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Jenseits der gender-affirmativen Rhetorik

Eine kritische Betrachtung von Daten auf Bevölkerungsebene

geralt identity 9461869 pixabayEine umfangreiche Studie aus den USA aus dem Jahr 2025 hat relativ wenig Beachtung gefunden, obwohl sie Langzeitdaten von über 107.000 Menschen, die sich einer medizinischen Transition unterzogen haben, analysiert. Rachel Hannam (Brisbane), Psychologin und Mutter eines jungen Erwachsenen mit TID, fasst die Studie in ihrem Beitrag zusammen und kommentiert sie.

Examining gender-specific mental health risks after gender-affirming surgery: a national database study, E. L. Lewis u. a., 2025

Dieser Beitrag wurde zuerst bei PITT veröffentlicht.

Vorbemerkung

Die Versorgung von Patienten sollte stets auf fundierten, verifizierten Daten beruhen und nicht auf kurzfristigen klinischen Trends. Dieser Maßstab ist besonders wichtig bei irreversiblen medizinischen Eingriffen, die entweder durch stichhaltige Beweise untermauert oder ausgesetzt werden müssen, bis klare Daten vorliegen. Wir müssen nur auf historische Tragödien wie Thalidomid oder präfrontale Lobotomien zurückblicken, um uns daran zu erinnern, was passiert, wenn medizinischer Eifer die Evidenz überholt.

Dieser Grundsatz sollte nicht umstritten sein. Er ist die Grundlage einer guten Gesundheitsversorgung und des hippokratischen Eides. Wenn eine Behandlung erhebliche körperliche Veränderungen an mehreren Körpersystemen, lebenslange Folgen und komplexe psychologische Faktoren mit sich bringt, benötigen Patienten, Ärzte und politische Entscheidungsträger zuverlässige Datensätze über Nutzen und Risiken. Sie müssen nicht nur wissen, ob ein Eingriff einigen Menschen langfristig hilft, sondern auch, wer davon profitiert, wer nicht, welche Risiken bestehen und wann, und ob diese Risiken vor der Behandlung gründlich abgeklärt werden.

Die Debatte um gender-affirmative Versorgung (GAC), einschließlich gender-affirmativer Operationen (GAS), wurde oft als Konflikt zwischen 2 Lagern dargestellt:

  • einerseits notwendige, lebensverändernde medizinische Behandlungen, gestützt auf Studien mit relativ geringen Patientenzahlen, die über Kliniken rekrutiert wurden, und
  • andererseits Bedenken hinsichtlich längerfristiger Risiken, wobei Kritiker auf schwache Langzeitnachweise und mangelhafte Studiendesigns verweisen.

Auch wenn die Massenmedien die jüngsten systematischen Reviews – darunter den Cass-Bericht von 2024 – ausgeklammert haben, ist es unbestreitbar, dass die Evidenz für den weitverbreiteten Einsatz von Pubertätsblockern, Cross-Sex-Hormonen und GAS erheblich schwächer ist, als Befürworter bisher behauptet haben, und dass den Schäden nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Auch wenn Aktivisten behaupten: „Gender-affirmative Versorgung rettet Leben“, glaube ich, dass wir diese Debatte mit einer einfachen Frage umgehen können:

Ist die Evidenzbasis ausreichend, um das derzeitige Maß an Gewissheit zu rechtfertigen, das von Befürwortern gender-affirmativer Versorgung zum Ausdruck gebracht wird?

Ich behaupte, dass dies nicht der Fall ist.

Eine aktuelle großangelegte Längsschnittstudie

Eine 2025 von Lewis u. a. veröffentlichte großangelegte Studie mit dem Titel „Untersuchung geschlechts­spezifischer Risiken für Psychische Gesundheit nach Gender-Affirmierender Operation: Eine Nationale Daten­bankstudie“ hat relativ wenig Beachtung gefunden, obwohl sie Daten von mehr als 107.000 Personen analysierte, bei denen zwischen 2014 und 2024 eine Genderdysphorie diagnostiziert worden war. Die Forscher bildeten mehrere abgeglichene Kohorten und verglichen Patienten, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen hatten, mit solchen, bei denen dies nicht der Fall war. Um die Vergleichbarkeit zu verbessern, wurden die Teilnehmer anhand von Alter, Rasse und ethnischer Zugehörigkeit mittels Propensity-Score-Matching abgeglichen.

