Schweden ändert Behandlungsrichtung für GD-Teens

international 2684767 640 joronoDie Karolinska-Uniklinik in der Provinz Stockholm setzte bereits 2021 die Verwendung des "niederländischen Protokolls" zur Behandlung genderdysphorischer Minderjähriger aus.

Jetzt, im Februar 2022, hat Schweden die Empfehlungen für die Behandlung von GD-Jugendliche deutlich verändert und priorisiert die Psychotherapie und ggf. die psychiatrische Versorgung, während bislang eine dringende Empfehlung für die hormonelle Behandlung bestand.

Diese Wende folgt den kürzlich geänderten finnischen Richtlinien, die ebenfalls den psychologischen und psychiatrischen Interventionen Vorrang vor medizinischen Interventionen einräumen, insbesondere für ROGD-Jugendliche (ohne Genderdysphorie in der Kindheit).

Die Änderungen

Die Verschreibung von Pubertätsblockern und Cross-Sex-Hormonen für Minderjährige unter 16 Jahren wird eingestellt, bei Minderjährigen zwischen 16 und 18 Jahren darf die hormonelle Intervention nur noch in Forschungs-Settings erfolgen, die erst noch aufgebaut und von der schwedischen Ethikkommission genehmigt werden müssen. Außerdem gibt es strengere Regeln für die die 'Informierte Zustimmung'. Der folgende Link enthält eine Tabelle zu den Unterschieden der WPATH SOC8 und der schwedischen Linie:

Summary of Key Recommendations from the Swedish National Board of Health and Welfare, SE°GM, 22.02.2022 (   °GM zu den Änderungen der GD-Leitlinien für Minderjährige in Schweden">DE)

Sweden transitions to caution, B. Lane, 01.03.2022

Schweden stoppt Pubertätsblocker, IMABE, 01.10.2022

Sweden Ends Dutch Protokoll, 05.05.2021

The Swedish U-Turn on Gender Transitioning for Children, genderreport, 2021

Schweden: Prioritäten ändern sich zugunsten der Psychotherapie, 23.03.2022

Socialstyrelsen: Unga ska bara ges hormonbehandling i undantagsfall, 22.03.2022

In summary, Sweden has changed direction because of a lack of evidence to support medical interventions for gender-dysphoric minors. A new emphasis has been placed on psychiatric care and psychosocial support. Hormonal interventions for minors will be highly restricted.

Schäden durch Pubertätsblocker

Dokumentation zur Pubertätsblocker-Behandlung der Karolinska-Uniklinik (auch in englisch), 24.11.2021,   Kommentar

Informationen zur Doku: Investigative Recherchen stellten fest, dass 12 Kinder nach mehr als 2jährigen Behandlungen mit Pubertätsblockern gesundheitliche Probleme wie Osteoporose, Wachstumsprobleme und Depressionen bekommen hatten. Die Verantwortlichkeit für die Schädigung der Kinder wird zwischen den beteiligten Abteilungen wie Endokrinologie, psychiatrische Pädiatrie und Management hin und her geschoben. Die Eltern waren über diese Risiken nicht aufgeklärt worden, sie hatten sich auf die Experten verlassen und sind nun beschämt.

In dieser Dokumentation blieb offen, was es für die Regress-Möglichkeiten der betroffenen Familien bedeutet, dass Pubertätsblocker im Off-Label-Use angewendet werden und ob es eine Handhabe gibt, trotz der „Verantwortungsverflechtung" eine Entschädigung zu verlangen.

Am 17.03.2022 hat SVT veröffentlicht, dass das Krankenhaus sich im Fall Leo selbst angezeigt hat. Es wird wiederum auf die schwache Evidenzlage hingewiesen und auf die Verteilung der Zuständigkeiten, die die Diagnose und Überwachung von Nebenwirkungen erschwere. Interessanterweise heißt es jetzt:

I utredningen skriver en läkare att Leo inte borde ha fått behandlingen från första början, eftersom man inte tagit hänsyn till psykiatrisk problematik, självmordsförsök och att han själv uttryckt tveksamhet, vilket inte fångades upp av vården.

Leo skadades i transvården – nu har sjukhuset anmält sig självt, 17.03.2022

Perhaps it is his mother who is now suffering the most from what has happened. She feels responsible for what Leo has gone through and finds it impossible to forgive herself: ‘I am the one who should have protected my child, but I did not do that in any way.’

Bericht zum Fall Leo in Schweden, dailymail, 29.04.2022

Weitere Informationen

Pubertätsblocker - Warum Off-Label-Use?

It's All Our Fault - Medicine's warning to the media, Lisa S. Davis, 02.02.2022

Der nachfolgende Bericht beschreibt die Situation in Schweden - Wie der Streit um die Transgender-Behandlung das Land spaltet und was die vorsichtigere Bewegung eingeleitet hat: die Mahnung des Psychiaters Christopeher Gillberg, der Fall von Jennifer Ring (eine Trans-Frau, die sich 4 Jahre nach ihrer Operation erhängt hat), Prof. Avi Ring, der Mit-Gründer der Elterngruppe Genid in Schweden, die mehrteilige Serie „Trans-Train”, in der u. a. die Detranstionierte Sametti erzählt, warum sie ihre Transition bedauert und der Fall von „Leo” thematisiert wird.

GD-Diagnosen in Schweden um 1.500 % angestiegen, The Guardian, 22.02.2020