musst einige Einverständniserklärungen unterschreiben, in denen es um unzählige Risiken und unbekannte Faktoren geht. Aber wegen des Trans-Sonderfalls wird niemand allzu viele Fragen stellen. Mach dir keine Sorgen, alles ist off-label. Die Pharmaunternehmen sind nicht haftbar. Du weißt ja, dass die ganzen rechtlichen Dinge für dich ohnehin nicht gelten, weil du deinen Körper einfach an dein Gehirn anpassen willst. Der Trans-Sonderfall bedeutet, dass – welche Gender-Ambulanz du auch immer aufsuchst – sie deine Krankengeschichte einfach ignorieren können.
Es ist ziemlich einfach, einen neuen Körper zu schaffen, der deinen Vorstellungen entspricht. „Top-Operation“, „Bottom-Operation“ … alles gut! Der Trans-Sonderfall bedeutet, dass man für Dinge wie elektive Mastektomie und Kastration bessere, wohlklingendere Bezeichnungen verwendet. Das Beste daran ist, dass die Versicherung wahrscheinlich zahlen wird, da alles, was „medizinisch notwendig“ ist, abgedeckt ist. Das ist allein aufgrund des Trans-Sonderfalls geregelt. Für schreckliche chirurgische Ergebnisse und die psychischen Risiken, unter anderem das erhöhte Selbstmordrisiko bei den transitionierten Kund*innen, ist niemand verantwortlich.
Ärzte und Chirurgen müssen sich keine Gedanken über Ethik machen und auch nicht darüber, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass irgendetwas davon den Patienten von seiner Dysphorie „heilt". Das liegt am Trans-Sonderfall. Wenn du eine Kastrationsparty planst, bestelle am besten gleich die dazugehörige Torte. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Die Wissenschaft einfach mal links liegen lassen und sich stattdessen auf Glauben und magisches Denken verlassen.
Trans muss sich nicht sklavisch an die engen Regeln der „biologischen Realität“ halten, die in der Wissenschaft sonst gelten. Kinder haben mehr Spaß am Lernen, wenn sie mit einem lila Einhorn unterrichtet werden. Niemand soll ausgeschlossen werden. Es könnte für Kinder sogar schädlich sein oder exkludierend wirken, wenn man ihnen sagt, dass sie aufgrund ihrer Biologie nicht das andere Geschlecht sein können. Vielleicht gibt es 6 oder mehr Geschlechter! Vielleicht auch noch mehr? Nach oben gibt es keine Grenze. Du kannst und darfst sein, wer und was du sein möchtest. Das ist wichtig, damit Kinder ihre Eltern und Ärzte über ihre Situation aufklären können.
Der Trans-Sonderfall macht es überflüssig, über biologische Fakten und Geschlechtszellen zu diskutieren. Wenn jemand in der Schule Queer-Clubs oder Initiativen für „Vielfalt und Integration“ ablehnt, bezeichne ihn einfach als transphob. Du kannst freiweg über deine Gefühle sprechen und darüber, dass deine Menschenwürde infrage gestellt wird. Sollte jemand nach Beweisen für all diese Geschlechter fragen oder wissen wollen, welche Auswirkungen das alles auf Wissenschaft, Medizin, Gesetzgebung und Bildung haben könnte, wenn man diese Dinge als Tatsachen hinstellt.
Vergiss die Vernunft und die Logik
Wer benötigt schon Logik, wenn man Emotionen und Gefühle hat?
Der Trans-Sonderfall ermöglicht es dir, Dinge zu sagen wie „Du wurdest im falschen Körper geboren“ und auch „Du kannst jederzeit transgender werden“, ohne dass du irgendetwas über einen vermeintlichen Widerspruch erklären musst. Das ist kein Widerspruch. Trans ist alles und jedes, was man sich wünscht.