Diese Studie verdient aus 2 Gründen breite Beachtung:

Erstens handelt es sich um einen der größten Versuche, die Ergebnisse der psychischen Gesundheit nach geschlechtsangleichenden Operationen anhand von realen Gesund­heits­daten zu untersuchen.

Zweitens untersuchten die Forscher – im Gegensatz zu früheren Studien, die sich auf selbstberichtete Zufriedenheitsumfragen stützten („Sind Sie mit Ihrer Entscheidung zufrieden?“) – objektive Ergebnisse der psychischen Gesundheit auf der Grundlage tatsächlicher klinischer Diagnosen, die in Krankenakten dokumentiert waren.

Die Ergebnisse zeigten konsistente Muster

Unter den in den Krankenakten als männlich erfassten Personen, bei denen eine Genderdysphorie diagnostiziert wurde, wiesen diejenigen, die sich einer Operation unterzogen hatten, gegenüber denjenigen, die keine Operation hatten

  • mehr als doppelt so hohe Depressionsrate auf (25,4 % gegenüber 11,5 %) und 
  • eine fast 5-mal so hohe Angststörungsrate (12,8 % gegenüber 2,6 %) auf.
  • Auch Suizidgedanken und Substanzgebrauchsstörungen traten in der Gruppe der operierten Personen häufiger auf.

Ein ähnliches Muster zeigte sich bei den als weiblich erfassten Patientinnen. Bei denjenigen, die sich einer Operation unterzogen hatten, wurden häufigere Diagnosen festgestellt als bei denjenigen, die keine Operation vornehmen ließen:

  • Depressionen (22,9 % gegenüber 14,6 %),
  • Angstzustände (10,5 % gegenüber 7,1 %),
  • Suizidgedanken (19,8 % gegenüber 8,4 %) und
  • Substanzmissbrauch (19,3 % gegenüber 7,1 %).

Lassen Sie mich diese Statistiken nun in einen menschlichen Kontext stellen. Während ich diesen Aufsatz schrieb, sah ich dieses Interview von Julie Bindel mit einem als Trans identifizierten Mann, Vivienne Taylor, der kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, nachdem er seine gender-affirmative Chirurgin Dr. Tina Rashid 4 Jahre lang nach der Operation stalkte – sowohl elektronisch als auch persönlich –, einschließlich E-Mails mit Drohungen von Körperverletzung und sexuellen Übergriffen. Vivienne ist ein aufschlussreiches Fallbeispiel – wie Sie sehen werden, wenn Sie sich dieses Interview bei der London Pride ansehen –, das die medizinischen und psychologischen Komplikationen verdeutlicht, die nach einer geschlechtsangleichenden Operation auftreten können.

{Randbemerkung: Mein Psychologenhirn erkannte während dieses Interviews eine „Mutterfantasie“, eine unbewusste Projektion von Vivienne auf seine Ärztin, die eine tiefe Sehnsucht nach einer Mutter widerspiegelt, die zwar wehtut, aber dann heilt, die beständige und bedingungslose Liebe schenkt. Ich kenne die Vorgeschichte dieser Person nicht, aber es genügt zu sagen, dass mir das Herz für diese vulnerablen jungen Erwachsenen blutet, und ich frage mich, wie diese Chirurgen nachts schlafen können!]

