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Die Wiedererlangung der elterlichen Autorität*)

Erin Fridays Vortrag auf der Konferenz zum „Detransitionierten Tag“ 2026 über Muster von Erziehungsstilen

Erin Friday Eltern bleiben in der Transgender-Debatte allzu oft unsichtbar. In Gesell­schaften, in denen Transgender-Identitäten rechtliche Anerkennung gefunden haben und von medizinischen, psychotherapeutischen, pädagogischen, gesellschaftlichen und sogar religiösen Institutionen eine Bestätigung erhalten, wird von Eltern erwartet, dass sie sich freuen, wenn ihr Kind sich als trans outet. Die Zweifel der Eltern oder die beklemmende Angst, dass ein Kind zu gesell­schaftlich legitimierter Selbstverletzung verleitet wird, werden als Zeichen schlechter Erziehung stigmatisiert. In der verkehrten Welt der Gender-Ideologie werden natürliche Impulse – der überwältigende Drang, das eigene Kind zu beschützen – einmal mehr als transphob verteufelt. Die Folge kann intensive Isolation, Entfremdung von Familie und Freunden sowie das Etikett „schlechte Eltern“ sein.

Doch was macht gute Erziehung aus? Erin Friday, eine zugelassene kalifornische Rechtsanwältin, die sich auf Elternrechte und Bildungsförderung spezialisiert hat, hat eine Podcast- und Interviewreihe mit dem Titel „The Desistance Series“ ins Leben gerufen, die Strategien dokumentiert, mit denen Eltern ihre Kinder bei genderbezogenen Notlagen unterstützt haben. Auf der „Detrans Awareness“-Konferenz 2026 von Genspect sprach sie darüber, wie Eltern von Desistern und Detransitionierten auf die Trans-Identifikation ihrer Kinder reagiert haben, und untersuchte Muster von Erziehungsstilen innerhalb der heutigen allgemeinen Kultur der Eltern-Kind-Beziehungen.

Erin begann ihren Vortrag mit einem Bericht darüber, was der Meinung der von Erin Friday interviewten Eltern nach ihre Kinder überhaupt dazu gebracht hatte, ihren Körper abzulehnen. Die von ihnen beobachteten Muster sind nicht überraschend. Die meisten Kinder, sowohl männlich als auch weiblich, nahmen während der Pubertät eine Transgender-Identität an und lernten Transgenderismus erstmals durch die „dunklen Freuden des Internets“ kennen. Viele von ihnen nahmen während der Isolation durch die COVID-Lockdowns eine neue Identität an. Alle besuchten Schulen, an denen die Transgender-Indoktrination herrschte, mit Lehrern, Beratern und Schulleitern, die jedes Anzeichen von Unbehagen, das Kinder gegenüber ihren natürlichen Körpern zeigten, sofort aufgriffen, um die Transgender-Identität des Kindes zu unter­stützen – ohne die Eltern zu informieren. Fast alle männlichen Kinder waren sensible junge Heranwachsende und Spätentwickler. Alle litten unter begleitenden Problemen der psychischen Gesundheit: ADHS, Zwangs­störun­gen, autistische Züge, verinnerlichte Homophobie.

Nichts davon ist neu. Wir wissen, dass Transgenderismus keine selbstbewuss­ten Kinder befällt. Er ergreift die vulnerablen und unsicheren Personen, die in den Spiegel schauen und alles hassen, was sie dort sehen. Was weiterhin überrascht, wie Erin Friday hervorhebt, ist der Mangel an Neugier, den Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Fachkräfte für psychische Gesundheit und Therapeuten angesichts dieser seit Langem bekannten Muster an den Tag zu legen scheinen.

