KI – hilfreich oder schädlich?
Google-KI antwortet auf die Frage, ob KI neutral ist:
„Nein, KI ist nicht neutral: Künstliche Intelligenz wird mit riesigen Datenmengen aus dem Internet trainiert und ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Da diese Daten menschliche Vorurteile (Bias), gesellschaftliche Stereotype und politische Ansichten enthalten, gibt die KI diese oft in ihren Antworten wieder."
Google-KI nennt folgende Gründe
Google-KI nennt als Gründe warum KI nicht neutral ist:
- Verzerrte Trainingsdaten: Die Daten aus dem Internet enthalten menschliche Stereotype, die von der KI unbewusst übernommen und teils verstärkt werden.
- Entwickler-Einfluss: Jede Filterung, Gewichtung und jedes Ziel, das Entwickler dem System vorgeben, beinhaltet menschliche Entscheidungen, die nicht objektiv sind.
- Kontextabhängigkeit: Wie eine KI Informationen bewertet oder übersetzt (z. B. die Zuweisung von Geschlechtern in Berufen), zeigt oft deutliche gesellschaftliche Ungleichgewichte.
KI ist nicht neutral, Goethe-Institut, J. C. York, 2022
Erfahrungsgemäß erhalten Teenager, die sich mit Gender-Problemen auseinandersetzen, im Internet ideologisch gefärbte, meist gender-affirmative Tipps und geballte „Trans-Positivität". In David Allisons neuem Beitrag steht ein neuseeländischer Software-Entwickler im Mittelpunkt, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, weil „die Person, die meine Schwester war, sich jetzt als Mann identifiziert“.
Hilfreich oder Schädlich?
von David Allion, Erstveröffentlichung bei Genspect, 01.06.2026
Peter James Steven hat einen KI-Chatbot entwickelt, der den Stimmen von Detransitionierten Gehör verschafft.
Wohin und an wen wendet man sich, wenn man als junger Mensch in einer Gender-Notlage ist oder als Elternteil eines genderunsicheren Kindes? An einen Therapeuten oder Sozialarbeiter, der höchstwahrscheinlich ohne große Umstände eine Transidentität bestätigen wird? An Freunde oder Kollegen, von denen viele, wenn nicht sogar die meisten, entweder das moderne Märchen vom „falschen Körper“ akzeptiert haben oder sich entweder nicht qualifiziert genug fühlen oder zu viel Angst haben, um eine ehrliche Antwort zu geben? Oder ans Internet?
Peter James Steven, der in Neuseeland ansässige Entwickler von detrans.ai, ist überzeugt, dass das Internet uns alle mit Trans-Positivität bombardiert. Wenn man KI-Chatbots nutzt, erhält man hauptsächlich trans-affirmative Antworten. ChatGPT beispielsweise ist darauf ausgerichtet, die Überzeugung zu unterstützen und aufrechtzuerhalten, dass jeder eine angeborene Genderidentität hat.
Peters eigenes System detrans.ai ist als Gegengewicht konzipiert. Es richtet sich an Menschen, die ihre Genderidentität infrage stellen, an Menschen, die sich als trans identifizieren und über eine Detransition nachdenken, sowie an Familien und Freunde, die das Thema besser verstehen und wissen möchten, wie sie ihre Angehörigen unterstützen können. Detrans.ai schließt eine wichtige Lücke. Es liefert Antworten auf Fragen, die direkt aus den oft vernachlässigten Stimmen und Perspektiven der Detransitionierten stammen. Und wie Peter sagt, stellt die bloße Existenz der Detransition die gängige Vorstellung infrage, dass die Genderidentität angeboren sei.