Die Schlussfolgerung aus der Lewis-Studie

Nun zurück zu den Daten. Diese Studie untergräbt ernsthaft die Hauptbegründung für GAS – dass diese Operationen die psychische Gesundheit der Menschen verbessern – und zeigt, dass diese Behauptung nicht durch bevölkerungsbezogene Belege gestützt wird. Sie ergänzt zudem andere bevölkerungsbasierte Erkenntnisse, darunter die von Bränström und Pachankis (2020) sowie Ruuska u. a. (2024), die bei Transgender-Personen, die eine GAC erhielten oder sich einer GAS unterzogen, höhere Raten psychiatrischer Behandlungen (einschließlich der Verschreibung von Antidepressiva und Anxiolytika sowie Krankenhausaufenthalte nach Suizidversuchen) feststellten als bei denen, die dies nicht taten.

Obwohl die Lewis-Studie nicht alle Fragen klärt und nicht beweist, dass eine Operation die Lebensergebnisse verschlechtert, liefert sie einen ungewöhnlich umfangreichen Beweis in einem Bereich, in dem Langzeitdaten bisher rar waren. Ihre Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass GAS eher mit schlechterer psychischer Gesundheit als mit messbaren Verbesserungen verbunden ist.

Wenn Sie sich das Pride-Interview mit Vivienne Taylor und Julie Bindel ansehen, werden Sie hören, wie Vivienne sagt: „Ich bin glücklich, eine Transfrau zu sein“, und doch scheinen die Lebensergebnisse – objektive Maßstäbe für den Erfolg im Leben – darauf hinzudeuten, dass die GAS dieser Person nicht zu einem besseren Leben verholfen hat. Dies steht im Einklang mit jahrzehntelanger sozialpsychologischer Forschung, die zeigt, wie wir uns selbst davon überzeugen, mit unseren Entscheidungen zufrieden zu sein, um psychisches Unbehagen oder kognitive Dissonanz zu verringern (eine zutiefst menschliche Verzerrung, die als self-serving bias oder manchmal auch als Rationalisierung nach dem Kauf bekannt ist).

Warum die Lewis-Studie von Bedeutung ist

Eine der größten Herausforderungen bei der Untersuchung von Trends oder Langzeitergebnissen nach einer medizinischen Transition ist die langfristige Nachbeobachtung. Manchmal, weil Kliniken gar keine durchführen. Manchmal, weil dies schwierig ist.

In den meisten Ländern weisen Genderkliniken für Jugendliche erhebliche Datenlücken auf. Der Tavistock Genderidentitäts-Service (GIDS) in London führte keine systematische Langzeit-Nachbeobachtung von Patienten durch, während Genderkliniken für Erwachsene im Vereinigten Königreich Berichten zufolge die Weitergabe von Daten an Forscher abgelehnt haben (Cass, 2024). Während des wegweisenden Verfahrens vor dem britischen High Court, das von der Detransitionierten Keira Bell angestrengt wurde, wurde das Fehlen einer langfristigen klinischen Nachbeobachtung Teil der offiziellen Gerichtsakte. Selbst Kliniker, die am Aufbau des Dienstes beteiligt waren – darunter David Freedman* – bezeichneten den Mangel an Ergebnisdaten als „unfassbar“ und als „monumentalen Skandal“ (Barnes, 2023).

Die meisten veröffentlichten GAC-Studien rekrutieren Teilnehmer über Spezialkliniken. Folglich sind die Stichprobengrößen bescheiden, die Nachbeobachtungszeiträume relativ kurz und die Teilnehmerausfallrate erheblich. Ein Verlust bei der Nachbeobachtung von über 60 % ist selbst in kleineren Studien üblich (zum Beispiel van de Grift u. a., 2018). Der Verlust bei der Nachbeobachtung ist nicht nur eine technische Einschränkung. Er stellt eine der zentralen methodischen Herausforderungen in diesem Bereich dar. Forscher verlieren den Kontakt zu Personen, die die Behandlung abbrechen, umziehen oder sich einfach dafür entscheiden, an späteren Erhebungen nicht teilzunehmen. Infolgedessen ist es unwahrscheinlich, dass diejenigen, die in den Studien verbleiben, repräsentativ für alle sind, die sich einer Behandlung unterzogen haben. Forscher wissen selten, warum Personen aus der Studie ausscheiden oder wie ihre langfristigen Ergebnisse aussahen.