Was Eltern tun, wenn Kinder sagen, sie seien Trans

Die von Erin Friday befragten Eltern von Kindern, die von der Trans-Identität abgekehrt sind, taten das Schwierige: Sie sagten Nein. Sie weigerten sich, bevorzugte Pronomen oder gewählte Namen zu verwenden; sie weigerten sich, ihre Kinder als das andere Geschlecht vorzustellen; sie verboten Brustbinder; sie weigerten sich, an den fiktiven Identitäten ihrer Kinder teilzunehmen. Aber sie wählten ihre Kämpfe sorgfältig aus. Kleidung macht noch keinen Menschen aus, ebenso wenig wie eine Frisur. All das war irrelevant. Sie schotteten sich von ihren „affirmativen“ Verwandten und Freunden ab und setzten Grenzen. Sie waren bereit, die Bösen zu sein: „Es ist wirklich in Ordnung, wenn eure Kinder euch nicht mögen, während sie das durchmachen. Tatsächlich macht ihr es wahrscheinlich nicht richtig, wenn sie euch in dieser Zeit mögen“, sagt Erin in diesem Vortrag.

Diese Eltern setzten ihre Kinder in reale Situationen, die ihre privilegierten Überzeugungen infrage stellten: Sie übertrugen ihnen Hausarbeiten, vermittelten ihnen Jobs, nahmen sie mit auf Reisen in Länder der Dritten Welt, damit sie sahen, worüber sich echte Menschen Sorgen machen sollten. Und wo immer möglich, halfen sie ihren Kindern bei ihrer Abkehr, indem sie ihnen einen Ausweg boten – sie wechselten die Schule, zogen um, befreiten ihre Kinder vom Gruppendruck und der Peinlichkeit, einen Rückzieher machen zu müssen, und begannen sogar ein neues Leben in einem neuen Land, fernab der Trans-Identität, damit das Kind, um es mit den Worten der Transideologie zu sagen, „als sein wahres Ich herauskommen“ konnte. Sie taten tausend Dinge, um das Kind wieder dazu zu bringen, sich in seinem Geburtsgeschlecht wohlzufühlen. Manchmal funktionierte das erst, nachdem das Kind seinem Körper schweren Schaden zugefügt hatte. Doch die Eltern blieben beharrlich und konsequent in ihrer „harten Liebe“, indem sie NEIN zur Trans-Fiktion ihres Kindes sagten. Und in vielen Fällen hat es funktioniert.

Eine Kultur, die sich gegen Eltern verschwört

Aber es funktioniert nicht immer. Erin erkennt die übermächtige Kraft der Kultur, gegen die Eltern anzukämpfen haben. Da ist zunächst einmal das Internet. „Wir haben die Macht des Internets nicht verstanden“, sagt sie. Eltern haben ihren Kindern Smartphones und andere Geräte gegeben, ohne die sozialen Medien, die Pornografisierung so vieler Inhalte, die Macht der Likes von Gleichaltrigen oder die Tatsache zu verstehen, wie Kinder von böswilligen Erwachsenen ausgenutzt und leicht beeinflusst werden können.

Institutionen und die Kultur wirken gegen die Eltern. Es ist schwer, Kindern ihre Geräte wegzu­nehmen, und man wird dafür wahrscheinlich gehasst, selbst wenn der Rest der Familie mitzieht und eine internetfreie Zone einrichtet, um die Belastung durch gemeinsame Anstrengungen zu mildern. In manchen Rechtsordnungen und Ländern kann die Einschränkung des Zugangs eines Kindes zur Online-Welt als eine Form von Missbrauch ausgelegt werden, was die Sozialbehörden dazu veran­lasst, sich einzuschalten. In Deutschland beispielsweise ist es auch nicht möglich, ein Kind aus einer trans-affirmierenden Schule zu nehmen, und die eigentliche Bedeutung des Kindeswohls ist umstritten.