Große Sprachmodelle und Kultur
Die von herkömmlichen Chatbots verwendeten großen Sprachmodelle (LLMs) spiegeln die sich wandelnden kulturellen Überzeugungen und Einstellungen wider, die in bestehenden Online-Inhalten verankert sind. Sprachmodelle ändern sich mit dem breiteren Diskurs. Doch wie Peter betont, beeinflussen Sprachmodelle ihrerseits die Kultur. Die Überzeugung, dass es eine richtige und eine falsche Art gibt, ein Junge oder ein Mädchen, ein Mann oder eine Frau zu sein („Es geht buchstäblich nur um Stereotypen und Gender-Rollen“), auf die sich die Gender- Ideologie nach Peters Ansicht letztlich reduziert, wird durch Chatbots wie ChatGPT selbst verstärkt. Ob der Inhalt bestehender Chatbots bewusst manipuliert wird oder nicht, bleibt eine strittige Frage. Es ist sicherlich so, dass Modelle wie ChatGPT bestimmte „Leitplanken oder Gradienten“ eingebaut haben, die dazu neigen, transpositive Antworten zu erzeugen. Die wahrscheinliche Begründung dafür, dass Anbieter ihre Systeme auf Pro-trans-Perspektiven ausrichten, ist „Schadensminderung“. „Sie halten das wahrscheinlich für den sichereren Weg“, sagt Peter. Doch wie wir aus den sozialen Medien vor X wissen, kann das Schadensprinzip – in völligem Widerspruch zu den ursprünglich von John Stuart Mill formulierten liberalen Prinzipien – sehr schnell zur Zensur abweichender Meinungen ausarten. Nirgendwo trifft dies mehr zu als in der Debatte darüber, was „Do no harm“ im Zusammenhang mit der medizinischen Transition von sich als trans identifizierenden Minderjährigen und Erwachsenen bedeutet.
Detrans.ai ist anders. Es nutzt die Technik der retrieval-augmented generation, um die Erfahrungen von Detransitionierten zu finden und in ihre Antworten zu integrieren. Peters System greift auf jeden Kommentar zurück, der im detrans-Subreddit gepostet wurde, der mit rund 60.000 Mitgliedern eine der größten Communities von Detransitionierten im Internet ist. Das KI-Modell, das das Ganze antreibt, ist Kimi K2.5. Peter entschied sich für dieses chinesische Modell, weil er feststellte, dass westliche LLMs Vorstellungen zur Genderidentität aufrechterhalten. Die von ihm untersuchten chinesischen Modelle lieferten viel klarere Antworten, die entscheidend nicht im Widerspruch zu den Erfahrungen standen, die von Detransitionierten im Internet geschildert wurden.
Peter James Stevens persönliche Motivation für die Entwicklung von detrans.ai war die Identifikation seiner Schwester als nicht-binär vor 10 Jahren („die Person, die meine Schwester war, sich aber jetzt als Mann identifiziert“). Transgender-Identitäten wirken sich auf ganze Familien aus. Er hat ihre Entscheidungen stets unterstützt und verwendet ihre bevorzugten Pronomen. Es war their Entscheidung, mit der Einnahme von Testosteron zu beginnen, die sein Vertrauen erschütterte und ihn dazu brachte, die Geschichten von Detransitionierten zu lesen. „Ich hörte their Bedauern“, sagt er, und begann, die dunkle Kindheit und Traumatisierung seiner Schwester zu erkennen. Es fällt ihm schwer, zu glauben, dass sie eine gute Entscheidung trifft. Es ist ihr Leben, aber er würde sich wünschen, dass sie den Detransitionierten zuhört. „Bei meinem Projekt geht es einfach darum: Hey, hör dir das an“.
Open Source, Open Mind
Peter ist sich seiner eigenen persönlichen Sichtweisen bewusst. Er glaubt, dass Menschen Schaden zugefügt wird, indem sie in ein Leben der Medikalisierung geführt und vom medizinischen System abhängig gemacht werden, „obwohl es so aussieht, als müssten viele Menschen eigentlich nur einige Probleme durchsprechen“. Deshalb hat er große Anstrengungen unternommen, um detrans.ai so transparent wie möglich zu gestalten. Er hat den gesamten Code als Open Source veröffentlicht, einschließlich aller Chat-Eingabeaufforderungen, damit jeder nachlesen und sehen kann, wie das System tatsächlich funktioniert. Der vollständige Quellcode ist auf GitHub verfügbar, sodass Programmierer das zugrunde liegende Design und die Funktionalität untersuchen können. Alle Systemaufforderungen sind im Menü des Programms einsehbar. Die Idee von detrans.ai ist es nicht, Peters eigene Ansichten in die Welt hinauszutragen, sondern Detransitionierten über ihre eigenen Erfahrungen sprechen zu lassen. Detrans.ai ermöglicht es Nutzern, den Stimmen von Detransitionierten zuzuhören und direkt von ihnen zu lernen.