Im Gegensatz dazu stützte sich die Lewis-Studie auf eine sehr umfangreiche Datenbank mit elektronischen Gesundheitsakten, die es den Forschern ermöglichte, Ergebnisse auf Bevölkerungsebene bei mehr als 107.000 Patient*innen zu untersuchen. Bis zu ihrer Veröffentlichung im Jahr 2025 fehlten Belege dieser Größenordnung weitgehend in der Fachliteratur.

Die Stimmen, die in den Daten fehlen: Detransition, Rechtsstreitigkeiten und offene Fragen

Die Bedeutung langfristiger Erkenntnisse wird noch deutlicher, wenn man Menschen berücksichtigt, die später ihre Transition überdenken, abbrechen oder rückgängig machen.

In den letzten Jahren sind Detransitionierte durch persönliche Berichte, Online-Communities wie r/detrans, Interessenverbände wie Genspect, Detransitioner Network UK und SEGM sowie eine steigende Zahl von Klagen wegen ärztlicher Behandlungs­fehler, in denen eine unzureichende Beurteilung, eine ungenügende Auseinander­setzung mit zugrunde liegenden psychologischen Problemen und eine unzureichende Erörterung von Risiken und Ergebnissen vorgeworfen wird, zunehmend sichtbar geworden.

Diese Berichte sollten ernst genommen werden. Und sie sollten sorgfältig interpretiert werden.

Genauso wie Befürworter der geschlechtsangleichenden Behandlung (GAC) sich nicht ausschließlich auf kleine Studien oder persönliche Erfahrungsberichte stützen sollten, um die Behandlung zu rechtfertigen, sollten Kritiker anerkennen, dass individuelle Berichte keine Erkenntnisse auf Bevölkerungsebene ersetzen können. Dennoch werfen sie Fragen auf, die jedes verantwortungsbewusste Gesundheitssystem beantworten sollte:

  • Wurde bei jedem Patienten vor irreversiblen Eingriffen gründlich untersucht, wie seine Genderdysphorie begann und sich entwickelte?
  • Wurden alternative Erklärungen für die Notlage angemessen untersucht?
  • Wurden realistische Erwartungen darüber, was die medizinische Transition leisten kann und was nicht, klar besprochen?
  • Wurden die Patienten auf die Möglichkeit vorbereitet, dass sich ihr Selbstverständnis oder ihre Gefühle im Laufe der Zeit ändern könnten?

Dies sind keine politischen Fragen. Es handelt sich um standardmäßige klinische Fragen, die immer dann gestellt werden, wenn medizinische Eingriffe mit bedeutenden und irreversiblen Folgen verbunden sind.

Seriöse Gesundheitssysteme diskutieren und untersuchen aktiv Komplikationen, Unzufriedenheit, Bedauern und sich im Laufe der Zeit verändernde Ergebnisse.

Es ist wichtig hinzuzufügen, dass Kliniker, Forscher und politische Entscheidungsträger Diskussionen oder Erkenntnisse zu diesen Themen nicht unterdrücken sollten, wie es nach der Veröffentlichung eines Artikels von Jason Watson** geschah, der mehr als 30 Jahre an wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenfasste. Watsons Artikel trug den Titel: „Wie sehen die Fakten bezüglich Transjugendlicher und Suizid aus? Der im Australian Nursing & Midwifery Journal (Juli–September 2026) veröffentlichte Artikel „Taking a second look at the trans youth Suizid-Narrativ“ wurde nach Protesten von Transgender-Aktivisten, die argumentierten, Watson verbreite „schädliche und verletzende Meinungen“ und „verursache Notlagen“ (Accurate Research Beats Ideology, 2026), rasch zurückgezogen.