Die Eltern von heute sehen sich mit einer von Kindern geprägten Kultur konfrontiert, die Freund­schaft über Autorität stellt und Wachstumsschmerzen mit therapeutischen Mitteln betäubt. Es ist eine Kultur, in der elterliche Autorität in Verruf geraten ist. Autoritative Erziehung hingegen (und im Gegensatz zu autoritärer oder permissiver Erziehung, wie die Entwicklungs­psychologin Diana Baumrind darlegt) verbindet Herzlichkeit mit hohen Anforderungen. Wie die Erziehungsforscherin Professorin Ellie Lee es ausdrückt: „Man kann Kinder nicht in eine soziale Rolle führen, ohne eine gewisse Form von Autoritätsstruktur.“ Autorität und Disziplin wurden negativ belegt. Und doch müssen Kinder Disziplin erfahren, um erwachsen zu werden. Zu lernen, „sich zurückzuhalten“ und das Unbehagen zu erleben, das mit der Entwicklung der Fähigkeit zur Fremdorientierung einhergeht (nicht einfach die ganze Zeit nur das zu tun, worauf man gerade Lust hat, ohne die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Menschen), ist notwendig und ein Gegenmittel gegen die falsche Überzeugung, dass Unbehagen schädlich ist.

„Man würde einem 2-jährigen doch auch keinen Whisky geben!“

Das Vertrauen der Eltern in ihre eigenen Erziehungsinstinkte wurde von zu vielen „Erziehungs­experten“ untergraben. Die von Erin Friday interviewten Eltern lasen viele kritische Bücher. Insbesondere Gabor Matés „Hold On To Your Kids“ erklärt, wie Eltern die Beziehung zu ihren Kindern wiederherstellen und eine Verbindung neu aufbauen können. Erin nennt in ihrer Rede einige einfache Beispiele dafür, wie dies gelingen kann. Angesichts eines kulturellen Angriffs auf sie besteht die Notwendigkeit, „die elterlichen Instinkte zu bestätigen“. Kontrollierendes Verhalten ist schädlich. Autoritative Erziehung hingegen ist fördernd, setzt Grenzen und schützt. „Man würde einem 2-Jährigen doch keinen Whisky geben!“, sagt Maté. Darüber hinaus birgt es die Gefahr, „den Kindern zu vermitteln, dass sie eine Notlage nicht ertragen können“, wenn man dem Kind oder Jugendlichen zu viel Macht einräumt.

Eltern, denen es gelingt, Autorität zurückzugewinnen, wie Erin Friday es beschreibt, können den entscheidenden Unterschied ausmachen. Doch selbst mit dem besten Willen ist dies unter den gegenwärtigen Umständen nicht immer möglich. Die Eltern von Kindern und Jugendlichen, die sich als Trans identifizieren, sind so vielfältig und unterschiedlich wie jede andere Gruppe von Menschen: Sie können „links, rechts, aufmerksam, distanziert, alleinstehend, geschieden, verheiratet, aus Groß­familien, Einzelkinder, zu Hause unterrichtet oder nicht zu Hause unterrichtet“ sein. Oft, vielleicht sogar meistens, ist die Kultur einfach überwältigend stärker als jeder Elternteil, ganz gleich, welchen Erziehungsstil er vertritt. Deshalb benötigen die Eltern, die in der Transgender-Debatte allzu oft unsichtbar bleiben, die Unterstützung von uns allen. Wir alle tragen gemeinsam die Verantwortung für die Gesellschaften, in denen immer mehr Eltern darum kämpfen, ihre Kinder großzuziehen.

                             

*)Erstveröffentlichung bei Genspect, 10.06.2026


Erin Friday

Erin Friday stellt Erkenntnisse aus Interviews mit Familien von „Desistern“ und „Detransitionierten“ vor und identifiziert dabei wiederkehrende Muster, wie Menschen dazu kommen, eine Transidentität anzunehmen und diese später zu überdenken. Sie hebt gemeinsame Faktoren wie das soziale Umfeld, die psychische Gesundheit und den Einfluss von Online-Räumen hervor.

Der Vortrag beleuchtet zudem die Rolle der Familien und die unterschiedlichen Ansätze, die Eltern bei der Unterstützung ihrer Kinder verfolgen. Er bietet einen strukturierten Überblick über Trends und wirft wichtige Fragen dazu auf, wie junge Menschen bei der Identitätsfindung am besten unterstützt werden können.

Hier können Sie sich den interessanten Vortrag von Erin Friday ansehen:

What Every Parent Needs to Know About Desistance, 10.07.2026

 

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