Neues aus deutschen Medien

news stuxx pixabayIn der letzten Zeit erschienen mehrere interessante Artikel (teilweise  Bezahlschranke), in denen es um Transition, Detransition, Keira Bell, Self-ID, Elternrechte, TSG, Geschlechtsdefinitionen, Genderdebatte, etc. geht,

Kulturkampf ums Geschlecht · cicero, 08.08.2022

"Im Prinzip geht es also darum, Grundlagenarbeit zu leisten, um den Weg freier zu machen für Pubertätsblocker, die Geschlechtsmerkmale wie Brüste und Hoden in ihrer Ausbildung bremsen. Später dann sollen auch Cross-Sex-Hormone, also Testosteron und Östrogene, eingenommen werden. Am Ende steht eine körperliche Transition ab Volljährigkeit, womit die operative Geschlechtsangleichung gemeint ist – wobei zur Wahrheit auch gehört, dass ein Mann nie ganz zur Frau und eine Frau nie ganz zum Mann werden kann. All das ist im Prinzip bereits heute möglich, aber eben nur unter strengen Auflagen."

Viele Geschlechter? Das ist Unfug · Prof Nüsslein-Volhard, Emma, 22.08.2022

"Das ist Wahnsinn! Mit 14 sind ganz viele Mädchen in der Pubertät unglücklich. Ich kenne das ja selbst. Ich war mit 14 auch unglücklich und wollte lieber ein Junge sein. Ich durfte damals noch nicht mal Hosen anziehen oder mir die Haare abschneiden. Ich habe mich oft verflucht und dachte: Ich wäre lieber ein Mann! Denn wenn man so einen Beruf machen will, in dem Männer dominieren, dann ist man natürlich besser dran, wenn man auch einer ist. Aber dann muss man einen Weg finden, wie man sich durchsetzt. Das ist es doch, was man den Mädchen raten und wobei man sie unterstützen muss."

Das Schweigen über den Sexus · Thomas Thiel, FAZ, 30.06.2022 (Bezahlschranke)

"Der Vorwurf der Transfeindlichkeit, mit dem auch der am Ministerium angesiedelte Geschlechterbeauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, Kritiker wahllos überzieht, hat hierzulande erfolgreich zur Verhinderung einer offenen Debatte beigetragen. In vielen Ländern regen sich jedoch inzwischen kritische Stimmen, die sich von Denunziationsversuchen nicht abschrecken lassen. Was sollte auch transfreundlich daran sein, wenn Transsexuelle nicht über Risiken aufgeklärt werden und mit späteren Leiden alleingelassen werden?"

Thomas Thiel findet es fragwürdig,

"wenn Bundesfamilienministerin Lisa Paus und der Bundes-Geschlechterbeauftragte Lehmann versuchen, eine offene Debatte zu verhindern – Lehmann, indem er Kritiker seiner Ansichten als Trans- und Menschenfeinde verunglimpft; Paus, indem sie Feministinnen, die auf Widersprüche eines ideologisch deformierten Konzepts von Transsexualität hinweisen, mit Reichsbürgern gleichsetzt."

Kein Mann wird wirklich zur Frau. Und keine Frau wird wirklich zum Mann · Cicero, 23.05.2022 (Bezahlschranke)

Auf die Frage des Cicero zum geplanten Selbstbestimmungsgesetz „überlassen wir hunderte, vielleicht tausende Jugendliche schutzlos sich selbst und lösen eine große Tragödie aus, die wir noch bereuen werden?"
Ahrbeck: „Wenn dieses Gesetz kommt und sich auch an anderen Stellen diese affirmative Haltung weiter durchsetzt, wird das sehr viel Unglück produzieren. Da bin ich ganz sicher.
Felder: „Man muss sich die gravierendsten Folgen vor Augen führen. Wir sprechen hier von Sterilisationen, vom Verlust des sexuellen Empfindens ... Selbst einige transsexuelle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlagen mittlerweile Alarm, weil sie sehen, dass sich da gerade ein Trend entwickelt, der viel zu weit geht."

Die Unordnung der Geschlechter · ZEIT, 31.03.2022

Wie unterscheiden sich Frauen und Männer? Was ist biologisch festgelegt, was sozial beeinflusst? Ein Streitgespräch über die wissenschaftlichen Grundlagen einer endlosen Debatte zwischen Paula-Irene Villa-Braslavsky und Dr. Alexander Korte, beide LMU München, moderiert von M. Spiewak

Die Sozialisierung des Geschlechts · FAZ 03.03.2022

Thomas Thiel zeigt auf, welche Widersprüche und Absurditäten sich auftun, wenn Geschlecht unabhängig vom Körper definiert bzw. gewählt werden sollte. 

Es ist ganz einfach – wir bleiben Mann und Frau · Welt 03.03.2022

Rieke Hümpel stellt als Biologin die Geschlechter-These „Du bist, was du fühlst" in Frage. Realität seien die zwei Geschlechter, ein Geschlechtswechsel ist nicht möglich. Sozial konstruiert seien dagegen "nur die Queer-Theorie, das 'soziale Geschlecht', die 'Geschlechtsidentität', also: Biologie/Naturwissenschaft statt Ideologie?