Die Frage der psychologischen Begutachtung

Viele Menschen in der Öffentlichkeit gehen davon aus, dass Hormonbehandlungen und Operationen eine monate- oder jahrelange psychologische Begutachtung erfordern. Dennoch gibt es Tausende von Berichten junger Menschen, die beschreiben, dass sie bereits nach nur 1 oder 2 Terminen Zugang zu Hormonen oder Operationen erhielten (Hakeem, 2023). Genderbezogene Notlagen treten häufig zusammen mit Traumata, neurologischen Entwicklungsunterschieden, Problemen mit dem Körperbild, zwischenmenschlichen Schwierig­keiten und umfassenderen Identitätskonflikten auf. Wie ich an anderer Stelle dargelegt habe, sollte das Verständnis dieser Komplexität im Mittelpunkt der Versorgung stehen.

Dies spiegelt einen allgemeineren medizinischen Grundsatz wider: Die Behandlung von Symptomen ohne vollständiges Verständnis ihrer zugrunde liegenden Ursachen führt oft zu schlechteren Ergebnissen. Wenn Interventionen dauerhafte körperliche Veränderungen mit sich bringen, sollte eine umfassende Beurteilung als Schutzmaßnahme und nicht als Hindernis betrachtet werden.

Detransition und die Herausforderung, „seltene“ Ergebnisse zu messen

Befürworter des GAC-Modells behaupten, Bedauern sei selten und liege bei weniger als 1 %. Tatsächlich gibt es keine Belege, um diese oder ähnliche Behauptungen zuverlässig zu untermauern. Detransition ist besonders schwer zu untersuchen, da sie eine langfristige Nachbeobachtung erfordert, unter hohen Teilnehmerausfallraten leidet und in einem Forschungsumfeld stattfindet, in dem Kliniker und Forscher bedeutende berufliche Nachteile erlitten haben, weil sie Ergebnisse veröffentlichten, die das vorherrschende GAC-Modell infrage stellen. Forscher wie Lisa Littman, Kenneth Zucker und Michael Biggs sahen sich alle schweren beruflichen Gegenreaktionen, öffentlicher Verurteilung und karriere-beeinträchtigenden Sanktionen ausgesetzt. Hier in Australien musste Dr. Jillian Spencer jahrelange Kontroversen und den Verlust ihres Arbeitsplatzes hinnehmen, nachdem sie öffentlich Bedenken geäußert hatte.

Diese beruflichen Konsequenzen halten Forscher und Kliniker davon ab, Detransition und damit verbundene Fragen zu untersuchen. Außerhalb der akademischen Forschung haben Online-Communities wie r/detrans Bedenken hinsichtlich der Beurteilung, der Erwartungen, des Bedauerns und der Versorgung hervorgehoben. Ein neues KI-Projekt (detrans.ai/en), das 2025 ins Leben gerufen wurde, analysiert qualitative Daten aus Zehntausenden von Beiträgen des Subreddits „detransitionierte“, der im Juli 2026 mehr als 63.000 Mitglieder zählte.

Obwohl diese Communities keine Prävalenzzahlen ermitteln können, liefern sie wertvolle qualitative Daten und identifizieren wichtige Fragen, die einer systematischen Untersuchung bedürfen. Letztendlich sollte ein ausgereiftes Gesundheitssystem genaue Informationen über jedes mögliche Ergebnis anstreben:

  • Wer bleibt dabei?
  • Wer gibt auf?
  • Wer profitiert davon?
  • Wem entsteht ein Schaden?
  • Bei wem treten Komplikationen auf?
  • Warum?

Warum die Lewis-Studie einen bedeutenden Wendepunkt darstellt

Die Bedeutung der Lewis-Studie sollte nicht unterschätzt werden.

Auch wenn sie weder feststellen kann, ob die Operation die beobachteten Folgen für die psychische Gesundheit verursacht hat, noch jede einzelne Erfahrung erfassen kann, stellt sie etwas dar, das in diesem Bereich bisher auffallend selten war: sehr großangelegte, longitudinale Erkenntnisse. Wenn Ergebnisse bestehende Annahmen infrage stellen, ist die angemessene Reaktion nicht Ablehnung, sondern weitere Untersuchung.