Vermeide ernsthaften Journalismus
Der Trans-Sonderfall gilt auch für Medien! Du musst dich nicht mit dieser fairen und ausgewogenen Berichterstattung befassen. Du schreibst und liest nur positive Sachen über Trans und fühlst dich dabei gut, weil du weißt, dass alle, die das nicht tun, nur rechte Fanatiker sind. Wenn Rechtsradikale, LGB-Personen und Feministinnen versuchen, darüber zu reden, warum sich plötzlich die Hälfte der amerikanischen Viertklässler als nicht-binär oder trans outet und Pubertätsblocker haben will, dann nur, weil sie die Kinder nicht „spielen lassen“ wollen und nicht an Inklusion glauben. Es ist wirklich eine Schande. Wenn die anderen meinen, sie müssten die Nachricht verbreiten, dass in Schweden keine Kinder mehr „transitioniert“ werden, weil es zu gefährlich, experimentell und ineffektiv ist, dann ignoriere das einfach. Eines Tages wird die Nachricht schon von selbst verschwinden. Du weißt ja, dass die Schweden ohnehin super-konservativ und transphob sind.
Umgehe die elterlichen Rechte
Bei Trans geht es um das innerste Wesen eines Menschen – sogar bei Kindern! Daher haben die Eltern kein Recht, sich einzumischen oder Fragen zu stellen. Das Kind und die Erzieher*innen oder Diversity-Coaches wissen am besten Bescheid und verstehen den Trans-Sonderfall.
Teenager – falls eure Eltern nicht sofort zustimmen, dass ihr das andere Geschlecht oder nicht-binär seid, dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass sie transphob sind und euch nicht mögen. Das bedeutet, dass du bei Ihnen zu Hause nicht mehr sicher bist. Hör dir stattdessen die hilfreichen SprecherInnen von Plume [med. Dienstleister in den USA] an. Sie zeigen dir, wie man Hormone spritzt und wie viel glücklicher du wärst, wenn du mit der Einnahme von Medikamenten und der Transition beginnst. Klingt das nicht toll? Du erinnerst dich doch an das lila Einhorn, oder? Und nein, das ist kein Grooming, es ist der Trans-Sonderfall.
Wenn du deinen Eltern von deiner Transition erzählst und sie dich nicht „bestätigen“, geh einfach zur Schule. Dort werden sie dir helfen. Sie werden dich lieben und unterstützen, so wie deine Familie sich weigert, dies zu tun. Das Gleiche gilt für deine Online-Freunde.
Es gibt keine Rechtfertigung für den Trans-Sonderfall
Keine Theorie rechtfertigt einen Sonderfall, geschweige denn eine so weitreichende Akzeptanz von Trans in den Bereichen Gesundheitswesen, Wissenschaft, Bildung, Forschung, Journalismus und Politik, wie sie bereits durchweg gewährt wird.
Es gibt gute Ärzte, Therapeuten und andere Mediziner, die versuchen, einzugreifen und eine evidenzbasierte Behandlung anzubieten. Außerdem gibt es gute Journalisten und Wissenschaftler, die versuchen, bewährten Praktiken zu folgen, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Aber sie werden von dem Ansturm von Aktivisten und prominenten Sprechern überwältigt, besonders in den USA [aber auch in Deutschland]. Wir institutionalisieren die Gender-Ideologie, die durch den Trans-Sonderfall blinden Glauben verlangt.
Es reicht. Der Trans-Sonderfall muss beendet werden.
*)
Einige der problematischen Ideen, auf denen die Gender-Ideologie beruht
- Die Idee von John Money: die Biologie leugnen.
- Die Idee der Psychiatrie: eine Störung normalisieren.
- Die niederländische Idee: die Pubertät blockieren.
- Die Idee der Pädagogen: Wir wissen es besser als Sie.
- Die Idee der Anwälte: Ihr Zuhause ist nicht sicher.
- Die Idee der Chirurgen: Sie sagen es, wir machen es.
– M. Großman (Psychiaterin, Autorin, Sprecherin)




