Pubertätsblocker - Off-Label-Use

Keine Zulassung von GnRHa für GD bei Jugendlichen

Pubertätsblocker (GnRHa) haben in keinem Land der Erde eine Zulassung für die Pubertäts-Blockade bei Jugendlichen, die altersgemäß in die Pubertät gekommen sind oder sich bereits in der Pubertät befinden und an Genderdysphorie leiden.

GnRHa-Zulassung

GnRHa sind zugelassen

  • zur Behandlung einer vorzeitig auftretenden Pubertät (Pubertas praecox) bei Mädchen unter 7 Jahren und Jungen unter 9 Jahren.
  • zur Behandlung bei Erwachsenen z. B. von Endometriose, Prostatakrebs, Brustkrebs sowie zur pharmakologischen Behandlung von paraphilen Störungen bei Sexualstraftätern oder Männern mit einem hohen Risiko für Sexualstraftaten (sog. "chemische Kastration").

Produktnamen sind z. B.: Tryptorelin, Decapeptyl, Leuprorelin, Lupron (s. auch wikipedia)

Off-Label-Use

Bei Jugendlichen mit Genderdysphorie werden GnRHa im sog. Off-Label-Use(!) eingesetzt, um die natürliche Pubertät zu stoppen. Ihre Verordnung erfolgt außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauchs, wodurch die behandelnden Ärzte (teilweise zusammen mit dem Pharmaunternehmen) für die medizinische Richtigkeit sowie für eventuelle Nebenwirkungen haften.

Die ärztlichen Fachgesellschaften empfehlen, Off-Label-Verordnungen nur auf Basis von gültigen Leitlinien einzusetzen. Derzeit existieren allerdings in Deutschland keine gültigen Leitlinien, die Pubertätsblocker für genderdysphorische Jugendliche empfehlen!

Weil die natürliche Pubertät keine Krankheit ist, kann es vermutlich niemals zu einer Zulassung von Pubertätsblockern für genderdysphorische Jugendliche kommen. Obwohl die Pubertätsblocker schon seit über 20 Jahren Off-Label für Genderdysphorie eingesetzt werden, streben die produzierenden Arzneimittelfirmen keine Zulassung für diesen Zweck an.

Keine evidenzbasierten Wirksamkeitsnachweise

Fachleute, die diese somato-medizinischen Maßnahmen vorschlagen, sind von deren positiven Wirkung überzeugt und wirken oft überzeugend. Sie sprechen meistens verharmlosend von den Blockern als „Pausetaste”, aber sie können im speziellen Anwendungsfall (10-16 Jahre) keine evidenzbasierten Nachweise bezüglich der Auswirkungen z. B. auf die körperliche und psychosexuelle Entwicklung oder die Libido liefern. Es gibt keinen Nachweis, ob die Maßnahme reversibel ist, d. h. inwieweit der einzelne Jugendliche die über längere Zeit „eingefrorene“ bzw. versäumte psychosexuelle und die körperliche Entwicklung (z. B. Körpergröße) nachholen kann.

Dr. Hilary Cass (Kinderärztin), die in England eine unabhängige Untersuchung über die medizinische Behandlung von genderdysphorischen Jugendlichen leitet, schreibt:

“The most difficult question is whether puberty blockers do indeed provide valuable time for children and young people to consider their options, or whether they effectively ‘lock in’ children and young people to a treatment pathway which culminates in progression to feminising/masculinising hormones by impeding the usual process of sexual orientation and gender identity development.” (Cass-Review-Interim-Report, 2022, S. 38)

Die Herstellerfirmen von Pubertätsblockern und Cross-Sex-Hormonen haben offensichtlich kein Interesse an der Zulassung durch die entsprechenden Behörden, wie FDA oder BfArM. Die notwendigen Studien würden Kosten verursachen, sie fänden in einem politisch problematischen Umfeld statt und der erforderliche Nachweis der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wäre ungewiss.

Puberty Blocking Drug Companies Refuse To Conduct Safety Trials, 07.10.2022