Wenn die GAS vielen Patienten Vorteile bietet, sollte die Forschung diese Vorteile nachweisen. Wenn es Risiken gibt, verpasste Gelegenheiten für psychologische Interventionen, unzureichende Beurteilungsprozesse oder Patientengruppen, deren Bedürfnisse nicht erfüllt werden, sollte eine fundierte Forschung auch diese aufzeigen.

Patienten verdienen genaue Informationen. Kliniker verdienen hochwertige Evidenz. Die Medizin verdient den Mut, schwierige Fragen zu hinterfragen. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung in diesem Bereich sollte nicht davon abhängen, Annahmen zu verteidigen. Sie sollte von besserer Evidenz, längerer Nachbeobachtung, tieferem psychologischem Verständnis und der Bereitschaft abhängen, aus jeder Patientenerfahrung zu lernen – auch aus solchen, die vorherrschende Narrative infrage stellen.

                             

Rachel Hannam

Ich bin Psychologin und Mutter eines jungen Erwachsenen mit TID. Ich habe nie nach diesem Thema gesucht. Es kam scheinbar aus dem Nichts auf mich zu und hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Ich liebe mein Kind mehr als alles andere, und diese Situation ist zwischen uns getreten (wie es so oft der Fall ist). Wie anderen Eltern und Fachleuten wurde auch mir keine Stimme gewährt. Nun bin ich also hier im Jahr 2026 und kanalisiere meine Verzweiflung darin, regelmäßig die Forschungs­ergebnisse zu verfolgen, zuzuhören, zu sprechen und alles zu lesen, was ich kann – in dem Wunsch, etwas zu verstehen, das so viele Eltern und Familien unvorbereitet getroffen hat. Ende 2025 hörte ich von der Lewis-Studie, die in diesem Aufsatz zusammengefasst ist. Da ich in letzter Zeit bei Google-News-Suchen nur sehr wenig zu diesen Daten fand, hielt ich es für an der Zeit, zu versuchen, sie bekannt zu machen.

Referenzen

Accurate research beats ideology. (15.07.2026). The Australian

Barnes, H. (19.03.2023). No one kept data on Tavistock children and it’s a monumental scandal. The Times

Bränström, R., & Pachankis, J. E. (2020). Correction to Bränström and Pachankis. The American Journal of Psychiatry, 177(8), 734.

Cass, H. (2024). The Cass Review: Independent review of gender identity services for children and young people: Final report. NHS England.

Hakeem, A. (2023). Detrans: When transition is not the solution. Independently published

Lewis, J. E., et al. (2025). Examining gender-specific mental health risks after gender-affirming surgery: A national database study. The Journal of Sexual Medicine, 22(4), 645–651.

r/detrans. (n.d.). Home [Reddit]. Retrieved July 26, 2026

Ruuska, S.-M., et al. (2024). All-cause and suicide mortalities among adolescents and young adults who contacted specialised gender identity services in Finland in 1996–2019: A register study. BMJ Mental Health, 27(1)

van de Grift, et al. 2018). Effects of medical interventions on gender dysphoria and body image: A follow-up study. International Journal of Impotence Research, 30(4), 175–183.

 

* David Freedman war an der Überprüfung der ersten 124 Patienten beteiligt, die nach der Gründung des Tavistock GIDS im Jahr 1989 dort behandelt wurden. Jahrzehnte später stellte er fest, dass diese frühe Überprüfung die einzige Langzeitauswertung blieb, die die Klinik jemals durchgeführt hatte (Barnes, 2023).

** Jason Watson wertete historische und Längsschnittdaten aus 30–40 Jahren aus den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Finnland aus. In seiner Arbeit stellte er die häufig wiederholte Behauptung in Frage, dass das Suizidrisiko bei Jugendlichen dramatisch ansteigt, wenn gender-affirmative medizinische Behandlungen wie Pubertätsblocker oder CSH vorenthalten werden. Seine Analyse deckte sich zudem mit den Schlussfolgerungen der unabhängigen britischen Cass Review und des Suizidpräventionsexperten Professor Louis Appleby.

 

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