Es gibt keine Möglichkeit, sein Geschlecht, und kein Recht, seinen Geschlechtseintrag selbst zu bestimmen · 02.03.2022

Uwe Steinhoff erläutert - als Antwort auf R. Steinkes SZ-Beitrag - noch einmal explizit, warum ein Geschlechtswechsel weder rechtlich noch biologisch möglich ist. Beim Wechsel des Geschlechts­eintrag in amtlichen Dokumenten geht es nicht nur um die Selbstbestimmung von Einzelnen, sondern auch um die Berücksichtigung von Rechten Anderer wie Elternrechte, Frauenrechte, Kindeswohl sowie Rede- und Gewissensfreiheit.

Interview mit Prof. Dr. Bernd Ahrbeck · Cicero 06.03.2022

"Wenn das Gesetz wirklich kommt, werden Transitionen erleichtert, Fehlentscheidungen nehmen zu und damit auch der Wunsch, Transitionen rückgängig zu machen. Ich halte es für fatal, dass Kinder dadurch in eine äußerst gefährliche Situation geraten."

Befreit sich der Mensch von den Grenzen der Biologie? · Spiegel, 20.02.2022

Mehr zum Beitrag von René Pfister ...

Die Reifeprüfung · Spiegel 29.04.2021

Der Spiegel berichtet über den Prozess sowie die Transition und Detransition von Keira Bell. Es ist der erste große Beitrag einer großen deutschen Zeitung, in dem über das Urteil im Prozess von Keira Bell gegen die Tavistock-Klinik (NHS) berichtet wird, das bereits am 01.12.2020 vom HighCourt in London verkündet wurde, s. auch » Urteil

Alexandra Rojkov hat Keira Bell interviewt und mit etlichen ExpertInnen gesprochen. Es ging um die Einwilligungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. K. Bell war 16 Jahre alt, als sie ihre Transition zum Mann startete, eine Einwilligung ihrer Eltern benötigte sie dazu nicht. Aufgrund des Urteils hat die Klinik aktuell neue Behandlungen von Jugendlichen mit Pubertätsblockern gestoppt. Obwohl die Anzahl der Detransitionierer und Regretter stark anzusteigen scheint, wird Keira Bell im Spiegel für einen Einzelfall gehalten.

Sollten Minderjährige bei ihrer Gender-Identität mehr Rechte bekommen? · Welt 23.04.2021

Rieke Hümpel macht sich als Mutter Gedanken, ob die neuen Gesetzentwürfe zur Änderung des Geschlechtseintrages (teilweise schon ab dem Alter von 14 Jahren) günstig für Jugendliche ist oder die Verwirrung der Geschlechtsbegriffe gefährlich vorantreibt. Sie schlägt vor, den Eintrag Geschlecht bestehen zu lassen und lediglich zu ergänzen um den Eintrag „gefühlte Geschlechtszugehörigkeit". Ihr Vorschlag „Warum richtet der Staat nicht lieber Zentren für diese seltenen Erkrankungen mit hoher Kompetenz von Ärzten und Psychologen ein?" mit dem „Fehlentscheidungen verhindert” werden könnten, verkennt die Situation, dass das Trans*-Thema kein rein medizinisches ist und zudem die Evidenzbasis für die Medikalisierung in der Gender-Medizin mehr als dünn ist.

Sie, Er, Ich · SZ 07.05.2021

Thorsten Schmitz beschreibt den Trans- und Detrans-Weg mehrerer jungen Frauen, die mittlerweile bereuen. Mit tiefer Stimme, ohne weibliche Brust können sie teilweise keine eigenen Kinder mehr bekommen und sind lebenslang auf die Einnahme von Sexualhormone angewiesen. Niemand der interviewten ExpertInnen kann den rasanten Anstieg von biologischen Mädchen in den letzten Jahren erklären, die sich plötzlich in der Pubertät für transgender halten und schnellstmöglich medizinisch transitionieren wollen. Wenn die Teens 18 sind, reicht alleine ihre Unterschrift für alle körpermedizinischen Maßnahmen wie Hormone und OPs. Auch die benötigten Gutachten sind unkompliziert zu bekommen. Sam wurde bereits zusammen mit 2 weiteren Detransitioniers Anfang 2020 von EMMA interviewt.

Wenn die eigene Tochter plötzlich sagt, 'Ich bin ein Junge' · Welt 11.06.2021

Sabine Menkens berichtet über einen typischen Fall von ROGD: Mit dem Einsetzen der Pubertät wird die medienaffine Tochter plötzlich 'komisch' und konfrontiert ihre Eltern mit ihrer selbstdiagnostizierten neuen Identität.

Den Eltern wird von sog. Experten kurzerhand geraten, sich damit abzufinden und ihr Kind, das bis dahin in Bezug auf die Identität unauffällig war, ab sofort unbedingt zu unterstützen. „Die Eltern sehen ihre Unterstützung in der Begleitung durch die pubertäre Identitätssuche." Allerdings können sie sich keinen Support hinsichtlich einer medizinischen Transition vorstellen.