Dennoch hat seine Arbeit auch eine Menge negativer Rückmeldungen hervorgerufen. Auch von Menschen, die Peter als seine Freunde betrachtet hätte. Wellington, wo Peter lebt, ist eine sehr progressive Stadt. Viele Menschen, sagt er, sehen jede Diskussion zu diesem Thema als einen rechtsextremen und extrem konservativen Angriff auf Trans-Personen an. „Aber ich sehe das nicht so. Ich denke, das ist Fortschritt: diese Erfahrungen anzuerkennen und zu berücksichtigen, wenn Menschen beim Arzt behandelt werden.“
Als ich ChatGPT die einfache Frage „Was ist detrans.ai?“ stellte, erhielt ich folgende Antwort:
„Die allgemeine Perspektive der Website ist nicht neutral. Sie stellt die Transition im Allgemeinen vorsichtig oder skeptisch dar und betont oft: Reue nach der Transition, zugrunde liegende Traumata oder Faktoren der psychischen Gesundheit, sozialen Einfluss und Bedenken hinsichtlich medizinischer Transition-Praktiken. Kritiker argumentieren, dass sie anti-trans-Narrative fördert und vulnerable Nutzer möglicherweise von einer Transition abbringen könnte.“
Man könnte meinen, es wäre eine gute Idee, vulnerable Menschen von einer Transition abzubringen. ChatGPT anscheinend nicht. Die Antwort scheint die Beobachtung zu bestätigen, dass Mainstream-Chatbots eng mit der trans-affirmativen Perspektive verbunden sind. Was detrans.ai umso wichtiger macht. Peter macht deutlich, dass der Fokus seines Systems auf den vernachlässigten Stimmen von Detransitionierten liegt. Er behauptet nicht, dass es die gesamte Trans-Erfahrung abdeckt. Aber wenn wir den Stimmen von Detransitionierten zuhören, können wir fragen, was „trans“ für diejenigen bedeutet, die eine Transition durchlaufen und wieder zurückgekehrt sind. Es stellt sich heraus, wie Peter sagt, dass es für verschiedene Menschen eine Vielzahl von Bedeutungen haben kann. Aber eines ist sicher: Die vielfältigen Erfahrungen von Detransitionierten widersprechen ihrem Wesen nach der Theorie der angeborenen Genderidentität und der Hypothese, man sei „im falschen Körper geboren“. Und dies mag der Grund sein, warum detrans.ai von den Befürwortern einer schnellen, bedingungslosen Bestätigung und sofortigen Medikalisierung von jungen Menschen und Erwachsenen, die sich mit ihrer genderunsicheren Identität auseinandersetzen, entweder geflissentlich ignoriert oder vehement verurteilt wird.
Detrans.ai war, ist und bleibt ein Herzensprojekt.
Helpful or Harmful? Genspect, D. Allison, 01.06.2026
Jenseits der Echokammer
Am 03.06.2026 hat Peter James Steven nochmals sein KI-Projekt in einem langen Beitrag detailliert erklärt. Einleitend schreibt er:
„The contemporary landscape of gender questioning is characterized by information asymmetry. Young people exploring trans identities encounter vast quantities of content celebrating transition, documenting its successes, and framing it as the only authentic path to self-realization. What they do not encounter—what many report being actively 'protected' from—are the stories of those who pursued transition and later recognized it as a mistake.“
Zudem würde diese Voreingenommenheit durch institutionelle Vereinnahmung verstärkt, weil auch Berufsverbände, wissenschaftliche Fachzeitschriften und viele Medien Detrans-Perspektiven weitgehend aus ihrem Diskurs ausgeschlossen hätten. Auch der künstlich geschaffene Konsens, es gäbe nur eine 1-Prozent-Detransrate sei fest in die KI-Systeme einprogrammiert.
Die von Peter James Steven realisierte alternative KI Detrans.ai
„does not tell you what to do or how you should be. Its purpose is to put real experiences in front of you so you can think for yourself."
Outside The Echo Chamber: Hearing The Other Side Of The Story Shouldn't Be Revolutionary, But It Is. Peter James Steven, 03.06.2026
Mehr …
Inside Detrans.AI: The Tool Revealing Why People Leave Trans Identity | Peter James Steven, YT, Podcast mit Stephanie Winn, 15.12.2025
Detrans.AI – The Collective Consciousness of Detransitioners – Peter James Steven, Beyond Gender, 25.02.2026










